Bild: Kasto
Lagern, Sägen und Sortieren – alles in einem System

Das Stahl- und Metallhandelsunternehmen Stürmsfs bietet seinen Kunden ein stetig wachsendes Produktsortiment und übernimmt als Dienstleister immer mehr Bearbeitungsschritte. Um die vielfältigen Aufträge mit unterschiedlichen Losgrößen schnell und effizient bearbeiten zu können, setzt der Spezialist auf ein integriertes Lager-Sägezellen-System von Kasto.

 

Die Anforderungen im Stahlhandel sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Kunden erwarten nicht nur ein immer größeres Produktsortiment, sondern auch kompetente Beratung, umfangreiche Anarbeitungs-Dienstleistungen und individuelle Unterstützung beim Entwickeln und Realisieren spezifischer Lösungen. Stahlhandelsunternehmen werden dadurch mehr und mehr zu Komplettanbietern, die von der Materialauswahl und -beschaffung über den Zuschnitt und verschiedene andere Bearbeitungsschritte bis zur termingerechten Lieferlogistik unterschiedlichste Aufgaben wahrnehmen müssen. Wer sich nicht breit genug aufstellt, verliert im harten internationalen Wettbewerb schnell den Anschluss.


Die Stürmsfs AG mit Hauptsitz im schweizerischen Goldach ist mit diesen Herausforderungen bestens vertraut. Das Unternehmen, das rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, zählt zu den leistungsfähigsten Gesamtanbietern von Versorgungslösungen und Dienstleistungen rund um die Werkstoffe Stahl und Metall. Mit insgesamt fünf Standorten in der Schweiz, Österreich und der Slowakei konzentriert sich der Dienstleister auf die Märkte in diesen und den angrenzenden Ländern und zählt unter anderem kleine und große Industrieunternehmen, Stahlbauer und Schlossereien zu seinen Kunden. Das Portfolio umfasst Stangen, Träger, Rohr- und Profilmaterial, Platten und Bleche aus unterschiedlichsten Stählen sowie Buntmetalle und Aluminium. Pro Jahr setzt das Unternehmen rund 100000 Tonnen Material ab und erzielt damit einen Umsatz von etwa 125 Millionen Euro.

 

Wachsendes Sortiment und immer mehr Anarbeitung


An die stetigen Veränderungen am Stahlmarkt hat sich Stürmsfs, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1835 zurückgehen, immer wieder angepasst – ein entscheidender Meilenstein war dabei der Zusammenschluss der damaligen Stürm AG mit der Division Stahl + Metall der SFS Locher AG im Jahr 2011. Seitdem existiert das Unternehmen in seiner heutigen Form. Und auch sonst hat sich in der jüngeren Vergangenheit einiges getan, berichtet Daniel Welti, Bereichsleiter Produktion und Mitglied der Geschäftsleitung: „Wir haben sowohl unser Lagersortiment als auch unseren Maschinenpark zur Anarbeitung kontinuierlich erweitert.“ Rund 30000 Tonnen Material sind bei ab Lager verfügbar. Zudem bietet das Unternehmen von Sägen, Entgraten und Schleifen über Stanzen, Bohren und Klinken bis zu Oberflächen- und Wärmebehandlungen zahlreiche Bearbeitungsschritte an. „Unsere Kunden wollen möglichst viel Zeit und Kosten bei der Stahlbeschaffung einsparen, deshalb liefern wir ihnen als Systempartner ein prozessoptimiertes Gesamtpaket – sie übernehmen die Vorteile, wir die Verantwortung“, führt Welti aus.


Ohne eine effiziente Intralogistik und leistungsfähige Bearbeitungsmaschinen wäre diese Art der Dienstleistung so nicht möglich. Stürmsfs setzt dazu in Goldach unter anderem auf ein vollautomatisches Langgutlager mit integrierter Sägetechnik und robotergestützter Abschnittsortierung. Stangen bis zu 6,8 Meter Länge werden hier auf Knopfdruck ein- und ausgelagert, auf die gewünschte Länge zugeschnitten und die Abschnitte nach Aufträgen sortiert in Kisten abgelegt. Das ermöglicht schlanke Prozesse und einen hohen Durchsatz. „Die Automatisierung hat uns in Sachen Kapazität und Lieferfähigkeit ganz klar vorangebracht“, erzählt Welti.

 

Automatisiert und integriert für maximale Effizienz


Vor knapp zehn Jahren fiel die Entscheidung, den Hauptstandort mit einer neuen Lager- und Produktionshalle zu erweitern. Wegen des sprunghaft steigenden Platzbedarfs kam nur ein Hochregallager in Frage – „anders hätte sich so eine hohe Lagerdichte gar nicht realisieren lassen“, beschreibt Welti. Der Stahlhändler bevorzugte ein automatisiertes System mit integrierter Sägetechnik, um so effizient wie möglich arbeiten zu können. Nachdem das Projekt ausgeschrieben war, entstand schon bald der erste Kontakt zur Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG. Der Säge- und Lagertechnik-Spezialist mit Sitz im süddeutschen Achern ist der einzige Anbieter, der solche spezifischen Lösungen komplett aus einer Hand plant und realisiert.


Für Stürmsfs entwarf KASTO ein Wabenlagersystem vom Typ „Unicompact“. Mit 25 Meter Höhe bietet es auf einer kompakten Fläche von nur 25 x 60 Meter Platz für rund 5600 Kassetten. Diese wiederum nehmen Langgut bis 6,8 Meter Länge auf. Durch die hohe Lagerdichte nutzt das System den vorhandenen Raum optimal aus. Die Kassetten werden von einem Regalbediengerät (RBG) in Portalbauweise vollautomatisch ein- und ausgelagert. Dieses ist doppelspielfähig, das heißt, Ein- und Auslagervorgänge werden effizient miteinander kombiniert, um Leerfahrten zu vermeiden und die Zugriffszeiten zu verkürzen.

 

Einfach ein- und auslagern auf Knopfdruck


Das Lager verfügt über insgesamt 13 Ein- und Auslagerstationen. Per Hallenkran laden die Mitarbeiter das per LKW angelieferte Material in die Kassetten, die daraufhin vom RBG abgeholt und zu einem freien Lagerplatz transportiert werden. Schwarzstahl, rostfreie Materialien und Aluminium sind innerhalb des Lagers strikt voneinander getrennt, um Korrosion zu vermeiden. Die Auslagerung erfolgt auf Knopfdruck: Das RBG bringt die Kassette mit dem gewünschten Material zu einer der Übergabestationen, wo es die Mitarbeiter entnehmen und entweder zu einer der zahlreichen Bearbeitungsmaschinen oder direkt in den Versand transportieren. Über eine Schnittstelle ist die Lagerverwaltung von Kasto direkt an das übergeordnete SAP-System angebunden. „Das vereinfacht unsere Prozesse und hilft uns, jederzeit einen guten Überblick über Aufträge und Bestände zu behalten“, bemerkt Daniel Welti.


Kasto lieferte dem Stahlspezialisten außerdem zwei leistungsfähige Produktionskreissägen. Diese sind über einen Manipulator vom Typ „Kasto Sawcell“ nahtlos in das Lagersystem integriert. Die Sägezelle sorgt für einen schnellen, parallelen Materialstab-Wechsel und ermöglicht damit minimale Nebenzeiten. Während eines Sägevorgangs können verschiedene Handling-Schritte wie die Versorgung der zweiten Sägemaschine oder das Umlagern von Materialien zeitgleich stattfinden – und das alles vollkommen ohne menschliches Zutun. „Für unsere Prozesseffizienz bedeutet das eine enorme Steigerung, und für unsere Mitarbeiter ein hohes Maß an Sicherheit, da bei der automatisierten Handhabung keine Verletzungsgefahr besteht“, betont Welti. Die Bedienung erfolgt über Computerterminals an den Sägestationen.

 

Hochleistungs-Sägen mit zahlreichen Möglichkeiten


Dank des Manipulators können die beiden Sägeautomaten ihre hohe Produktivität voll ausspielen. Die beiden Kreissägen vom Typ „Kasto Variospeed“ sind für hohe Leistungsansprüche bei geringen bis mittleren Auftragslosgrößen konzipiert. Unabhängig von der Materialqualität, Form und Abmessung arbeiten sie schnellwechselnde Aufträge vollautomatisch und mannarm ab. „Wir nutzen diese Sägen hauptsächlich für kleine Serien mit bis zu 30 Stück, mitunter aber auch für größere Mengen“, erklärt Produktionsleiter Welti. „Die Durchmesser liegen typischerweise zwischen 20 und 100 Millimeter.“ Bei dünneren Materialien sei die automatisierte Handhabung aufgrund der Krümmung der Stangen etwas schwieriger, diese werden bei Stürmsfs von Hand ausgelagert und bearbeitet. Ansonsten ist mit den Variospeed-Sägen jedoch fast alles möglich: Sie können wahlweise mit Hartmetall- oder HSS-Sägeblättern bestückt werden. Die Sägemaschinensteuerung „Techno Control“ bietet die Möglichkeit, bis zu 500 Materialdaten für Sägewerkzeuge zu hinterlegen, 200 Aufträge zu verwalten, Eilaufträge einzufügen und die Anlagenzustände zu visualisieren. „Damit können wir ein hohes Pensum schnell und flexibel abarbeiten“, betont Welti. Die Auftragsreihenfolge können die Mitarbeiter über die Steuerung ebenfalls selbst bestimmen.


Mit einem schweren Maschinenständer und hochwertigen Komponenten ausgestattet, überzeugen die Variospeed-Sägen durch hohe Schnittleistungen und lange Standzeiten der Sägeblätter. Die minimale Reststücklänge liegt bei gerade einmal 40 Millimeter. Maximal kann ein Reststück bis zu drei Meter lang sein. Reststücke, die sich noch verwenden lassen, werden über den Manipulator wieder an das Lager übergeben und per RBG am richtigen Ort eingelagert. Für die Materialabfuhr der gesägten Abschnitte ist eine der beiden Sägen mit einem Abschiebtisch ausgestattet, an die zweite ist ein Sortierroboter angebunden. Dieser entnimmt die Werkstücke mit einem wechselbaren Sauggreifer und legt sie nach Aufträgen sortiert in bereitgestellten Kisten ab. Sind diese voll, transportiert sie der Mitarbeiter einfach per Hubwagen oder Stapler in den Versand oder zur weiteren Bearbeitung. „Damit kann die Säge auch über einen längeren Zeitraum komplett mannlos arbeiten“, ist Welti begeistert. Um unterschiedliche Abschnitte zu handhaben, stehen dem Roboter verschiedene Sauggreifer zur Verfügung.

 

Alles aus einer Hand


Seit 2008 ist das Kasto-System bei Stürmsfs im Einsatz und für die Verantwortlichen längst nicht mehr wegzudenken. „Wir konnten damit unsere Kapazitäten deutlich erhöhen und die Effizienz sowie die Flexibilität bei der Bearbeitung kleinerer Serien erheblich steigern“, fasst Daniel Welti die Vorteile zusammen. „Die Anlage war und ist damit eine große Stütze unseres stetigen Wachstums.“ Auch die Qualität überzeugt: Tritt einmal eine Störung auf, kann Kasto sich per Fernwartung auf die Anlage schalten und diese schnell und unkompliziert beheben. Regelmäßig überprüfen Service-Experten im Rahmen eines Wartungsvertrags die Technik vor Ort und halten alles auf dem neuesten Stand. „Dass Kasto all das aus einer Hand anbietet – Lagertechnik, Sägemaschinen, Software, Roboter-Anbindung und Schnittstellenprogrammierung – das ist wirklich einzigartig“, zeigt sich Welti beeindruckt. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch künftige Projekte gemeinsam realisieren.“

www.kasto.com

 

 

Titelthema aus dima 1/2017:

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