Wo Licht ist, ist auch Schatten  

 

Ich gebe zu, ich bin ein Fan des nordischen Wintersports und stolz. Stolz, dass Deutschland wieder einmal einen Überflieger hat. Severin Freund flog allen davon und holte sich nach einem düsteren, verkorksten Saisonbeginn mit einer desolaten Vier-Schanzen-Tournee doch noch die große Glaskugel im Skispringen. Im Rampenlicht der Öffentlichkeit genoss er seinen knappen Sieg, wer hätte dies zu Beginn des Winters 2014 gedacht.


Um Licht und Schatten geht es unter anderem auch vom 5. bis 8. Mai auf der Landesmesse in Stuttgart. Die 29. Auflage der Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – offeriert wieder ein sehr breites Spektrum an Lösungsmöglichkeiten zur Sicherung der gestiegenen Qualitätsansprüche. Und diese sind in der globalen Weltwirtschaft nicht nur ein deutscher Maßstab. Allein 28 Prozent der über 900 Aussteller repräsentieren den Bereich der Bildverarbeitung und Visionssysteme und unterstreichen, wie wichtig diese Technologien für intelligente und effiziente Fertigungsverfahren sind. Sie nutzen letztendlich Licht und Schatten, um Prüfvorgänge zu beschleunigen oder überhaupt erst zu ermöglichen.


Aber, wir alle wissen: Qualitätsarbeit dient nicht dem Selbstzweck. Sie ist ein Instrument, sich im Wettbewerb abzuheben, national wie international. Das gilt insbesondere für eine Exportnation wie Deutschland, denn Licht und Schatten der Märkte schlagen sich in diesem Segment besonders schnell nieder. Nach einer jüngst vorgestellten Studie von Euler Hermes trat der Welthandel in den letzten Jahren weitestgehend auf der Stelle durch eine ungünstige Kombination aus lediglich geringem Handelswachstum und gleichzeitigem Preisdruck sowie Überkapazitäten. 2015 zeigen sich nach Ansicht des Kreditversicherers nur leichte Anzeichen der Besserung. Er rechnet mit einem weltweiten Wachstum von +1,8 Prozent. Für 2016 sind dessen Ökonomen etwas optimistischer und erwarten einen Zuwachs beim Welthandel um +4,5 Prozent – nur ein Bruchteil der rund +12 Prozent Wachstum pro Jahr zwischen 2001-2008. „Zum einen haben Sparprogramme dazu geführt, dass öffentliche Ausgaben zurückgegangen sind – historisch eine wichtige Säule des Wachstums“, sagte Wilfried Verstraete, Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Gruppe. „Zweitens sind die weltweiten Export- und Importvolumina zurückgegangen. Durch ihre gegenseitige Abhängigkeit sind die Folgen insbesondere für die Zulieferketten massiv, was den Welthandel und sein Wachstum weiter schwächt. Drittens kann man die Hauptzutaten für florierenden Handel – Privatkonsum und private Investitionen – höchstens zurückhaltend nennen, um es positiv auszudrücken.“


Bleibt die Frage nach dem Licht am Ende des Tunnels. Sagen wir so: Optimistisch sind die Experten von Euler Hermes in der Bewertung der Exportvolumina solcher Branchen wie die Chemieindustrie, hier rechnet man mit einem Plus von 270 Mrd. USD in den kommenden zwei Jahren, die Elektroniksparte (+233 Mrd. USD) und der Maschinenbau (+227 Mrd. USD). Die Schattenseite: Bei den Branchen werde der Energiesektor klarer Verlierer sein und allein in diesem Jahr mit einem Rückgang beim weltweiten Exportvolumen um 400 Milliarden US-Dollar rechnen müssen.

 

Ihr
Gerd Fahry
Chefredakteur

 

 

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Gerd Fahry
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