Für einen Hauch von Ewigkeit

Unstrittig ist, die Rolle des Medizinmannes hat sich über die Jahrhunderte gewandelt. Wo einst Beschwörungen, Handauflegen und das Ausnutzen der naturellen Gegebenheiten die Heilung beziehungsweise Behandlung von Stammesmitgliedern wesentlich bestimmte, tritt heute das Vermessen, Analysieren und Digitalisieren von Organen, Extremitäten sowie Körperflüssigkeiten. Der Mensch in seiner Eigenschaft als Patient generiert sich heute mehr und mehr zum 4.0-Gegenstand mit dem Ziel, dem Traum vom ewigen Leben näher zu kommen.

Und wir nähern uns diesem Punkt Schritt für Schritt. Spiegel Online berichtete unter anderem im März unter Bezugnahme auf das Statistische Bundesamt, dass Babys, die jetzt zur Welt kommen, in Deutschland ein langes Leben vor sich haben. Für neugeborene Jungen betrage die Lebenserwartung inzwischen 78 Jahre und zwei Monate, für Mädchen sogar 83 Jahre und einen Monat. In den vergangenen zehn Jahren hätte sich die Lebenserwartung Neugeborener den Statistikern zufolge damit deutlich erhöht: Bei Jungen stieg sie um zwei Jahre und drei Monate, bei Mädchen um ein Jahr und sechs Monate. Für Deutschland seien dies Rekordwerte. Und im Ranking der Bundesländer schneidet mal wieder das „Musterländle“ Baden-Württemberg am besten ab. Sicher sind verbesserte Lebensumstände eine tragende Säule dieser Entwicklung. Aber auch die technisch-technologische Entwicklung, die Digitalisierung und Industrialisierung der Medizin hat einen nicht unwesentlichen Einfluss.


Nehmen wir zum Beispiel den Computertomographen, landläufig auch als „Röhre“ bezeichnet. Diese Diagnose- und Behandlungsgeräte werden zunehmend nach den gleichen Maßstäben betrieben, wie sie bei Werkzeugmaschinen zur Anwendung kommen: Eine möglichst hohe Auslastung und Verfügbarkeit sollen die Wirtschaftlichkeit maximieren.


Auch das Herstellen „menschlicher“ Ersatzteile wie Prothesen, Hüftgelenke, Knochenschrauben, Zahnersatz etc. boomt und gewinnt aus zerspanungstechnischer Sicht eine größere Bedeutung. Neue hochfeste und vor allem körperverträglichere Materialien, der Fachmann spricht hier von biokompatiblen Werkstoffen, verlangen veränderte Bearbeitungsstrategien und neue Werkzeugentwicklungen beziehungsweise -konzepte.


Einige Lösungen beschreiben wir im Beitrag „Werkzeuge und Strategien für die Gesundheit“ ab Seite 27.


Welche Chancen die Medizintechnik für die Fertigungsindustrie bietet, lässt sich auch daran festmachen, dass, so die Internetplattform www.operation-endoprothetik.de, allein in Deutschland jährlich etwa 210000 Hüftprothesen und 165000 Knieprothesen implantiert werden. Die Anzahl der jährlich implantierten künstlichen Schultergelenke belaufe sich auf mittlerweile 25000.


Und dennoch, bei all der ärztlichen Routine und den technischen Möglichkeiten. Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen langen Bestand ihrer „Originalteile“, eine unfallfreie Winterdurchquerung und ein Wiederlesen im Frühjahr 2017.

 

 

Gerd Fahry
Chefredakteur

 

  

 

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Gerd Fahry

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Editorial dima 6.2016 

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