Tox-Presse, bestehend aus Standard-Einzelkomponenten
Flexible Universalpressen

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13–D59

 

 

Mit ein und derselben 4-Säulen-Presse und verschiedenen Wechselwerkzeugen produziert Gerätebau Seibert sieben verschiedene Blechteile für Rebenbindegeräte.

EDGAR GRUNDLER, ALLENSBACH 

 

Die Seibert Gerätebau GmbH aus Barbelroth befasst sich mit der Entwicklung und Herstellung sowie dem Verkauf und Service von Rebenbindegeräten. Mit diesen werden im Frühjahr die Reben an den Spanndrähten der Rebstock-Pfahlreihen fixiert, und zwar so, dass sie fortan mehr oder weniger ungehindert seitwärts austreiben bzw. wachsen können. Dass die Pflege der Rebstöcke mit den Vorgängen Schneiden, Ausbrechen, Binden eine aufwändige Arbeit darstellt, ist schon allein daran zu erkennen, dass ein Hektar Rebland rund 4 500 Rebstöcke aufweist, wobei jeder Rebstock zwei Reben trägt. Folgerichtig sind pro Hektar Rebland 9 000 und mehr Bindungen erforderlich, und dafür braucht selbst ein geübter Winzermitarbeiter rund drei Tage. Wurden die Reben früher traditionell von Hand und mittels Strohbändern aufgebunden, so setzt man dazu heute die besagten Rebenbindegeräte ein, die zum Bindevorgang Kunststoffband und Heftklammerung nutzen. Das funktioniert im Normalfall recht gut, hat jedoch auch Nachteile, die sich besonders beim Rebenschnitt und beim Entfernen des Altholzes mit den Kunststoffschlingen negativ bemerkbar machen. Um den Weinbau-Mitarbeiter/Innen die Arbeit zu erleichtern und gleichzeitig durch mehr Effizienz Zeit zu sparen, hat Seibert Gerätebau GmbH nun das Rebenbindegerät „Beli“ entwickelt. Dieses erleichtert zum einen die Arbeit und reduziert die Bindezeit pro Hektar auf 14 bis 16 Stunden. Zum anderen nutzt es umweltfreundliches sowie kostengünstiges Bindematerial (leicht verzinkter Spezialdraht), das sich inklusive Altholz einfach entfernen lässt und rückstandslos nach ca. einem Jahr im Boden verrottet. Das praxisgerechte sowie konsequent ergonomisch designte Rebenbindegerät „Beli“ funktioniert derart gut, dass es bei mehreren Verfahrensvergleichen in Weinbauschulen ganz hervorragende Ergebnisse erzielte und in der Branche weltweit zu einem gefragten Produkt avancierte.

 

Basis-Equipment für eine teile- und stückzahlflexible Fertigung gesucht


Die steigende Nachfrage stellte Seibert Gerätebau GmbH vor das Problem, entsprechende Produktions-Kapazitäten schaffen oder die Produktion extern organisieren zu müssen. Das jedoch entsprach nicht dem Qualitäts-Bewusstsein und der Wertschöpfungs- Strategie des Hauses Seibert, weshalb die Verantwortlichen den Aufbau einer produktions- und stückzahlflexiblen Fertigung favorisierten. Fehlte nur noch das geeignete Equipment, um die aus verschiedenen Aluminium-Komponenten (tragende Teile) und vergüteten Stahlblech-Bauteilen (Verschleißteile) bestehenden Beli-Rebenbindegeräte rationell und wirtschaftlich und in hoher Qualität herstellen zu können. Dies betraf insbesondere die zu stanzenden und zu biegenden bzw. umzuformenden Stahlblech-Bauteile, weshalb sich Seibert Gerätebau nach verschiedenen Pressensystemen, die nach Bedarf mit den entsprechenden bauteilspezifischen Werkzeugen bestückt werden können, umschaute. In diesem Zusammenhang kam man mit dem Gebietsverkaufsleiter Marco Unger von der Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG aus Weingarten in Kontakt.

Das süddeutsche Technologie-Unternehmen vereint in den Geschäftsbereichen Antriebstechnik, Pressensysteme, Clinchtechnologien und Systemlösungen die umfassende Kompetenz zur Blechteilefertigung und Bauteilmontage und greift dabei auf eine große Anzahl und Vielfalt an standardisierten Produkten zurück. Auch bei den Verbindungsspezialisten aus Weingarten steht die Qualität der Produkte und die Kundenzufriedenheit im Vordergrund, so dass man sich bald einig war. Nach Bedarfsanalyse und intensiver Beratung machte Marco Unger den Vorschlag, eine universell einsetzbare 4-Säulen-Presse der Baureihe MA in Standardausführung zu verwenden und mit einem energiesparenden pneumohydraulischen Tox-Kraftpaket-Antriebszylinder auszurüsten. Bei der Baureihe MA handelt es sich um Pressensysteme mit optimaler Belastungsverteilung über die gesamte Aufspannfläche. Die 4-Säulen- Bauweise und die massive Stößelplatten-Konstruktion gewährleisten eine minimale symmetrische Aufbiegung, und der großzügige Werkzeug-Einbauraum sowie der wählbare Hub erlauben die universelle Nutzung für unterschiedlichste Bearbeitungsaufgaben mit entsprechend verschiedenen Werkzeugen.

 

Nach Bedarf schnelles Rüsten und Umrüsten


Seibert Gerätebau orderte schließlich eine Tox-4-Säulen-Presse MA 015 in Standardausführung für eine maximale Belastbarkeit/Presskraft von 150 kN mit einer Grundplatte in den Maßen 396 x 396 mm bzw. einem Werkzeug-Einbauraum zwischen den Säulen in den Maßen 255 x 255 mm. Die Grundplatte wurde zur Aufnahme der Werkzeuge mit T-Nuten und zur Abführung der Stanzabfälle mit einer Zentrumsbohrung mit Durchmesser 60 mm versehen. Als Pressenantrieb ist ein pneumohydraulischer Antriebszylinder vom Typ Tox-Kraftpaket K 015 installiert, der bei einem Gesamthub von 50 mm einen Krafthub von 10 mm aufweist. Bei 6 bar Luftdruck entwickelt der Antriebszylinder eine Presskraft von 130 kN. Zur Schonung von Maschine und Werkzeug ist das „Kraftpaket“ mit einem Festanschlag und UT-Dämpfung (Unterer Totpunkt) versehen. Die Presse mit Antrieb ist auf einem Untergestell montiert, das auch den Schaltschrank mit der Pneumatik- und Elektrik-Versorgung sowie die 2-Hand-Steuerung vom Typ STE trägt. Das Pressensystem wurde bei Tox Pressotechnik komplett montiert und betriebsbereit ausgerüstet, so dass der Kunde Seibert Gerätebau GmbH dieses – nach dem Aufbau des benötigten Werkzeugsystems – sofort nutzen konnte. Mittlerweile sind sieben verschiedene Stanz-/Biege-/ Umform-Werkzeugsysteme vorhanden und kommen bedarfsflexibel zum Einsatz. Damit ist Seibert Gerätebau GmbH einerseits schnell lieferfähig, und andererseits erübrigt sich die Fertigung der Bauteile auf Lager, wodurch sich weitere Kostenvorteile ergeben.

www.tox-de.com

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Beitrag aus dima 5/2014:

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