Freie Sicht für den Maschinenbediener

Hochmoderne spanabhebende Verfahren bedingen einen zuverlässigen Schutz vor umherfliegenden Spänen, abgebrochenen Werkzeugteilen oder heißen Ölen.

Ein sicherer Blick in den Arbeitsraum sollte Maschinenbedienern dennoch möglich sein. Um dies zu gewährleisten, setzt der Werkzeugmaschinenhersteller Pittler T & S auf Sicherheitsscheiben von Hema.

MARKUS BOLDAK

Der Autor Markus Boldak ist Leiter Vertrieb der Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH, Seligenstadt
 

Die Pittler T & S GmbH aus dem hessischen Dietzenbach entwickelt und fertigt bereits seit über 120 Jahren fortschrittliche Drehmaschinensysteme. Die 1889 gegründete Maschinenfabrik ist heute Teil der DVS Gruppe und gilt als Pionier in der Wälzschälbearbeitung. Dieses Verfahren, auf das Pittler T & S einen besonderen Fokus gesetzt hat, hatte sich der Firmengründer Wilhelm von Pittler bereits im Jahre 1910 beim Kaiserlichen Patentamt schützen lassen. Nachdem das Wälzschälen lange Zeit aufgrund der unzureichenden Dynamik der verfügbaren Maschinen und der hohen Ansprüche an die Schneidwerkzeuge in den Hintergrund geraten war, entwickelte Pittler T & S es zum führenden Verzahnungsverfahren bei der Bearbeitung von großformatigen Werkstücken.

 

Innovatives Produktionsverfahren senkt Aufwand und Kosten


Die Besonderheit bei Pittler ist die Integration des Wälzschälprozesses in den Rahmen der Komplettbearbeitung. Neben dem Verzahnen kann das Werkstück in gleicher Aufspannung auch gedreht, gefräst, entgratet oder gebohrt werden. Die Ergebnisse sind ein deutlich reduzierter Aufwand in Bezug auf das Investitionsvolumen, geringere Betriebskosten und Durchlaufzeiten sowie speziell beim Wälzschälprozess eine Taktzeitreduzierung von bis zu 60 Prozent gegenüber dem Verzahnungsstoßen. Außerdem zeigen hohe Verzahnungsqualitäten bis zu IT6 und Werkstücke ohne Vorschubmarkierungen oder Riefen, dass der Anwender bei der Integration des Wälzschälens in die Komplettbearbeitung keine Kompromisse eingehen muss.


Mit Hilfe des automatischen Werkzeugwechselsystems werden bei Schruppvorgängen Schälräder mit eingesetzten Wendeschneidplatten verwendet, um die Werkzeugkosten niedrig zu halten. Die Schneidgeometrie ist dabei entsprechend der Verzahnungsgeometrie (Modul und Zähnezahl) ausgelegt. Das Werkzeugmagazin wechselt das hochwertigere Schlichtwerkzeug erst zur eigentlichen Feinbearbeitung ein. Dieses besteht aus beschichtetem PM-Werkstoff und lässt sich nach dem Standzeitende entschichten, nachschleifen und wieder beschichten. Die Ausführung des Schälrades, die Anzahl der Schneiden, die Zahnform, die Eingriffsparameter sowie die jeweilige Einstellung der Schnittdaten und die Wahl des Achskreuzwinkels bilden dabei die technologischen Grundvoraussetzungen für das Wälzschälen mit Bearbeitungszentren der PV-Serie von Pittler.

 

Maschinenschutzscheiben von Hema für sicheren Blick in die Maschine


In den Bearbeitungszentren und -maschinen von Pittler kommen hochmoderne spanabhebende Verfahren zur Anwendung. Sie schützen den Bediener zuverlässig vor sich lösenden Werkstücken, abgebrochenen Werkzeugteilen, heißen Spänen sowie Ölen und Kühlmitteln. Der Blick in den Arbeitsraum sollte dennoch möglich sein. Nicht nur bei Pittler selbst, sondern bei der gesamten DVS Gruppe vertraut man hierfür seit 2010 auf die Maschinenschutzscheiben der nur wenige Kilometer vom Pittler-Firmenstandort ansässigen Hema Maschinen- und Apparateschutz GmbH. Deren Maschinenschutzscheiben sind für höchstes Rückhaltevermögen zweischichtig konstruiert. Sie bestehen aus einer Polycarbonat- (PC-) sowie einer Sicherheitsglasscheibe. So liegt der Durchdringungswiderstand der bei Pittler verwendeten 12 Millimeter starken PC-Scheiben bei einer Aufprallprüfung nach DIN EN 12415 mit einem 100 Gramm Projektil bei beachtlichen 1125 Nanometer.


Doch die PC-Scheiben haben auch einen theoretischen Nachteil: Durch UV-Licht und permanenten Kühlmittelkontakt verspröden die Scheiben und gehen in einen glasähnlichen Zustand mit entsprechend verringerter Duktilität über. Deshalb werden die PC-Scheiben bei den Maschinenschutzscheiben von Hema nicht nur abriebfest beschichtet, sondern auch arbeitsraumseitig mit einer Scheibe aus Sicherheitsglas kombiniert. Dank Kapselung und Versiegelung ist dieser Sicherheitsscheibenverbund gegen äußere Einflussfaktoren dauerhaft und wirksam geschützt.


Die Rückhaltefähigkeit der Sicherheitsscheiben hängt nicht nur von der Stärke des verwendeten PC-Materials ab. Auch die Blechkonstruktion, in die sie eingebaut werden, spielt eine entscheidende Rolle. Hierfür eignen sich am besten Klemm- und Klebeverbindungen sowie Rahmenlösungen. Um beim Aufprall von Teilen das Durchstoßen der Scheibe durch den Rahmen der Schutzeinrichtung zu verhindern, müssen die Verbindungen über eine ausreichende Überdeckung verfügen. Daher sind die Scheibenkanten der Hema-Maschinenschutzscheiben diffusionsdicht sowie kühlmittelresistent versiegelt und werden optional mit Aluminium- oder Edelstahlrahmen zur optimalen Montage geliefert. Im Falle von Pittler sind dies 510 x 940 x 25 Millimeter große Verbundscheiben mit VA-L-Rahmen.

 

Qualität und Beratung haben überzeugt


Hema setzt ausschließlich auf geprüfte Qualitätsscheiben aus Polycarbonat (PC) mit einer leistungsfähigen Oberflächenbeschichtung. Dies soll einen wirksamen Schutz gegen Chemikalien, Abrieb und Verkratzung sicherstellen. Die PC-Scheiben sind in allen marktgängigen Stärken lieferbar, wobei das Grundmaterial stets aus PC-Platten von 4 bis 15 Millimeter Stärke besteht. Diese werden auf der Maschineninnenraumseite zusätzlich mit Einscheiben- oder Verbundscheibensicherheitsglas geschützt. Je nach Kundenwunsch werden die Scheiben aus PC, Folie und Glas kombiniert. Üblicherweise kommen aber Verbundglasscheiben zum Einsatz, die im Fall der Beschädigung dank ihrer sehr geringen Zersplitterung ein geringes Verletzungsrisiko darstellen und weniger Reinigungs- und Standzeiten der Maschinenkabine aufweisen. Alle von Hema verwendeten Scheiben und Komponenten werden nach EN 23125 Beschussklassen A1 bis C3 im Beschussinstitut IWF Berlin auf ihr Rückhaltevermögen getestet.


Mit den Hema-Scheiben verbindet man bei Pittler durchweg positive Erfahrungen. „Wir setzen schon seit langem Schutzsysteme von Hema ein, wie beispielsweise Faltenbälge, Teleskopstahlabdeckungen, Abstreifer oder auch Visiport-Drehfenster“, erläutert Oliver Koch, Marketingreferent bei der DVS Gruppe. „Da wir bei HEMA nicht nur mit den Produkten, sondern auch mit dem Service und der Beratung sehr zufrieden sind, lag die Entscheidung für Hema nahe. Die Qualität der Scheiben hinsichtlich der Beschussklasse und dem Klar-Bleiben hat uns dann auch überzeugt.“

16_2_AA_hema_KAST.jpg

www.hema-group.com

16_2_AA_hema_SEI.jpg

Beitrag aus dima 2/2016:

16_2_dima_TS_188.jpg

 
Gerne können Sie dima 2/2016 mit diesem und weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de      

Kontaktformular

 

agt verlag thum gmbh
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

 

spacer
Online Werbung @ dima
spacer