Über Sinn und Wandel

„Mit neuen Herausforderungen umgehen.“ Ich glaube, kaum ein Manager aus den oberen Führungsetagen oder aus den Niederungen des täglichen Fertigungsbetriebes wurde damit nicht schon konfrontiert, hat diesen Spruch nicht selbst schon gebraucht. Mitunter sind es aber die Präpositionen, die einer Sache einen ganz anderen Inhalt geben. Beispiel: Lassen wir einmal das „mit“ vor den Herausforderungen weg, so sind wir schnell bei „Neue Herausforderungen umgehen“.

Wörtlich gesehen sind wir damit an dem Punkt, es beim Alten, Liebgewordenen zu belassen. Sicher, es bringt uns nicht unbedingt voran, aber es ist eine bequeme Variante, sich mit den unumgänglichen Tatsachen des Lebens, des beruflichen Alltages oder des unternehmerischen Handelns zu solidarisieren.


Irgendwann kommt jedoch der Moment, eine Antwort auf die Frage zu geben: Machen wir weiter so oder so? Nun, ich habe dies getan. Ich werde mich „neuen“ Herausforderungen stellen, mal wieder etwas anderes probieren, um meine Fähigkeiten auf meine eigene Art auszuloten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, ich habe mit dem Herausgeber-Verlag „agt agile technik verlag gmbh“ vereinbart, die Chefredaktion der dima abzugeben und in andere Hände zu legen.


Das was Sie, liebe Leserinnen und Leser, jetzt also lesen, ist das letzte Editorial aus meiner Feder, zumindest für und in der dima. Rückblickend kann ich resümieren: Für mich waren die vergangenen neun Jahre als Chefredakteur eine intensiv gelebte Zeit, sich mit den tiefgreifenden Veränderungen, die sich nach den Krisenjahren 2009/2010 vollzogen haben, auseinanderzusetzen und zu beschreiben. Zum Wandel gehört zum Beispiel, dass es heute einige alte, traditionsreiche Werkzeugmaschinenbauer und Werkzeughersteller nur noch dem Namen nach gibt. Aber immerhin, sie werden als Markenbotschafter deutscher Maschinenbaukunst in einer globalen Wettbewerbs- und Finanzwelt angesehen und geschätzt. Und das ist doch etwas. Auf der anderen Seite: AM-Technologien, vor Jahren noch belächelt und als Spielerei von Start-up-Unternehmen abgetan, bieten zum Beispiel Präzisionswerkzeugherstellern heute immer neue Chancen, für Kunden bis dato nicht vorstellbare Werkzeugkreationen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Sie pushen die Branche regelrecht, fertigungstechnisch und kreativ. Und nicht zu vergessen die Zauberformel „Industrie 4.0“; sie ist allgegenwärtig, krallt sich mittlerweile in die gesamte Prozesskette einer ergebnisorientierten Produktion, haucht der Gedankenwelt von einer durchgängig digitalen Fabrik immer wieder neues Leben ein – kein Science Fiction-Film, sondern eine reale Welt.


In diesem Sinne verabschiede ich mich. Ich wünsche Ihnen Erfolg im Endspurt um die besten Monats- oder Quartalszahlen, bei der Suche nach neuen Wegen zur Optimierung der Fertigung und nicht zuletzt ein gutes Händchen bei der Bewältigung des Wandels. Ich wandle künftig auf noch nicht ausgeschilderten Wegen.


Gerd Fahry
Chefredakteur

 

  

 

Über Ihre Meinungen und Anregungen freue ich mich: 

Gerd Fahry

Tel.: 0170 / 3 41 19 61 

fahry@agt-verlag.de

 

  

Editorial dima 6.2017 

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