Bild: Schunk
Werkzeughalter-ID als Basis für transparentes Tool-Management

 

 16_4_logo_amb.jpg 1 – G 12

 

Mit der Möglichkeit zur eindeutigen Identifizierung von Werkzeugaufnahmen per Data-Matrix-Code will der Kompetenzführer für Spanntechnik und Greifsysteme Schunk die Entwicklung in Sachen vernetzte Fertigung vorantreiben.


„Hightech statt Zettelwirtschaft“ – nach diesem Motto will Schunk der durchgängigen Digitalisierung des Werkzeugmanagements den Weg bahnen. Werkzeughalter sollen sich künftig anhand des Codes zuverlässig identifizieren und herstellerneutral in Verbindung mit entsprechenden Datenbanksystemen unterschiedlicher Anbieter exakt zuordnen lassen. In Kombination mit den Daten aus der übergeordneten Cloud können Anwender dann präzise Aussagen zu den Einsatzorten, den eingesetzten Werkzeugen, den Standwegen, den Bearbeitungsparametern sowie zur Gesamteinsatzdauer der Werkzeughalter und damit zur Effizienz der einzelnen Komponenten machen. Im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen steigt die Transparenz deutlich. „Der Data-Matrix-Code lässt sich entsprechend der jeweiligen Dokumentationssystematik des Anwenders individuell definieren oder wird alternativ nach einem neutralen Nummernsystem vergeben“, erläutert Heinold Kostner, Leiter Produkt- und Portfoliomanagement Spanntechnik bei Schunk in Lauffen. „Er wird dauerhaft zuverlässig und ohne Einfluss auf die Wuchtgüte unmittelbar per Laser auf den Werkzeughalter aufgebracht.“

 

Prozesswissen steigt


Die Vorteile der unverwechselbaren ID sind überzeugend: Weder können Zettel mit den Daten der Werkzeugeinstellung verwechselt werden oder verloren gehen, noch kann es zu Tipp- oder Schreibfehlern bei der Datenübernahme kommen. Zudem sinkt der Zeitaufwand an der Maschine und am Werkzeugeinstellgerät. „Entscheidend ist, dass das Prozesswissen der Anwender mithilfe der generierten Daten deutlich zunimmt“, unterstreicht Kostner. „So lässt sich der gesamte Lebenszyklus sämtlicher Werkzeuge und Werkzeughalter lückenlos nachverfolgen und auswerten. Auf diese Weise sind sehr präzise Aussagen über die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Schneiden und Aufnahmen möglich“, so der Spanntechnikspezialist. Zudem ließen sich Verschleißgrenzen definieren, bei denen Werkzeuge getauscht oder Werkzeughalter geprüft werden.

 

Digitaler Zwilling


Im Tec-Center in Lauffen demonstriert Schunk den Ablauf beispielhaft in Kombination mit einem am Markt bereits verfügbaren Werkzeugmanagement-System: Bereits am Werkzeugeinstellgerät wird der Data-Matrix-Code der Werkzeugaufnahme per Scanner erfasst und die Werkzeugaufnahme sowohl real als auch virtuell mit einem Werkzeug „verheiratet“. Im Datenbanksystem entsteht auf diese Weise ein digitaler Zwilling, dem im Verlauf seines Einsatzes sämtliche Daten zugeordnet werden können. So wird die Werkzeugaufnahme immer dann gescannt, wenn sie in das Werkzeugmagazin einer Maschine aufgenommen wird oder dieses wieder verlässt. Ebenso verfährt der Mitarbeiter in der Werkzeugeinstellung. Via Datenleitung werden die für die Bearbeitung wesentlichen Werkzeugdaten, wie Werkzeugtyp, -durchmesser und –radius, mit dem Scanvorgang automatisch vom Einstellgerät an die Datenbank beziehungsweise von der zentralen Datenbank an die Maschine übertragen. Die manuelle Eingabe der Werkzeugdaten an der Maschine entfällt komplett. Ebenso die Verwaltung von Datenkarten oder -aufkleber. Über das Datenbanksystem ist jederzeit bis auf Komponentenebene nachvollziehbar, wo sich welches Werkzeug und welcher Werkzeughalter gerade befindet. Damit geht der Suchaufwand gegen Null und teure Doppelinvestitionen bei selten genutzten Werkzeugen oder Aufnahmen entfallen.

 

Vorteile gegenüber RFID-Lösungen


Im Vergleich zur Werkzeughalter-Identifikation per RFID-Chip kann der datenbankbasierte Data-Matrix-Code durchaus punkten. So besteht bei RFID-Chips die Gefahr, dass der Chip und damit die Daten beschädigt werden oder verloren gehen. Hingegen haben Pilotanwendungen gezeigt, dass der Data-Matrix-Code selbst im permanenten, großflächigen Einsatz sehr zuverlässig auszulesen ist und kaum Verschleißspuren auftreten. Zudem ist der Scanvorgang weniger störanfällig und schnell erledigt. Auch unter Kostenaspekten spricht vieles für die Data-Matrix-Codes. Zwar sind zunächst sämtliche Maschinen und Einstellgeräte mit dem Datenbanksystem zu vernetzen, für die einzelnen Werkzeughalter jedoch fallen keine oder nur geringen Mehrkosten an. Hingegen entstehen für Werkzeughalter mit RFID-Chip abhängig vom Typ Mehrkosten zwischen 10 Prozent und 20 Prozent. Zudem sind für RFID-Lesegeräte vergleichsweise hohe Investitionen erforderlich.

www.schunk.com

16_4_WS_schunk_KAS.jpg 

Beitrag aus dima 4/2016:

16_4_dima_TS_188.jpg

 
Gerne können Sie dima 4/2016 mit diesem und weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

agt_logo_200_60.png

agt verlag thum gmbh
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de      

Kontaktformular

 

spacer
Online Werbung @ dima
spacer