Spannende Zeiten voraus

Die Zeiten sind schwierig, es kriselt überall, mal mehr, mal weniger. Und auch Freunde sind keine Freunde mehr – zumindest keine richtigen. Nicht nur deutsche Politiken werden angezapft, auch deutsche Unternehmen und deutsches Know-how stehen im Visier amerikanischer Überwachungsdienste. Das Fatale dabei, in unserer Selbstgefälligkeit liefern wir die gewünschten Daten gleich selbst - wozu hat man Behörden wie den BND. Ist das die offene Gesellschaft, wie sie von den Berliner Politetagen propagiert wird?


Oder nehmen wir die zunehmenden Nationalisierungstendenzen in den Ländern des Euroraumes: Old England erwägt ein Referendum zum Austritt aus der Euro-Zone, Griechenland probt den Auf- beziehungsweise Ausstand durch ein permanentes Hochhalten der Staatsinsolvenz, Polens neuer Premier Andrzej Duda steht für nationalkonservative Werte, will seinem Land ein neues Selbstbewusstsein geben und auch in den europäischen Südstaaten brodelt es nach wie vor. Nicht zu vergessen, das eisige Verhältnis, das Länder der Europäischen Union als Reaktion auf den Zerfall der Ukraine derzeit mit Russland pflegen.


Sicher, das normale Leben geht oft seine eigenen Wege, orientiert sich nicht an den strategischen und taktischen Spielereien in Länderparlamenten sowie Parteienzentralen. Geschäft ist Geschäft, davon leben alle, ob liberal oder konservativ orientierte Gesellschaften. Geschäfte jedenfalls sind gute Grundlagen, um miteinander zu reden und sich offen zu zeigen, so wie es die gut 100 deutschen Aussteller des VDW Gemeinschaftsstandes auf der wichtigsten Werkzeugmaschinenmesse Russlands, der Metalloobrabotka 2015, Ende Mai getan haben, obwohl das Bundeswirtschaftsministerium zuvor die geplante amtliche Gemeinschaftsbeteiligung „aus politischen Gründen“ abgesagt hatte. „Russland ist für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ein sehr wichtiger Markt mit großem Potenzial, obwohl die Aufträge zuletzt massiv eingebrochen sind“, begründet Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, die Verbandsinitiative. „Deshalb ist ein gemeinschaftlicher Messeauftritt auf der mit Abstand wichtigsten Fachmesse Russlands in der aktuell schwierigen Zeit ein starkes Signal. Damit demonstrieren wir unsere verlässliche Partnerschaft und positionieren uns gegen aufkommenden asiatischen Wettbewerb“, so Schäfer weiter. Immerhin führt Russland 90 Prozent seines Bedarfs an Produktionstechnik ein. Mehr als jede fünfte importierte Maschine stammt aus Deutschland. Als größter Lieferant von Werkzeugmaschinen für die russische Industrie hat Deutschland im vergangenen Jahr Maschinen für fast 500 Mio. Euro geliefert. Man darf gespannt sein, wie sich die Zukunft dieser Handelsbeziehung gestaltet. Im vergangenen Jahr seien die Bestellungen aus Russland um mehr als die Hälfte eingebrochen, die Ausfuhren um 6 Prozent gesunken, so der VDW.


Dem Thema „Spannende Zeiten“ begegnet der Leser in dieser Ausgabe an noch sehr vielen Stellen. So kommt beispielsweise in unserem Special dazu Hannes Fuchshofer zu Wort, der in seinem Unternehmen 270 Nullpunkt-Spannsysteme von Erowa einsetzt und damit seine Einrichtzeiten um 20 Prozent optimieren konnte.

  

Ihr
Gerd Fahry
Chefredakteur

 

 

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Gerd Fahry
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Editorial dima 3.2015 

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