Aussichten: teils optimistisch, teils verhalten

Wie die Zeit vergeht. Kaum haben wir die Schwelle zu 2017 überschritten, zieht uns dieses Jahr voll in den Bann. Der neue US-Präsident lässt nicht nur Gutes erwarten, der Brexit ist nach wie vor ein unkalkulierbares Überraschungs-Ei, die Europäische Union muss sich neu erfinden, die Baustelle Griechenland entwickelt sich wie das Berliner Flughafendesaster und Deutschland wählt im Herbst – einen neuen Weg, dies bleibt abzuwarten.

 

Vielleicht setzen sich die Agenda 2010-Optimierer durch oder unsere jetzige Kanzlerin kann sich mit ihrer „Weiter so“-Strategie behaupten. Immerhin hat uns ihr Weg der kleinen Schritte auch nach vorn gebracht. Ähnlich wie beim Biathlon muss ja nicht der läuferisch Schnellste der erste im Ziel sein.


Traditionell jedenfalls werden in den ersten Monaten eines Jahres Bilanzen vorgelegt. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie und der Fachverband der Präzisionswerkzeughersteller im VDMA zeichnen darin ein stabiles und solides Bild für die Branche. Nach vorläufigen Ergebnissen hat die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie 2016 ein Produktionsvolumen von 15,2 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einer Steigerung von rund einem Prozent und der Prognose vor rund einem Jahr. Dies bedeutet am Ende, dass es den Unternehmen gelungen ist, sich in einem überaus schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld sehr erfolgreich zu behaupten. Im Statement von Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) war aber auch zu hören, dass die klassischen Konjunkturzyklen an Relevanz verlieren. „Über viele Jahre war die Entwicklung der Werkzeugmaschinenindustrie durch Zyklen geprägt. Starken Aufschwüngen folgten auch immer wieder extreme Abschwünge. Seit vier Jahren ist diese bis dato charakteristische Bewegung praktisch außer Kraft gesetzt. Stattdessen ist eine weitgehende Glättung der Wachstumsentwicklung erkennbar. Die Branche klettert in kleinen Schritten von einem Produktionsrekord zum nächsten“, so seine Worte. Eine ähnlich stabile Lage sieht auch Lothar Horn, Vorsitzender VDMA Präzisionswerkzeuge und Vorsitzender der Fachabteilung Wendeschneidplatten. Seine Kernaussagen auf der Bilanzpressekonferenz dieses Bereiches lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Gesamtproduktion ist 2016 wie im Vorjahr um 3 Prozent auf nunmehr 9,9 Milliarden Euro gewachsen, woran die drei Teilbranchen allerdings einen unterschiedlich großen Anteil hatten. Weiterhin stehen wir, so seine Einschätzung, aufgrund vieler Wahlen und politischer Entwicklungen in wichtigen Märkten vor einem herausfordernden Jahr, das auch viele Chancen biete. Er rechnet für die Präzisionswerkzeug-Industrie mit einem Produktionszuwachs von abermals rund 3 Prozent und würde damit die rekordträchtige Größe von 10 Milliarden Euro durchbrechen. Wir lieben doch Rekorde, denke ich.


Dass dieses Szenario durchaus realistische Züge annehmen kann, dafür spricht zum Beispiel, dass die Weltleitmesse für die Metallbearbeitung, die EMO, nach vier Jahren wieder in Hannover ihre Tore öffnet und, davon gehe ich aus, viele Impulse setzen wird, die die technisch-technologische Entwicklung in diesem wichtigen Sektor noch weiter voranbringt. Die Umsetzung von Industrie 4.0 mit praktikablen Lösungen ist dabei nur ein Thema.

 

 

Gerd Fahry
Chefredakteur

 

  

 

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Editorial dima 1.2017 

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