GrindTec 7–7067 
Umrüsten auf Präzision

Auf der Grindtec stellt Feinmechanik Michael Deckel aus Weilheim zum ersten Mal je eine Maschine des Typs S 20 und eine Fortis-Maschine mit 5-Achs-Steuerung 31i-B5 von Fanuc vor.

BERNHARD FOITZIK 


Zukünftig solle das gesamte Maschinenprogramm der bayerischen Maschinenbauer mit der Fanuc CNC lieferbar sein, um eine neue, zuverlässige Basis für präzise Schleifanwendungen zu schaffen, so der Anspruch. „Die Qualität unserer Maschinen soll beim Kunden ankommen“, fasst der technische Geschäftsführer Thomas Seyßler die „Vertrauensoffensive“ zusammen. Dabei sei die Steuerung ein wichtiges, bei weitem aber nicht das einzige Feld, das bearbeitet werde. Neben technischen Themen spielen Aspekte wie Verfügbarkeit und Service eine Rolle. Martin Sackmann, ebenfalls Geschäftsführer bei Feinmechanik Michael Deckel: „Für unser internationales Engagement und unsere Kunden ist ein weltweit präsenter Partner wie Fanuc gut – auch und gerade, was den Service betrifft.“ Die Ausbaupläne beziehen sich sowohl auf das internationale Geschäft als auch auf den Markt der Werkzeughersteller in Deutschland. Die Stärke von Michael Deckel, präzise und flexibel arbeitende Maschinen, ist das Fundament dazu. Unverändert – oder besser: wieder – erhebt man den Anspruch, im Bereich Schleifmaschinen hinsichtlich Präzision in der Fertigung geringer Losgrößen, beim Einsatz zum Nachschärfen und bei der Fertigung von Sonderwerkzeugen eine dominierende Rolle zu spielen: „Da sind unsere Maschinen erstklassig.“

 

Erste Tests bestanden


Die erste neue Maschine, eine S20 mit Fanuc CNC, hat die Wolfgang Metz e.K., Zell am Harmersbach, seit Dezember vergangenen Jahres in Betrieb. 30 Jahre Erfahrung und ein vielfältiges Aufgabenspektrum mit den Schwerpunkten Nachschleifen und Fertigen von Zerspanungswerkzeugen in Losgrößen von 1 bis zur Serie machen das Familienunternehmen zum idealen Testpartner. Junior Daniel Metz: „Wir haben höchste Qualitätsansprüche an die Präzision und Oberflächengüte unserer Werkzeuge.“ Lange Einstellzeiten könne und wolle man sich jedoch nicht leisten. Und wie bei einem Lohnfertiger üblich, muss die Maschine so zuverlässig wie nur irgend möglich laufen. Daniel Metz: „Die Deckel-Maschine mit der Fanuc-Steuerung ist gerade bei der Qualität der Oberflächen ein großer Schritt nach vorne.“ Der Prototyp hat sich in den bisherigen Testwochen bestens bewährt. Gut möglich, dass der Maschinenpark nach und nach durch Deckel-Maschinen mit Fanuc-Steuerung modernisiert wird.


Ausgestattet sind die Maschinen steuerungsseitig mit Funktionen wie „Nano Interpolation“ oder „Nano Smoothing“, beides Funktionen, die nach Angaben von Fanuc zu einer höheren Genauigkeit und besseren Oberflächen führen. Eine echte Erleichterung stellt das Paket aus Steuerung und Antriebe von Fanuc dar. So habe man keine Kompromisse hinsichtlich der Dimensionierung machen müssen. Die Baugrößen bei den Servoantrieben sind so abgestuft, dass Antriebs- und Spindelleistungen von den Antriebseinheiten leicht erfüllt werden, ohne mehr Energie zu verbrauchen als unbedingt notwendig.


Noch einen Vorteil sieht der technische Geschäftsführer, Thomas Seyßler: „An der Steuerung gefällt, dass die Sicherheitstechnik ein integraler Bestandteil ist und keine zusätzlichen Software-Module mehr erforderlich sind.“ Zudem sei die Fanuc-Steuerung in diesem Punkt sehr offen. Vorteil: Bisher verwendete und bewährte Sensoren und Messgeber können weiter verwendet werden.

 

Verbesserung der Oberflächengüte um den Faktor 2


Vorteil der Fanuc-Steuerung 31i-B5 seien „deutlich bessere Oberflächen“, so heißt es bei Michael Deckel. Ganz offiziell spricht man von einer Verbesserung der Oberflächengüte um den Faktor 2; hinter vorgehaltener Hand sogar noch von deutlich mehr. Der Grund liegt in der Regelungstechnik. Die Fanuc-CNC glänzt – neben vielen anderen Eigenschaften – vor allem durch kurze Lageregeltakte und die hohe Auflösung des Regelsystems. Qualitäten, die ein Bediener im zweidimensionalen Bereich durch Erfahrung noch optimieren kann, sind im simultanen 5-Achs-Betrieb, wie beim Werkzeugschleifen, eine grundlegende Eigenschaft der Steuerung und manuell sicher nicht mehr zu bewältigen. Klar hängen Ra- und Rz-Werte von der Körnung der Schleifscheibe ab. Aber mit der schnelleren Steuerung und der kürzeren Taktung kann man die einzelnen Parameter viel besser ausregeln.


Dies sieht auch Stephan Maasberg, Geschäftsführer der Software-Schmiede MTS aus Pratteln in der Schweiz so: „Für die Qualität der Oberfläche ist es entscheidend, dass die Achsen tatsächlich simultan laufen. Da kann die Software so gut sein wie sie will.“ Auch er setzt auf einen Nachfrageschub aufgrund des ganzen, optimierten Paketes.

 

Bedienoberfläche im gewohnten Deckel- Design


Treibende Kraft des Entwicklungsprojektes waren die neuen technischen Möglichkeiten der Fanuc-CNC und gleichzeitig die Erkenntnis, nur über ein maximales Qualitätsprofil am Markt bestehen zu können. Erste Überlegungen in Richtung einer neuen Steuerung gab es schon vor einigen Jahren. Jetzt wurde der komplette Umstieg auf ein vollständig digitales Steuerungssystem vollzogen.


Für den Betreiber selbst wird die Neuerung allenfalls durch einen Blick in den Schaltschrank sichtbar: Mit der digitalen Technik geht es dort deutlich aufgeräumter zu. Die hohe Integrationstiefe erfordert weniger sichtbare Komponenten. Daran ändert auch die Adaption eines Automatisierungsmodules wenig. Vom Kettenlader bis zu unterschiedlichen Roboterzellen reicht das standardisierte Angebot. Vorteil Fanuc: durchgängige Technik von der CNC bis zum Roboter und die komplette Automation aus einer Hand. Ein Beispiel dafür ist der in die Steuerung bereits integrierte Fanuc-eigene Bus für den Datenaustausch zwischen CNC und Robotersteuerung.


Die Bedienoberfläche bleibt im gewohnten Deckel-Design. Für häufig genutzte Funktionen gibt es eigene Tasten; ansonsten bleibt der Monitor des Bediengerätes aufgeräumt. Für Bediener bestehender Kunden bleibt die Oberfläche vertraut, neue Bediener werden sich schnell zurechtfinden. Zudem versucht man bei Deckel, kundenspezifische Oberflächen möglichst beizubehalten: „Wer vor zwei Jahren eine Maschine gekauft hat, wird an der Bedienoberfläche keine großen Veränderungen feststellen“, heißt es. Und das solle auch so bleiben.


Neben der Technik war die Zuverlässigkeit der Fanuc-Steuerung eine weitere treibende Kraft für den Einsatz der 31i-B5. Geschäftsführer Thomas Seyßler: „Klar haben wir uns im Vorfeld umgehört. Was wir zur Zuverlässigkeit gehört haben, entsprach unseren Wünschen – und hat sich ja auch bestätigt.“

 

www.michael-deckel.de

 

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Beitrag aus dima 1/2014:

 
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