Die unheilvolle Manipulation

Editorial dima 5.2015

Ich gebe zu, ich bin ein bekennender Verfechter der Dieseltechnologie – zumindest beim Autofahren. Seit über 10 Jahren verlasse ich mich als notgedrungener Vielfahrer in meinen diversen Fahrzeugen von Skoda oder Seat aus dem VW Konzern auf diese Motortechnik. Die Zwei Liter Maschinen bringen gute Beschleunigungsmonente auf die Straße, das für meine Verhältnisse ideal abgestimmte Motor-Antriebsstrangkonzept ließen mich in dieser Zeit nicht auf der LKW-Spur versauern.

 

Und auch der Kraftstoffverbrauch hat sich ausgezahlt, wenn auch nicht ganz so, wie es die Daten im Verkaufsprospekt suggerieren. Alles in allem, ich bin bisher gut gefahren auf den letzten 400000 km. Meinte ich jedenfalls bis Ende September. Nach dem Bekanntwerden von Manipulationsvorwürfen in Sachen Schadstoffausstoß durch US-Institutionen hat nicht nur das eh nicht so gute Image von VW in den USA gelitten. Auch ich bin enttäuscht, habe ich mir doch beim Beschaffen der entsprechenden Fahrzeuge Gedanken zur Umweltfreundlichkeit gemacht und nicht nur wegen der heute unverzichtbaren grünen Plakette. Die nun zu erwartenden Strafzahlungen gehen in die Milliarden, werden eventuell die steuerzahlenden Einwohner des Landes Niedersachsen, immerhin ist dieses Bundesland Großaktionär des Konzerns, tangieren – falls das Geld in der Konzerntasche nicht reichen sollte. Der immaterielle Schaden ist jedoch viel größer, betrifft den Qualitätswert „Made in Gemany“ in all seinen Facetten und damit uns alle. Diese Sorge teilt nicht zuletzt auch der VDMA in einer Stellungnahme vom 23. September 2015. Darin betont dessen Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: „Rund eine Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland geben allein im deutschen Maschinenbau jeden Tag ihr Bestes, um den verdienten guten Ruf der Industrie zu verteidigen. Es gibt keinen Grund, sie jetzt unter Generalverdacht zu stellen. Das schadet nur dem gesamten Standort Deutschland erheblich.“


Nur zur Erinnerung: Gerade die deutsche Ingenieurskunst und unser Erfinderreichtum brillierte in den letzten Jahren mit intelligenten Software-Entwicklungen zur Optimierung von Fertigungsprozessen, zur Verkürzung von Fertigungs- und Entwicklungszeiten, beim Aufbau intelligenter Maschinenkonzepte. Diese sind weltweit gefragt und werden gern als Maßstab für zukunftsweisende Lösungen genommen. Ob aber die Entwicklung der Manipulationssoftware im Hause VW im Konsens zu den Herausforderungen von Industrie 4.0 oder der Notwendigkeit der Energieverbrauchsoptimierung im Sinne von Blue Competenz steht, wage ich zu bezweifeln.


Dass die Manipulationen zum Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen bei VW oder anderen Automobilherstellern jetzt zu einem gesetzlichen Verbot von Verbrennern auf unseren Straßen führen wird, glaube ich nicht. Ein Boom auf Elektroautos ist aus meiner Sicht ebenfalls noch nicht zu erwarten. Es sei denn, neue Softwarekomponenten machen diese noch effizienter und damit erschwinglicher.


Ihr
Gerd Fahry
Chefredakteur

 

 

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Gerd Fahry
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Editorial dima 5.2015 

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