Foto: Ingersoll
Testbearbeitung überzeugte

Mit von Ingersoll neu entwickelten Wendeschneidplattenwerkzeugen zum Wälzstoßen kann die QINT GmbH die Bearbeitung von Kupplungs-Brems-Einheiten deutlich wirtschaftlicher und fertigungssicherer gestalten. 


Die Firma QINT in Hattingen ist ein Mitglied der Neuenhauser Unternehmensgruppe, die sich mit verschiedenen Geschäftsbereichen in der Maschinenbaubranche als weltweit agierender Hersteller zum Marktführer in vielen Teilmärkten des Maschinenbausegments entwickelt hat.

Alle Tochtergesellschaften dieser Holding arbeiten unabhängig voneinander, so auch die QINT GmbH.

 

 


Im Jahre 2014 ist dieses Unternehmen aus der früheren MSH GmbH und Jarmetall GmbH entstanden. Am Standort Hattingen greift man auf die Fertigungsmöglichkeiten und das Know-how der Wilhelm Bunse GmbH (Verzahnungstechnologie) und der Jarmetall GmbH (Dreh- und Frästechnologie) zurück.


Das neue Unternehmen trägt ganz bewusst die Firmenphilosophie im Namen: QINT – Quality in Time. Ein weiterer Leitsatz des Unternehmens „ Lohnfertigung war gestern, wir sind Ihr Partner von der Planung bis zur termingerechten Lieferung“ macht das Programm dieser Firma noch deutlicher. Nicht umsonst werden die Fertigungsleitungen von vielen namhaften Unternehmen zum Beispiel aus dem Bereich der Bahn- und Verkehrstechnik geschätzt. Hier gehört man zu den gelisteten Lieferanten der Deutschen Bahn AG.


Um den hohen Anforderungen immer gerecht zu werden, sind natürlich auch hohe Standards an gut ausgebildete Fertigungsspezialisten, hochpräzise Werkzeugmaschinen sowie moderne, leistungsfähige Werkzeuge anzulegen. Deshalb hat man immer ein offenes Ohr und ein hohes Interesse für neue, wirtschaftliche Technologien.

 

Neue Wälzstoßwerkzeuge mit Wendeschneidplatten


So erweckte auch die Präsentation der neu entwickelten Wälzstoßwerkzeuge auf einer Liebherr LFS 500 anläßlich der 2. InDays Techniktage bei Ingersoll in Haiger die Aufmerksamkeit der QINT Fertigungsspezialisten. Aufgrund der sehr einfachen Bedienung und der hohen Flexibilität des Wälzstoßens zielt Liebherr mit dieser Maschine besonders auf Lohnfertiger und Anwender mit geringeren Losgrößen. Durch den Einsatz der neuen Wendeschneidplattenwerkzeuge ist das Verfahren wesentlich schneller und wirtschaftlicher geworden. Besonders bei der Schruppbearbeitung bieten die neuen Ingersoll-Wendeschneidplattenwerkzeuge Vorteile. Bedingt durch die wesentlich höheren Schnittgeschwindigkeiten und verlängerten Standzeiten ergibt sich die vorab erwähnte Steigerung der Wirtschaftlichkeit. Weiterhin kommen auch alle systembedingten Vorteile der modernen Wendeschneidplattenwerkzeuge gegenüber nachschleifbaren Systemen zum Tragen.


Die Werkzeugkörper werden – bedingt durch die hohe Belastung bei der robusten Zerspanung - aus hochvergütetem und langzeitnitriertem Stahl hergestellt. Die Plattensitze sind formschlüssig und hochgenau gefräst. Sie erlauben eine exakte Positionierung der Wendeschneidplatte und bieten einen stabilen Sitz bei der Stoßbelastung.

 

Testeinsätze in Hattingen


Die Hattingener Fertigungsspezialisten haben schon seit vielen Jahren Erfahrung im Einsatz von Ingersoll Verzahnungswerkzeugen. Man nutzt sowohl Einzelteil- als auch Abwälzfräser in tangentialer- und radialer Ausführung aus dem Ingersoll Werkzeugprogramm. Im kleinmoduligen Bereich werden zudem Werkzeuge mit Vollprofilplatte eingesetzt. Aufgrund der langjährig positiven Erfahrung mit diesen Produkten haben sich die Spezialisten von QINT die Vorführung der neuen Wälzstoßwerkzeuge besonders detailliert angeschaut. Das Interesse fiel sehr schnell auf ein Werkzeug für die Keilverzahnung, für das man eine direkte Verwendung in der eigenen Produktion sah.


Kurzfristig wurde mit Markus Grebe (Ingersoll Produktmanager Verzahnung) und Uwe Hanisch (Technische Beratung und Verkauf Ingersoll) ein Termin vereinbart um einen Testeinsatz des Wälzstoßwerkzeuges für Keilverzahnung Modul 5 zu ermöglichen. Der Einsatz dieses Werkzeuges verlief äußerst positiv in Bezug auf Bearbeitungszeit und Standmenge, sodass das Testwerkzeug übernommen und noch ein zweites Werkzeug dazu bestellt wurde.


Bestärkt durch diesen ersten positiven Eindruck der neuen Wälzstoßwerkzeuge haben sich die beiden Partner schnell auf einen Versuch für eine weitaus anspruchsvollere Bearbeitung geeinigt. Die Bearbeitung von Lamellenträgern für Kupplungs-Brems-Einheiten ist eine immer wiederkehrende Fertigungsaufgabe bei der Firma QINT, und mit der bisherigen Bearbeitung mit HSS-Stoßwerkzeugen war man nicht vollends zufrieden.

 

Sonderwerkzeug zur Wälzstoßbearbeitung von Lamellenträgern


Das von Ingersoll entworfene und wenige Wochen später vorgestellte Werkzeug für diese Bearbeitung weist 28 Zähne und 2 Blockzähne auf und hat somit genau doppelt so viele Zähne wie das vorhandene HSS-Werkzeug.


Besonders die Blockzähne stellten aus zerspanungstechnischer und wirtschaftlicher Sicht eine Herausforderung dar. In dem vorgestellten Entwurf war es den Ingersoll Technikern gelungen, eine Blockplatte zu entwickeln, die zum einen wirtschaftlich herstellbar ist und weiterhin eine stabile Fixierung im Plattensitz gewährleistet. Die Einsatzmöglichkeit sowohl bei Sphäroguss als auch bei Vergütungsstählen ohne einen Austausch der Wendeschneidplatten stellte eine weitere Anforderung an das neue Werkzeug dar. Als dieses nun auf einer Liebherr WSC 1200 zum ersten Einsatz kam, war die Erwartungshaltung auf beiden Seiten sehr groß. Und sie wurde nicht enttäuscht. Als erstes positives Ergebnis fiel die ruhige und ratterfreie Bearbeitung auf.


Die Zerspanung teilt sich in Schrupp- und Schlichtbearbeitung auf und wird mit dem gleichen Werkzeug ausgeführt, die Schlichtbearbeitung lediglich mit einem verringerten Wälzvorschub.


Gegenüber den bisher verwendeten HSS-Werkzeugen kann sowohl die Schrupp- als auch die Schlichtbearbeitung mit dem neuen Hartmetall-Werkzeug mit mehr als doppelter Schnittgeschwindigkeit ausgeführt werden. Dies führt zu einer Halbierung der Bearbeitungszeit, obwohl bei diesen Werten die komplette Leistungsfähigkeit des Werkzeuges noch nicht erreicht ist. Das Limit der Zerspanunsparameter wird durch die vorhandene Maschine gesetzt.


Die positiven Ergebnisse durch Schneidverhalten und Bearbeitungszeit wird aber durch die erreichte Standmenge noch getoppt. Waren mit den bisher benutzten HSS-Werkzeugen etwa 3 Bauteile zu bearbeiten, sind es mit dem Wendeschneidplatten-Wälzstoßwerkzeug sagenhafte 70 Bauteile.


Es muss natürlich berücksichtigt werden, dass das neue Werkzeug die doppelte Schneidenzahl besitzt. Aber auch unter Beachtung dieser Tatsache ergibt sich immer noch eine 10-fache Standmenge. Und, die bei diesem Werkstück geforderte Qualität wurde ebenfalls ohne Probleme erreicht.


Die neue Werkzeuggeneration zum Wälzstoßen von Verzahnungen hat jedenfalls überzeugt. Mittlerweile werden bei QINT alle Wälzstoßbearbeitungen mit dem Ziel untersucht, möglichst viele Anwendungen auf die neue Bearbeitung umzustellen.

www.ingersoll-imc.de

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Beitrag aus dima 6/2015:

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