Bild: Paul Horn GmbH  
Top-Präzision für Mini-Teile

Die HLM Automatdrejeri ist in dem stark umkämpften Mikro-Markt für Medizintechnik unterwegs.

Um sich hier zu behaupten, setzt das Unternehmen aus dem dänischen Humlebaek für die Kleinstteilebearbeitung auf Horn- Werkzeuge für die Mikrobearbeitung. 

 

Claus Geleff hat einen geübten Blick fürs Kleine. Der Diplomingenieur ist Eigentümer der HLM Automatdrejeri im dänischen Humlebaek. Sein Unternehmen stellt Mikroteile für die Medizintechnik und Elektronikindustrie her. Bis zu sieben Millionen Stück der winzig kleinen Elemente verlassen sein Werk pro Jahr. Will er seine Kunden zufrieden stellen, muss Geleff schnell und reproduzierbar hohe Qualitäten liefern. Um seine Position im hart umkämpften Medizintechnik-Markt weiter auszubauen, greift er auf Helfer aus Tübingen zurück. HLM setzt Werkzeuge für die Kleinstteilebearbeitung der Hartmetallwerkzeugfabrik Paul Horn GmbH ein – mit großem Erfolg. Die Werkzeuge ermöglichen die hohe Qualität seiner Produkte und überzeugen durch Präzision und lange Standzeiten.

 

Winzlinge aus Kunststoff, Silber, Edelstahl und Messing


Im Jahr 2000 kaufte Claus Geleff das kleine Unternehmen und machte es im Lauf der Zeit mit sieben hochqualifizierten Mitarbeitern zu einer gefragten Adresse für die Herstellung von Mikroteilen. 65 Prozent seiner Produkte gehen in die Medizintechnik, der Rest verteilt sich auf mehrere Elektronikbereiche. Größter Kunde ist Oticon, einer der weltweit führenden Hersteller von Hörgeräten mit Sitz in Dänemark. HLM produziert Winzlinge in Kunststoff, Silber, Edelstahl und Messing – darunter Verbindungsstifte mit 0,2 mm Durchmesser, wenige Millimeter große Schrauben und andere Kleinstkomponenten, die die Hersteller später in Hörgeräte oder Elektronikteile verbauen. Die Toleranzen reichen von 1 μm bis 0,02 mm. Mit bloßem Auge sind Fehlerteile nicht zu erkennen. Deswegen prüft HLM die Mikroteile elektronisch. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Vom Hauptkunden Oticon gab es in den vergangenen 18 Monaten nicht eine einzige Fehlermeldung.


Der Mikro-Markt für Medizintechnik ist hart. „Wir kämpfen mit den Kosten, und die Aufträge kommen oft kurzfristig. Das stellt hohe Ansprüche an Mensch, Maschine und Werkzeug“, beschreibt Claus Geleff. In der Regel liegt die Lieferzeit bei ein bis zwei Wochen, manchmal muss er auch schneller fertigen, dann gehen die Produkte innerhalb von zwei bis drei Tagen raus. Die Stückzahlen schwanken in der Regel zwischen 50 und 100 000, und gelegentlich kommen Kunden mit Kleinstserien-Aufträgen. In Humlebaek stehen insgesamt 13 CNC-Langdrehmaschinen, die kleinste mit einem Arbeitsdurchmesser von maximal vier Millimetern. 600 verschiedene Mikroteile fertigt HLM, und das fordert seine Belegschaft. „Meine Leute müssen ganz genau wissen, welches Werkzeug sie an welcher Maschine einsetzen.“

 

Standzeiten und Oberflächengüte überzeugen


Auf der Suche nach Optimierungen kam Geleff auf einer Messe für Mikrobearbeitung in der Schweiz zum ersten Mal in Kontakt mit Lösungen der Paul Horn GmbH. Seit 2003 berät Rudy Bonde von jr-tool im Auftrag von Horn die Dänen vor Ort. HLM stellt unter anderem Verbindungsstücke für Hörgeräte aus rostfreiem Cr-Ni-Stahl Aisi 303 her. Das gerade mal 5 mm lange Werkstück hat einen Durchmesser von 0,9 mm. Zum Abstechen nutzt das Unternehmen das Werkzeug S274 μ-Finish. Alle Werkzeuge des Systems sind feinstgeschliffen und auch unter 200-facher Vergrößerung ausbruchsfrei. HLM setzt das Werkzeug mit 6 000 Umdrehungen pro Minute und einem Vorschub von 0,03 mm/U ein. Dabei erreicht es eine Standzeit von 9 000 Stück pro Schneide und hält die vorgegebenen Toleranzen von 0,003 mm ein. Die mit den Präzisionswerkzeugen erzeugte Oberflächenqualität beträgt Ra = 0,10 μm. Die Mikroteile werden beim Kunden unter dem Elektronenmikroskop geprüft und weisen keinerlei Ausbrüche auf.


HML fertigt auch Kontaktanschlüsse aus Neusilber für die Batterien in Hörgeräten mit Lochungen von 0,76 Millimeter Durchmesser und einer Länge von einem Millimeter. Die Qualitätsanforderungen an die Mikroteile sind besonders hoch, weil sie später mit anderen Kleinstkomponenten verbaut werden und die Energieversorgung zuverlässig sicherstellen müssen. Zum Innendrehen setzt HLM Werkzeuge der Reihe Supermini 105 von Horn ein. Sie arbeiten mit 6 500 U/min und erzielen einen Vorschub von 0,015 mm/U. Die Standzeit beträgt 30 000 Stück pro Schneide. Die vorgegebenen Toleranzen liegen bei 0,01 mm. Mit der Horn-Lösung erzielt der Mikrotechnik- Spezialist eine Oberflächengüte von Ra = 0,13 μm. Auch bei diesem Teil werden die Anforderungen des Kunden an Präzision und Qualität voll und ganz erfüllt.


Die Kooperation zwischen Horn und HLM ist im Lauf der Zeit immer enger geworden. Horn-Präzisionswerkzeuge haben bei den Dänen mittlerweile die Produkte von Wettbewerbern abgelöst. „Vorher hatten wir auch andere Hersteller im Einsatz. Heute arbeiten wir zu 80 Prozent mit Präzisionswerkzeugen von Horn, bei Spezialwerkzeugen setzen wir ausschließlich Horn- Lösungen ein“, sagt Geleff. HLM nutzt auch Werkzeuge der Typenreihe S264 zum Einstechen und Längsdrehen sowie Nutfräser vom Typ Mini 108/111. Außerdem arbeiten Schaftfräser vom Typ DPK mit Schneidkreisdurchmesser von 3,5 mm bei HLM.


Claus Geleff ist von der Leistungsfähigkeit der Horn-Werkzeuge für die Mikrobearbeitung hinsichtlich Präzision, Prozesssicherheit und Standzeiten überzeugt. „Wir arbeiten seit 2003 mit Horn-Produkten und sind bestens zufrieden“, sagt er. Die Prozesssicherheit der Werkzeuge ist für den Mikro- Spezialisten von besonderer Bedeutung. HLM arbeitet an sieben Tagen pro Woche im Dreischicht-Betrieb. Dabei laufen die Langdrehautomaten auch mannlos über Nacht. Böse Überraschungen oder Ausschuss könne man sich auf Grund der strikten Lieferbedingungen nicht leisten. „Die Werkzeuge arbeiten zuverlässig und präzise und wir können nachts ruhig schlafen“, schmunzelt er.

 

Nachschub-Versorgung und das Tool Management


Die Schwankungen des Medizintechnik- wie Elektronikmarktes mit unterschiedlichen Losgrößen und dem Anspruch nach schneller Lieferung fordert von dem Mikro-Spezialisten ein hohes Maß an Flexibilität. Deswegen spielen die Nachschub- Versorgung und das Tool Management eine besondere Rolle. Neue Werkzeuge sind schnell zu liefern, verschlissene schnell zu ersetzen. Horn hat sich auf diese Situation bestens eingestellt und unterhält ein eigenes Lager in Dänemark. „Vieles können wir vor Ort besorgen, der Rest kommt aus Deutschland“, beschreibt Rudy Bonde. Mit dieser Lösung ist Claus Geleff zufrieden. „Das funktioniert sehr gut. Die Lieferzeiten sind kurz und wenn Not am Mann ist, erhalten wir es über Nacht.“


Die Zusammenarbeit mit Horn hat sich laut Geleff in den vergangenen Jahren zu einem vertrauensvollen Miteinander entwickelt. Sein Unternehmen wolle sachkundige und schnelle Beratung vor Ort und die biete Horn auch außerhalb Deutschlands. Auch für Rudy Bonde spielt der persönliche Kontakt eine wichtige Rolle. „Wir kennen die Märkte, in denen HLM agiert und wissen um die Problemstellungen. Das sind wichtige Voraussetzungen, um die entsprechenden Werkzeug-Lösungen einzubringen“, sagt er.

 

Mikrobearbeitung liegt im Trend


Im Besprechungsraum seines Unternehmens tippt Claus Geleff in ein Plastikgefäß mit winzigen Messingstiften von 0,2 Millimetern Durchmessern und lässt sie auf den Tisch fallen. „Der Trend zu kleineren Teilen hält an“, meint er. In den vergangenen Jahren sei der Umsatz seines Unternehmens organisch um rund 20 Prozent per annum gewachsen. Und in zwei bis drei Jahren plane er einen Neubau. „Wir spezialisieren uns immer mehr in Richtung Mikrobearbeitung“, sagt er. Für die Präzisionswerkzeuge habe dies eine logische Konsequenz. „Wir brauchen künftig weitere gute Mikro-Lösungen. Deswegen werden wir die Zusammenarbeit mit Horn und jr-tool erfolgreich fortsetzen.“

www.phorn.de  
www.h-l-m.dk

15_2_AA_horn_SEI.jpg 

Beitrag aus dima 2/2015:

15_2_TS_188.jpg

 
Gerne können Sie dima 2/2015 mit diesem und weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de      

Kontaktformular

 

AGT Verlag Thum GmbH
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

 

spacer
Online Werbung @ dima
spacer