Foto: Reven
Bewährte Nebelkiller

Bei der Metallzerspanung setzen Kühl- und Schmierstoffe, kurz KSS, Öl- und Emulsionsnebel frei.

Sie nicht herauszufiltern würde bedeuten, dass binnen kurzer Zeit die Fertigungshalle eingenebelt ist und sich eine Fettschicht auf Maschinen und Einrichtungen niederschlägt. Wichtiger noch ist der gesundheitliche Aspekt.

PETER GÖHRINGER, SERSHEIM

 

Moderne Abscheider werden direkt auf den gekapselten Werkzeugmaschinen aufgesetzt. Sie haben mehrere hintereinander geschaltete Abscheidestufen und entfernen in der Regel über 98 Prozent der entstehenden Aerosole, Dämpfe, Feinstäube und Rauch. Die einzelnen Stufen werden auf die jeweilige Maschine abgestimmt. Ändert sich die KSS-Strategie, wird beispielsweise die Schmierung von Öl auf Emulsion umgestellt, wird der Luftreiniger mit anderen Abscheideelementen bestückt.  Bewährt haben sich diese Kombi-Lösungen bei Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen, Bearbeitungszentren, Erodiermaschinen, Polier- und Bürstmaschinen.

 

Selbstreinigende Cyclone-Abscheider


Wie der Hersteller Rentschler Reven aus Sersheim/Württemberg mitteilt, werden bei dieser Technik zunehmend mechanische Abscheideelemente nach dem X-Cyclone-Prinzip eingesetzt. Also keine herkömmlichen Filtermedien. Der Unterschied: Abscheider speichern nicht das Öl, sondern schleudern es durch die schnelle Luftumlenkung aus. Sie reinigen sich praktisch von selbst; der Filterwechsel und die Entsorgung entfallen. Einmal im Jahr werden die zerlegbaren Abscheider einer Generalreinigung unterzogen.  


Ein Beispiel für ein dreistufiges Abscheidesystem: Die erste Stufe fängt nach dem X-Cyclone-Prinzip Festpartikel und Öltröpfchen in der Größenordnung 1 Mikrometer und darüber ab. Der nachgeschaltete Agglomerator - ein mehrlagiges Metallgestrick aus Edelstahl - erfasst Feinstpartikel unter 1 Mikrometer. Seine Oberflächen werden von einem Teil des zuvor abgeschiedenen Öles benetzt. Das bewirkt, dass die feinen KSS-Aerosole agglomerieren, das heißt, durch Adhäsion und Kohäsion größere Partikel bilden. Diese werden durch die dritte Stufe, wiederum ein X-Cyclone-Abscheider, zuverlässig entfernt.


Je nach Anforderungen des Kunden werden so bis zu 5 Abscheidestufen hintereinandergeschaltet, mithin unter Verwendung eines Schwebstofffilters als Endstufe. Bei hohen Schmieröldrücken und bei Rauchentwicklung wird oft noch ein Elektrostat nachgeschaltet. Diese Kombination bietet sich beispielsweise für kleinere Schleifmaschinen an, die mit reinem Öl schmieren und kühlen.


Bei einem wässrigen KSS rät Reven indes von der Verwendung eines Elektrostaten ab, weil dann die Gefahr eines Kurzschlusses besteht. Ohnehin arbeitet ein elektronischer Abscheider umso ineffizienter, je höher der Wasseranteil im Kühlschmierstoff ist. Weil nur die Öltröpfchen elektrostatisch aufladbar sind, nicht dagegen die Wasserbestandteile.


Die hohe Abscheideleistung der mehrstufigen Systeme erlaubt in der Regel die Rückführung der gereinigten Luft in die Werkhalle. Bei einer Partikelgröße von 1 Mikrometer beträgt der Abscheidegrad moderner Systeme oft 100 Prozent, bei 0,5 Mikrometer immer noch 95 Prozent. Für den Kunden ist es in der Angebotsphase wichtig, die Fraktionsabscheidegrade zu erfahren. Seriöse Anbieter schlüsseln die Abscheidegrade ihrer Produkte beziehungsweise Systemkombinationen über dem gesamten Partikelspektrum auf. Die Angabe eines gravimetrischen Gesamtwirkungsgrades ist indes fragwürdig, weil sie die konkurrierenden Systeme nicht vergleichbar macht und zu Fehlinterpretationen führt.

 

Brandlasten vermeiden


Alternativ zu der dezentralen Absaugung an den einzelnen Maschinen kommt die Gruppenabsaugung mit einem leistungsstarken Luftreiniger im Sammel-Abluftkanal infrage. Der zentrale Luftreiniger ist also über ein Kanalnetz mit mehreren Maschinen verbunden. Laut Reven hat die Gruppenabsaugung aber einen gravierenden Nachteil: Die langen waagerechten Abluftkanäle können im Laufe der Zeit verölen und so die Brandlast erhöhen. Im Brandfall wirken die Luftkanäle dann wie eine Zündschnur. Hohe Abscheidegrade sind also bei der zentralen Abscheidung alleine aus Gründen des baulichen Brandschutzes geboten. Feuerschutzklappen verringern zwar die Brandgefahr; es gibt aber eine Alternative, die wirkungsvoller ist – nämlich die Vorabscheidung der Emissionen an den einzelnen Maschinen.


Die Vorabscheidung, beispielsweise mit kompakten X-Cyclone-Abscheidern, hält das Luftkanalnetz weitgehend ölfrei. Sie ist aber nur sinnvoll, wenn die Abscheider flammendurchschlagssicher sind. Diese Eigenschaft wird durch ein entsprechendes DIN-Prüfzeichen nachgewiesen. Es garantiert dem Betreiber, dass bei einem Schmierölbrand oder einer Verpuffung das Feuer nicht in den Luftkanal überschlägt.

www.reven.de/nebeltod

www.reven.de

 

Beitrag aus dima 1/2016:

16_dima_TS_188.jpg

 
Gerne können Sie dima 1/2016 mit diesem und weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de      

Kontaktformular

 

AGT Verlag Thum GmbH
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

 

spacer
Online Werbung @ dima
spacer