Abb. HandlingTech
Vollautomatisiertes Strahlen

Abrasive Strahlmedien können mechanische Handhabungssysteme im Arbeitsraum von Strahlanlagen extrem schädigen.

HandlingTech hat mit neuem Ansatz eine Roboter gestützte Lösung entwickelt, die sich in der Serienfertigung von Komponenten für zahnmedizinische Instrumente bei der KaVo Dental GmbH bereits bewährt. 


Komponenten für Dental-Instrumente sind typische Werkstücke, die nach einer mechanischen Bearbeitung entgratet werden müssen. Hier gelten allerhöchste Qualitätsanforderungen für die KaVo Dental bekannt ist. Mit sogenanntem Strahlentgraten wird sichergestellt, dass auch innenliegende Grate, zum Beispiel in Gehäuseteilen, die mit mechanischen Werkzeugen wie etwa Schaber nicht erreichbar sind, zuverlässig entfernt werden. Solche Prozesse laufen nach bisherigem Stand der Technik in separaten Strahlkabinen ab, in denen ein Werker die Werkstücke manuell mit Strahlhandschuhen greift und in einem Mediumstrahl handelt. Dies hat sich jetzt geändert.


Die von HandlingTech für diese Aufgaben nun realisierte Lösung verfolgt einen anderen Ansatz. Im weitesten Sinn ähnlich wie bei der manuellen Werkstückhandhabung erfolgt diese hier ebenfalls von außen, aber nun nicht mehr von einem Werker, sondern von einem Industrieroboter. Ein Lösungsansatz, der für die Automatisierer aus dem schwäbischen Steinenbronn allerdings naheliegt. Schließlich nutzen sie schon seit 1994 in vielen Hundert realisierten Applikationen die Flexibilität von Knickarm-Industrierobotern, um Bearbeitungsprozesse zu automatisieren. Die modularen Robax-Zellen sind prädestiniert zur Adaption an Bearbeitungsmaschinen.

 

Spezielle Schleuse ermöglicht Handhabung von außen


Was jedoch neu ist und die Anbindung an eine Strahlanlage überhaupt erst ermöglicht, ist eine speziell entwickelte Schleuse, die es dem Roboter erlaubt, die Werkstücke von außen in die Strahlkabine einzuführen und dort im programmierten Ablauf zu handeln. Diese besteht im Wesentlichen aus einer dicht schließenden Schleusenkupplung, welche verhindert, dass Strahlgut aus der Strahlkabine in die Roboterzelle gelangt. Während dem Ein- und Ausfahren sorgt Sperrluft dafür, dass kein Strahlgut austritt. Außerdem wird der Greifer beim Ausfahren aus der Schleuse von einem zugeschalteten Air Nozzles (Luftdüsen) abgereinigt, um Verschleppungen zu vermeiden. Die Freiheitsgrade des Roboters sowie die neu entwickelte, flexible Schleuse erlauben das Abfahren komplexer Konturen.


Ergänzend dazu hat HandlingTech den Robotergreifer sowie die Strahlkabine entsprechend modifiziert. Im Fall der Greifer handelt es sich hauptsächlich um zusätzlich angebrachte Manschetten beziehungsweise Abstrahlbleche, die verhindern, dass sich Strahlmedien ablagern können. Die Strahlkabine ist zusätzlich mit seitlichen Scheiben ausgestattet, die das Teachen der Roboterbewegungen erleichtern. Außerdem erlauben ansteuerbare Ventile, anstatt der normalerweise vorhandenen handverstellbaren Ventile, dass auch Prozessparameter wie Strahldrücke oder Strahlgutvorbeschleunigungen exakt einstellbar und programmierbar sind. Dies trägt neben der definierten Werkstückmanipulation wesentlich zur Prozessoptimierung bei.


Ein großer Vorteil der Robax-Zellen ist, dass sich der für das Teilehandling benötigte Roboter auch über Kopf installieren lässt. „Dies ist nicht etwa deshalb notwendig, um Ablagerungen zu vermeiden, schließlich verhindert unsere Schleuse die Verschleppung der Strahlmedien aus der Strahlkabine. Vielmehr wird eine Überkopfinstallation dann gewählt, um beispielsweise Platz zu schaffen für die Zuführung von Werkstückpaletten, wenn eine solche Anlage direkt in den Fertigungsprozess integriert wird“, erklärt Jörg Hutzel, Geschäftsführer von HandlingTech. Dies sei auch in der bei KaVo Dental realisierten Anlage so der Fall. Die in der Serienfertigung laufende Anlage bestätigt mit optimierten Strahlprozessen eine hohe und dauerhaft konstante Qualität. Darüber hinaus konnte damit der Durchsatz signifikant erhöht werden.

www.handlingtech.de

 

Beitrag aus dima 6/2014:

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