Foto: Erowa
Boxenstopp-Strategien

Um eine weitreichende Fertigungsflexibilität, kurze Durchlaufzeiten und eine optimale Werkstücklogistik zu erreichen, vertraut Hannes Fuchshofer in seinem Unternehmen auf Elemente des Nullpunktspannsystems MTS von Erowa.

GERD FAHRY 

Der Betrieb von Hannes Fuchshofer, die Fuchshofer GmbH CAM-CNC Präzisionstechnik, hat sich in den letzten 21 Jahren einen Namen weit über die Steiermark hinaus gemacht.

 

Zu seinen Kunden gehören heute namhafte Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt, der Automobil- und deren Zulieferindustrie, der Elektronik- und Halbleiterbranche sowie der Messtechnik. Selbst Firmen aus dem Sektor der Medizintechnik ordern bei ihm.


Auf seinen CNC-Maschinen entstehen zum Teil sehr komplexe Bauteile aus Aluminium, Kunststoff, den verschiedensten Stahlkonfigurationen, Titan, Tantal, aber auch aus Gold und Silber, Keramik, Quarz, Saphir sowie Glas – in Form von Prototypenvarianten, Sonderanfertigungen oder Kleinserien. In Summe kämen jährlich zirka 2 bis 3 Millionen Stück zusammen, stellt Hannes Fuchshofer heraus. Von ihm gefertigte Teile hätten zum Beispiel sehr aufwändige Tests der Raumfahrt bestanden und mittlerweile den Weg ins Weltall gefunden, berichtet der Firmeninhaber und Rennsport-Enthusiast nicht ohne Stolz und verdeutlicht damit auch etwas seine Unternehmensphilosophie: „Heute besser als gestern. Morgen besser als heute.“

 

Präzision ist mehr als nur Genauigkeit


Mit dem technischen Equipment ist das Fuchshofer-Team in der Lage, 9-Achsen-Drehbearbeitungen genauso abzudecken, wie das 5-Achsfräsen oder auch die Ultraschallbearbeitung von Glas- und Keramikwerkstoffen. Angesprochen auf die Präzision seiner Fertigung meint er: „Wir kochen natürlich auch nur mit Wasser. Ich sehe aber die Präzisionstechnik, wie sie in unserem Firmennamen steht, nicht nur in Form einer Bauteilgenauigkeit als solche, sondern auch in der Beratung unserer Kunden in Sachen Bauteilauslegung, das Einbringen unserer Fertigungskompetenz und die gesamte Logistik.“

Als Beispiel führt er Rahmenaufträge an, bei denen er für Kunden erst einmal fünf Teile entwickelt hat und daraus Aufträge für 100 und mehr im nächsten Jahr wurden, einschließlich spezieller Sondervarianten in unterschiedlichen Länderspezifikationen. Für ihn ist Präzisionstechnik jedenfalls das Paket an Verantwortung für den gesamten Fertigungsprozess, letztendlich auch kombiniert mit Materialkompetenz, um Fertigungskosten und Durchlaufzeiten zu optimieren. Dass er dabei auch das Thema Automation und Standardisierung von Fertigungsabläufen ständig im Blick hat, versteht sich fast von selbst.

„Wir standen in der Vergangenheit ein bisschen vor dem Problem, dass wir trotz unserer gut ausgebildeten Mitarbeiter und unseres modernen Maschinenparks Standardbauteile, also gewissermaßen die Grundauslastung, nicht mehr kostengünstig am Markt platzieren konnten“, erinnert sich Hannes Fuchshofer mit Blick auf die Investition in Spanntechnik-Elemente von Erowa. Diese Standardbauteile benötigt das Unternehmen Fuchshofer, um auch die Nachtschichten vernünftig auszulasten und kosteneffizient kalkulieren zu können. Hightech-Teile, wie beispielsweise für den Rennsport, die Raumfahrt oder die Medizintechnik, werden am Tag von den Profis in seinem 60 Mann-Unternehmen gefertigt. Die Nacht sei in der Regel für die weniger komplizierten, also in seinem Verständnis Standardteile mit Kleinseriencharakter da, die man auch mannlos fertigen könne. Vieles davon läuft über die Hybridmaschine Ultrasonic mit einem angeschlossenen „Robot Easy“ – Bevorratungs- und Handlingsystem von Erowa mit 24 Werkstückplätzen. Aber auch generell geht es ihm heute mehr denn je um geringste Ein- und Auswechselzeiten der Werkstücke in seinen Maschinen, ähnlich wie beim Boxenstopp im Rennsport. Dafür hat er mit seinen Mitarbeitern entsprechende Strategien entwickelt.

 

Spanntechnik für prozesssichere Abläufe beim Fräsen und Messen


Im Zentrum der Überlegungen stand, die Fertigung trotz der Vielfalt des Werkstückspektrums über entsprechende Spannmittelkonzepte zu standardisieren. Um diese Strategie umzusetzen, helfen ihm dabei das Erowa Nullpunktspannsystem „MTS Chuck“ (Spannfutter) für den direkten Einbau in Maschinentische, Werkstückträger, Paletten, Spanntürme, Winkel oder Teilapparate. Mittlerweile hat er 270 von diesen mechanisch verriegelnden und pneumatisch entriegelnden Systemen sowohl als Single- als auch Multi-Version im Bestand. Diese nutzt er hauptsächlich in der Fräsbearbeitung auf seinen CNC-Bearbeitungszentren sowie für Messaufgaben und spannt damit die selbst konstruierten und auf das individuelle Teil abgestimmten Aufspannvorrichtungen. Zentrale Elemente, wie die Aufspannplatten, werden selbst hergestellt, vorwiegend aus Aluminiumwerkstoff, um das Gewicht der gesamten Spanneinheit in Grenzen zu halten. Gerade die Entwicklung dieser eigenen Spannplatten sei eine riesige Motivation für die Mitarbeiter gewesen, erinnert sich Hannes Fuchshofer. Vor allem die Frage, wie positioniere ich meine Teile, um einen effektiven Prozess und ein optimales Bohrbild zu erhalten, habe vieles abverlangt. In seinem Resümee kommt er zu dem Schluss: „Wir haben dadurch den Standardisierungsgedanken die Spannmittelaufbereitung ‚revolutioniert‘ – vorher hatte jeder sein eigenes Süppchen auf der Maschine gekocht. Der eine favorisierte Spannplatten 100 x 100, der andere stand auf 105 x 105 oder 110 x 110. Jetzt ist durch den Abstand von den Zapfen beziehungsweise der Chuck-Größe von 130 mm ein allgemeines Grundsystem erarbeitet worden.“

 

Einrichtzeiten um 20 Prozent optimiert


„Wir haben ein Jahr gebraucht, um grundsätzlich unser Konzept so weit zu haben, ergänzt der Firmeninhaber. Nun sei die ganze Firma entsprechend ausgestattet und das biete ihm die Flexibilität, auf Auftrags- und Stückzahlschwankungen noch besser reagieren zu können. Und nach den Ergebnissen seiner „Standardisierungsstrategie“ befragt, stellt Hannes Fuchshofer heraus: „Die Zeit für das Einrichten eines Werkstückes auf der Maschine hat sich aus meiner Sicht in den letzten drei Jahren, seit dem wir mit den ‚MTS Chucks‘ arbeiten, um über 20 Prozent verkürzt. Natürlich spielen dabei auch die gesammelten Erfahrungen mit diesem System eine Rolle. Und nicht zuletzt Erowa hat uns über die Ideenfindung hinaus unterstützt, unser Standardisierungsprojekt ‚Spanntechnik‘ umzusetzen und entsprechende Prozesssicherheit zu generieren. Dazu gehörten auch Referenzbesuche, die unseren Horizont diesbezüglich erweiterten.“ Ergänzend meint Erowa-Vertriebsmann Thomas Seitinger: „ Ich denke, unser MTS-Chuck- System hat den Vorteil, dass man nicht an fix vorgegebene Teile aus dem Katalog gebunden ist.“ Chucks könne man ebenso extra beziehen wie die Spannzapfen. Das biete dem Kunden Gestaltungsspielräume für das dazwischen oder darunter.

 

Langjähriges Vertrauensverhältnis


Dass er bei seiner Spanntechnikstrategie auf die Nullpunktelemente des MTS-Systems von Erowa zurückgriff, hat für Hannes Fuchshofer aber noch einen weiteren Grund. Schon Ende der 90er Jahre gab es Kontakte zum damaligen Erowa-Vertriebspartner, als er eine Senkerodiermaschine der Schweizer von einem Kunden bekam und er für diese diverse Ersatzteile beziehungsweise Verbrauchsmaterial und UPC-Spannmittel zum Fräsen der Elektroden organisieren musste. Vom Senkerodieren habe er sich zwar getrennt, da man kein Werkzeugbaubetrieb sei, aber der Kontakt sei geblieben. Und mit Thomas Seitinger, der das Vertriebsgebiet Österreich der Erowa System Technologien GmbH abdeckt, könne man auch mal am „Stammtisch“ Spann-Ideen ausklügeln, da er sich auch privat öfters in Eibiswald aufhält. 

www.fuchshofer.at  
www.erowa.com

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Beitrag aus dima 3/2015:

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