Bild: Iscar
Effizienz und Präzision bei großen Bohrungen

Weidemann Hydraulik rationalisiert mit dem innovativen Wechselkopfbohrsystem „Cham IQ Drill“ von Iscar die Bohrbearbeitung von Steuerblöcken, Anschlussplatten und Cartridge-Ventilen.

 

„Vielfalt macht den Unterschied!“ – so lautet das Credo des mittelständischen Unternehmens Weidemann GmbH Hydraulik in Straubenhardt, das sich seit der Gründung im Jahr 1974 ausschließlich mit der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Komponenten für die Ölhydraulik befasst. Standen früher Proportionalventile im Vordergrund, so umfasst das Lieferprogramm heute Steuerblöcke, Anschlussplatten und Cartridge-Ventile. Diese kommen in verschiedensten Anwendungen im Werkzeug-, Gießereimaschinen- und Pressenbau, in der Fahrzeugtechnik und in Baumaschinen sowie im Berg- und Schiffbau zum Einsatz. Ob Präzisionssysteme für Prüfstände oder Hochleistungssysteme für Walzwerkausrüstungen, von Nenngröße 3 bis 63 ist in sämtlichen relevanten Materialien sowie für verschiedenste Medien nahezu alles möglich. Dafür sorgen zum einen die Kompetenz in der Fluidtechnik und zum anderen großes Know-how in der Fertigungstechnik. Diese wiederum basiert auf einem modernen Maschinenpark mit zum Teil selbst entwickelten Sondermaschinen und Werkzeugen. In der Praxis stellen 35 Fachkräfte, davon 24 in der mechanischen Fertigung und Komplettmontage, Steuerblöcke in Größen von wenigen Millimeter bis zu zwei Meter und einem maximalen Gewicht von 250 Kilogramm her – und zwar ab Stückzahl eins bis zur bedarfsgesteuerten Chargenfertigung nach JIT-Kriterien. Dabei werden Bohrtiefen von 70xD, in Sonderfällen bis 100xD, routinemäßig hergestellt. Obwohl Weidemann so gut wie nicht auf Lager fertigt, sind jederzeit über 1000 standardisierte Lösungen lieferbar. Dafür greift man bei bestimmten Komponenten auf einen begrenzten Vorrat zurück. Ansonsten werden die aktuell benötigten Bauteile im Einschichtbetrieb plus versetzter zweiter Schicht gefertigt. Der Anteil an Standardprodukten und Sonderlösungen splittet sich ungefähr hälftig auf, wobei sich der Umsatz auf circa 35 Prozent Ventile und 65 Prozent Steuerblöcke und Anschlussplatten verteilt. Demnach überwiegen Bohr- und Fräsbearbeitungen, die je nach Anforderungen auf konventionellen als auch auf CNC-gesteuerten Bohr-und Bohr-/Fräsmaschinen sowie Bearbeitungszentren durchgeführt werden.

 

Lagerfertigung? Fertigung aus dem (Material-)Lager!


„Die entscheidenden Faktoren für die rasche auftragsgesteuerte Fertigung lauten: schnelle und zielgerichtete Konstruktion und Programmierung, großer und sofort verfügbarer Vorrat eines breiten spezifischen Materialspektrums sowie leistungsfähige Werkzeugmaschinen und Sondermaschinen. Dazu kommen eine große Anzahl an Standard- und Spezialwerkzeugen und natürlich sehr gut qualifiziertes Fachpersonal. Die im Haus bevorrateten Werkstoffe sind vorrangig GG40 und Automatenstahl, weitgehend in Sonderabmessungen. Als passend gesägter oder gefräster Block kann auch ein speziell auf gute Zerspanung hin legierter Schmiedestahl, C40mod, kurzfristig bezogen werden. Nicht alltägliche Güten wie der hochfeste Guss GOPAG 500C werden daneben eingesetzt. Somit können wir zum Großteil aus dem Lager heraus produzieren und müssen nicht auf Werkstofflieferungen warten“, erklärt Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Eric Weidemann, Sohn des Gründers und Geschäftsführer der Weidemann GmbH Hydraulik, zu den vielfältigen Herausforderungen seines Metiers. Da die Steuerblöcke etc. hauptsächlich durch diverse Präzisionsbohrungen in vielen Durchmessern gekennzeichnet sind, kommt der Bohrbearbeitung ebenfalls eine tragende Rolle zu. In diesem Bereich zählt die die Iscar Germany GmbH aus Ettlingen seit vielen Jahren zu den bevorzugten Lieferanten. Zuständig für die Betreuung des Kunden Weidemann GmbH ist Florian Weiß, Technik und Verkauf bei WKZ Willi Kraus Zerspanungstechnik aus Königsbach-Stein, dem Iscar-Handelspartner dieser Region. „Die Fachleute bei der Firma Weidemann sind immer auf dem aktuellsten technischen Stand und fordern uns als Werkzeuglieferant bezüglich der Anforderungen und der speziellen Werkstoffe ein ums andere Mal heraus. Darüber hinaus sind sie aufgeschlossen für neue Werkzeuge, vor allen Dingen was umfangreiche Bohrbearbeitungen anbelangt. Im Bohrdurchmesser bis 10 Millimeter kommen Vollhartmetallbohrer von 10 bis 20 Millimeter dann wahlweise VHM-Bohrer oder Wechselkopfbohrer, und im Bereich ab 20 Millimeter ausschließlich Wechselkopfbohrsysteme zum Einsatz. Bei modularen Wechselkopfbohrwerkzeugen sind wir seitens Iscar bestens aufgestellt und konnten den Kunden Weidemann auch mit den neuen ‚Cham IQ Drill‘-Wechselkopfbohrern für große Bohrdurchmesser überzeugen.“

 

Wechselkopfbohrer für Bohrdurchmesser bis 39 Millimeter


Die Zerspanungs-Fachkräfte an den Maschinen haben gewissermaßen freie Hand bei der Auswahl der Werkzeuge, sind aber angehalten, sich auf einige Hersteller zu konzentrieren. Folglich orderte Daniel Lepnik, Technischer Leiter CNC-Fertigung bei Weidemann GmbH Hydraulik, einige Wechselkopfbohrer des neuen „Cham IQ Drill“-Systems und führte mit seinen Kollegen intensive Probebearbeitungen durch. „Das Ergebnis war absolut überzeugend und brachte uns sogar in mehrfacher Hinsicht nach vorne. Bei der vergleichenden Bohrbearbeitung von Steuerblöcken aus den Werkstoffen C40mod und GG40 mit ‚Cham IQ Drill‘-Bohrern von Iscar und Bohrwerkzeugen von Wettbewerbern konnten wir durch höhere Vorschübe und angepasste Schnittwerte die Bearbeitungszeit deutlich verkürzen. Zudem waren eine signifikante Steigerung der Standzeit, verbesserte Prozesssicherheit und schließlich die Einsparung eines Werkzeugs sowie der wegfallende Werkzeugwechsel zu verzeichnen. In der Konsequenz führte dies zum Wechsel auf ‚Cham IQ Drill‘-Wechselkopfbohrer in allen relevanten Durchmessern bis 39 Millimeter. Damit haben wir nun ein einheitliches Grundsystem und können je nach Durchmesserbereich eine ganze Anzahl an HSS-Bohrern einsparen, die wir früher zum Aufbohren benötigten“, lautet das Fazit von Daniel Lepnik. Bei Weidemann GmbH Hydraulik sind rund 6500 „lebende“ Werkstücke zu bearbeiten. Zum Großteil handelt es sich dabei um Steuerblöcke und Anschlussplatten mit – je nach Funktion und Größe – zwischen 8 und 300 Bohrungen. Daraus wird ersichtlich, wie groß das Produktivitäts- und Kostensparpotenzial ist, das sich aus dem durchgängigen Einsatz von Iscars modularen Wechselkopfbohrern vom Typ „Sumocham“ (Durchmesserbereich 6 bis 32,9 Millimeter, Bohrtiefe 1,5 bis 12xD) und vom Typ „Cham IQ Drill“ (Durchmesserbereich 33 bis 40 Millimeter, Bohrtiefe 3xD, 5xD und 10xD) ergibt.

 

Der Idealfall: Wirtschaftlichkeit erhöht, Kosten reduziert


Patrick Muller, Produktspezialist Bohren bei Iscar Germany, beschreibt die Vorteile des neuen Wechselkopfbohrsystems „Cham IQ Drill“: „Das modulare Konzept des Systems für den Durchmesserbereich 33 bis 40 Millimeter erlaubt die individuelle Zusammenstellung von Bohrwerkzeugen. Je nach Bohrbearbeitung wird aus nur zwei Grundkörpervarianten (Monoblockbohrkörper oder Grundkörper plus Werkzeug-Krone) das Werkzeug zusammengestellt und abschließend mit einem Bohrkopf bestückt. Auf jeder Werkzeug-Krone lassen sich wiederum bis zu zehn verschiedene Bohrkopfdurchmesser in Abstufungen von 0,1 Millimeter (zum Beispiel 36,0 bis 36,9 Millimeter) montieren. Dadurch sind ohne Ausbau des Werkzeugs schnelle Bohrkopfwechsel oder Durchmesseranpassungen möglich. Das neue Bohrkopf-Klemmsystem ist das erste seiner Art und stellt aufgrund der einfachen und sicheren Handhabung eine kleine Revolution dar. Die Klemmkraft wird ausschließlich im V-förmigen Hartmetallstift aufgebaut und sorgt im präzisen Zusammenspiel mit großen Anschlagflächen für mehr Stabilität und Prozesssicherheit. Das Werkzeug funktioniert hervorragend bei allen denkbaren Bohr-Bearbeitungen, also auch beim Anbohren auf schrägen Flächen und mit entsprechend unregelmäßigen Schnittkräften.“ Beim Kunden Weidemann Hydraulik ist man sich der zahlreichen Vorteile bewusst und nutzt die modularen Bohrwerkzeuge, wann immer es sinnvoll und möglich ist. Zumal durch die Standardisierung die Werkzeugbeschaffung und -lagerhaltung vereinfacht wurde, die hohen Standzeiten den Werkzeugverbrauch verringerten und die gestiegene Prozesssicherheit die Produktivität steigerte. In der Summe führen die Vorteile zu deutlich reduzierten Kosten und einer gesteigerten Wirtschaftlichkeit.

www.iscar.de  

 

Beitrag aus dima 5/2016:

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