Bild: Blohm Jung
Profile hochgenau, flexibel und wirtschaftlich schleifen

Warum der Werkzeug- und Formenbauer Lercher im österreichischen Klaus auf die Flach- und Profilschleifmaschine J600 der Blohm Jung GmbH setzt.

Nach Ansicht der Fachkräfte der österreichischen Lercher Werkzeugbau GmbH bestimmen im Werkzeug- und Formenbau weniger die kurzen Bearbeitungszeiten, sondern die Zuverlässigkeit und die Präzision das optimal geeignete Bearbeitungsverfahren.

 

Das im Jahr 1979 gegründete Unternehmen beschäftigt aktuell 108 Mitarbeiter. Auf über 8500 Quadratmeter Produktionsfläche produziert es zum einen Formen und Werkzeuge für den Spritzguss und die Stanzereitechnik, zum anderen Bauteile aus thermoplastischen Kunststoffen im Spritzgießverfahren. Darüber hinaus fertigt das Unternehmen im Lohnauftrag Ersatz- und Verschleißteile für Formen und Stanzwerkzeuge sowie komplexe, hochgenaue Bauteile für den allgemeinen Maschinenbau, die Medizintechnik und weitere Branchen. „Schleifen hat gegenüber dem Erodieren oder dem Hartfräsen für uns unschlagbare Vorteile. Es ist eine bewährte und ausgereifte Technologie. Zudem verfügen wir über weitreichendes Know-how, um selbst für schwierigste Bearbeitungssituationen die jeweils optimale Lösung zu wählen“, berichtet der Werkzeugschleifer Arno Wölbitsch in Klaus. Deshalb hat der Werkzeug- und Formenbauer Lercher immer wieder in Flach- und Profilschleifmaschinen überwiegend von Jung investiert.


„Diese Maschinen haben uns seit jeher mit ihrer hohen Stabilität, Genauigkeit und Zuverlässigkeit überzeugt. Aufgrund ihrer herausragenden Bearbeitungsqualität setzen wir nach wie vor beinahe täglich einige bereits seit knapp 30 Jahren bewährte Maschinen von Jung ein“, erläutert Dominik Lercher. Er führt zusammen mit seiner Schwester Sandra in dritter Generation die Geschäfte in Klaus.


Die Spezialisten in Österreich schleifen unter anderem Kerne, Stempel und Formeinsätze als Einzelstücke und in Kleinstserien mit vier bis über hundert exakt gleichen Bauteilen für Stanzwerkzeuge und Spritzgussformen. Die Werkstücke bestehen aus üblichen Werkzeug- und Warmarbeitsstählen mit Härte HRC 52 bis HRC58, aber auch aus pulvermetallurgischen, bis zu 64 HRC harten Werkstoffen. Häufig sind komplexe Profile mit mehreren konvexen und konkaven Konturen zu bearbeiten.

 

Abrichtkonzept sorgt für Genauigkeiten kleiner als 5 µm


Um bei solchen Fertigungsaufträgen wirtschaftlich, flexibel und produktiv zu arbeiten, hat Lercher jüngst in die Flach- und Profilschleifmaschine J600 investiert. Diese Maschine vereint die Vorteile bewährter manueller und die Merkmale einer hochwertigen CNC-Schleifmaschine. Sie ist exakt auf die Forderungen aus der Praxis abgestimmt. Und – der Hamburger Maschinenbauer hat in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Lercher als anspruchsvollem Pilotanwender die J600 in allen Details auf höchsten Nutzen für den Anwender optimiert. 


Auf dieser Maschine lassen sich hochgenaue Profile innerhalb kurzer Zeit und äußerst zuverlässig schleifen. Dafür sorgt unter anderem der integrierte Schwenkabrichter PA-T130 mit Diamant-Abrichtrad. Ein elektronisches Messsystem misst und korrigiert automatisch die Exzentrizität des Diamantrades. Das Profil auf der Schleifscheibe (bis zu 50 Millimeter breit und bis 30 Millimeter tief) wird im Zusammenwirken der Schwenkachse und den NC-Achsen der Profilschleifmaschine erzeugt. Dieses Abrichtkonzept sorgt für Genauigkeiten kleiner als 5 µm im Schleifscheibenprofil. Zudem erreicht das Diamant-Abrichtrad wesentlich längere Standzeiten als Abrichter mit Einzeldiamant. So können Schleifscheiben mehrmals in Folge abgerichtet und profiliert werden, ohne das Abrichtwerkzeug zu wechseln. Das kürzt die Durchlaufzeiten, erhöht die Flexibilität und die Genauigkeit, insbesondere beim wiederholgenauen Schleifen mehrerer gleicher Bauteile. Direkte Messsysteme mit 0,1 µm Auflösung in allen Achsen der Schleifmaschine gewährleisten hohe Genauigkeiten am geschliffenen Werkstück. In der X-Achse dämpfen hydrodynamische Gleitführungen mögliche Schwingungen.

 

Softwareoption Polygonschleifen


Zu besonders hoher Flexibilität trägt die Ausstattung mit zwei elektronischen Handrädern bei. Vor allem klassisch ausgebildete Werkzeugschleifer bevorzugen die manuelle Bedienung. Speziell beim Einrichten und erstmaligen Anfahren eines Werkstücks vertrauen sie eher einer Bedienung über Handräder als einem programmierten, automatischen Ablauf. Für besonderen Bedienkomfort und wirtschaftliches Schleifen bei minimalen Rüst- und Einrichtzeiten sorgt die spezielle Software „EasyMode“. Sie kombiniert die Funktion der elektronischen Handräder mit automatischen Zyklen. In diesem halbautomatischen Modus lassen sich Bauteile ohne Programmierkenntnisse hochgenau, flexibel und schnell schleifen. Zudem bietet die CNC-Steuerung ein CAD/CAM-Tool. Aus 2D-Profilkonturen generiert es automatisch die erforderlichen NC-Programme zum Profilieren der Schleifscheibe. Die Steuerung simuliert die Bearbeitung und prüft selbsttätig die Achsbewegungen auf Kollisionen. Somit können NC-Programme für das automatische Schleifen im CNC-Modus schnell erstellt werden. Durch die Softwareoption Polygonschleifen können in Verbindung mit einem zusätzlichen Teilapparat auch außen runde und unrunde Werkstücke geschliffen werden.


Vorteilhaft für teilweise manuelles Arbeiten ist die Anordnung der großen Schiebetüren. Sie ermöglichen einen guten Zugang zum Arbeitsraum. Somit lässt sich die Maschine gut rüsten und einrichten. Auch das trägt zu einer hohen Flexibilität für die Einzel- und Kleinstserienfertigung bei. Dominik Lercher ist vom Konzept der J600 überzeugt. Die Bearbeitungsergebnisse der Maschine erfüllen seine hochgesteckten Erwartungen.

www.lercher.at
www.blohmjung.com

 

Beitrag aus dima 5/2016:

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