Foto: Vollmer
Je präziser der Schliff, desto schärfer die Sicht

Hochpräzise Diamantwerkzeuge des koreanischen Unternehmens Sinjin bringen Brillengläser und Kontaktlinsen in Form.

Für die Produktion der diamantbestückten Profilfräser baut das Unternehmen auf die Präzision der Vollmer Erodiermaschine QXD 200. 

 


Ophthalmologie – leicht geht einem das Wort nicht über die Lippen. Doch was sich dahinter verbirgt, gehört für rund die Hälfte der Weltbevölkerung zum Alltag: die Augenheilkunde. Am bekanntesten sind in der Ophthalmologie die optischen Sehhilfen wie Brillengläser und Kontaktlinsen, die entweder aus Glas oder Kunststoff gefertigt werden.


Die ersten Kontaktlinsen aus Glas schliffen unabhängig voneinander die beiden Deutschen Adolf Eugen Fick und August Müller um das Jahr 1880. Jedoch gelang der Kontaktlinse erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts der Durchbruch, als sich hochwertige Kunststoffe wie Acrylglas zu ihrer Herstellung verwenden ließen. Auch Brillengläser bestehen heute meist aus hochwertigen Kunststoffen. Und egal ob Glas oder Kunststoff, entscheidend für die Ophthalmologie ist die Verarbeitung der Brillengläser und Kontaktlinsen – je präziser der Schliff, desto schärfer die Sicht. Geschliffen werden sie heute längst nicht mehr von Hand, sondern mit hochmodernen CNC-gesteuerten Diamantwerkzeugen, wie sie das südkoreanische Unternehmen Sinjin Diamond entwickelt.

 

Diamantwerkzeuge mit kontrollierter Welligkeit


„Beim Schliff von Brillengläsern und insbesondere Kontaktlinsen sind Genauigkeiten von wenigen Mikrometern gefordert. Hierfür fertigen wir Werkzeuge aus natürlichen und synthetischen monokristallinen Diamanten, deren Spitzen nur wenige Mikrometer groß sind“, sagt In Sun Cha, Präsident dieses Unternehmens. Es wurde vor mehr als 35 Jahren in Seoul gegründet und beschäftigt heute 20 Mitarbeiter. Im weltweiten Markt für hochpräzise Diamantwerkzeuge gehört es zu den Technologieführern und verfügt über einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Insbesondere wenn es um Diamantwerkzeuge mit „kontrollierter Welligkeit“ geht, ist Sinjin Diamond einer der wenigen Anbieter auf dem Globus. Welligkeit ist ein unerwünschter Nebeneffekt, der entsteht, wenn Oberflächen mit rotierenden Werkzeugen bearbeitet werden. Die Welligkeit gibt die Abweichung von der Norm an, also wie stark sich das tatsächliche Produkt vom gezeichneten Plan unterscheidet. Diese Abweichung sollte so gering wie möglich sein: Werkzeuge mit „kontrollierter Welligkeit“ überwachen diese Normabweichung während der Bearbeitung und garantieren so zuvor definierte Fehlertoleranzen.


„Wir bieten Diamantwerkzeuge mit kontrollierter Welligkeit von weniger als 50 Nanometern an, die entweder als Wendeplattensystem oder Monoblockhalter zur Verfügung stehen“, ergänzt In Sun Cha. „Solche hochpräzisen Diamantwerkzeuge liefern wir in die ganze Welt, wobei sie nicht nur für Kontaktlinsen eingesetzt werden, sondern auch bei der Produktion von Kameras, Teleskopen oder Laserdruckern.“


Linsen und Spiegel für Kameras oder Teleskope können Durchmesser von 20 Zentimetern und mehr besitzen, auch sie werden mit der Technologie und dem Wissen von Sinjin Diamond entwickelt. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Laserdrucker, die nur dank dem Einsatz von Diamantwerkzeugen funktionieren. Mit ihnen werden Polygonspiegel geschliffen, die im Innern des Laserdruckers das Laserlicht ablenken und die Bildtrommel für den Druck belichten.

 

Komplettbearbeitung von diamantbestückten Fräswerkzeugen


„Die Kraft des Diamanten entscheidet bei immer mehr technischen Anwendungen darüber, wie hoch deren Qualität und Funktionalität sind“, sagt In Sun Cha. „Aus diesem Grund haben wir uns eine Vollmer Schärfmaschine für die Diamantenbearbeitung ausgesucht – denn mit ihr erzielen wir jene Präzision, die unsere Kunden von unseren Produkten erwarten.“


Mit der Vollmer Erodiermaschine QXD 200 fertigt Sinjin Diamond diamantbestückte Profilfräser, die vor allem bei der Bearbeitung von Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff zum Einsatz kommen. Dank der Erodiermaschine lässt sich ein Profilfräser mit einer Rauigkeit von weniger als einem Mikrometer in vier bis fünf Stunden komplett schärfen. Die hohe Präzision erzielt die Vollmer Maschine deshalb, weil sie die Kanten des diamantbestückten Fräswerkzeugs in einer Aufspannung misst, erodiert, schleift und poliert. Grundlage für die Komplettbearbeitung sind sechs CNC-Achsen, die den Erodierprozess steuern und ein manuelles Eingreifen überflüssig machen. „Über einen integrierten Werkzeugwechsler und umfangreiche Werkstückführung können wir mit der QXD 200 unsere Profilfräser mannlos rund um die Uhr fertigen – gut 40 Stück in der Woche“, ergänzt In Sun Cha.

www.vollmer-group.com  


Scharfe Werkzeuge für Carbon und Co.

„Präzision geht neue Wege“ – so lautete das Motto des Schleif- und Erodierspezialisten Vollmer auf der AMB 2014. Das Unternehmen präsentierte seine Schärfmaschinen zur Fertigung von Rotationswerkzeugen, die bei der Bearbeitung von Metallen und Verbundwerkstoffen wie Carbon eingesetzt werden. Zu den Messe-Highlights zählten unter anderem die neue Werkzeugschleifmaschine Vgrind 160 für die Produktion von Vollhartmetallwerkzeugen sowie die Erodiermaschine QXD 250 mit neuer Software „Ex Level Pro“. Mit dieser Erodiermaschinenentwicklung lassen sich zum Beispiel PKD - bestückte Rotationswerkzeuge herstellen, die aufgrund ihrer Präzision und Standzeit vor allem bei der Bearbeitung von Carbon und Co. zum Einsatz kommen. Werkzeughersteller können mit der QXD 250 in gleicher Zeit rund ein Drittel mehr PKD-Schneiden bearbeiten als bisher, stellt der Maschinenbauer aus Biberach heraus. Außerdem werde dank der neuen Generatortechnologie Vpulse EDM mit ihren einzeln getakteten Erodierimpulsen die Oberflächengüte um den Faktor zwei gesteigert. „Mit unserer Werkzeugschleifmaschine Vgrind 160 betreten wir erstmals den Markt des Werkzeugschleifens und stärken so unsere Position als weltweiter Partner für die Werkzeugproduktion“, sagt Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Und speziell für Unternehmen der Metallindustrie haben wir unsere Schärfmaschinen mit neuen Funktionen ausgestattet, um sowohl beim Erodieren als auch Schleifen noch mehr Präzision an die Schneidkante zu bringen.“ 

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Beitrag aus dima 6/2014:

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