Foto: Linsinger
Scheibenfräser statt Kreissägeblatt

Bei der Produktion von Nahtlosrohren kommen nicht nur Kreissägen zum Trennen von Stahlblöcken sondern auch Lagensägen zum Schneiden der fertigen Rohre zum Einsatz. Wer sich hier im Doppelpack auf die erprobte Symbiose „Maschine & Werkzeug“ des Anlagenbauers Linsinger aus Österreich verlässt, kann sich ein gesamtes Schärfzentrum ersparen. 

WALTER KASTINGER, STEYRERMÜHL 

 

Die Raffinesse liegt im Einsatz des Lincut- Scheibenfräsers (Abb.) mit seinen kleinen, hochentwickelten Schneidplättchen aus beschichtetem Hartmetall. Bei diesem System werden die Hartmetall-Schneidplatten auf den Grundkörper aus Werkzeugstahl nicht aufgelötet, sondern aufgeschraubt. Daher können die Hartmetallplättchen (d. h. die Sägezähne) bei Bedarf einzeln getauscht werden, und zwar vom Kunden selbst. Linsinger hat hierfür ein komplettes Werkzeugwechselsystem entwickelt, vom Schraubendreher bis zum Transportwagen, das den Austausch völlig unkompliziert gestaltet. Auch die speziellen Schrauben, die die Schneidplatten absolut sicher auf dem Grundkörper fixieren, sind eine Eigenentwicklung des Unternehmens.


Damit lassen sich verschlissene Sägezähne vom Bedienpersonal rasch und kostengünstig ersetzen. Nach dem Ausbau des Sägeblatts können die Hartmetallplättchen direkt vor Ort aufgeschraubt werden. Der Transport in ein Schärfzentrum oder die Investition in ein Schärfzentrum, wo es repariert und geschärft werden muss, sind nicht mehr notwendig. Das bedeutet weniger Stillstand der Maschine und dadurch höhere Verfügbarkeit. Bei einer Kreissägemaschine mit einem Standard-Sägeblatt wird pro Jahr mit zwei Prozent Stillstand aufgrund des notwendigen Werkzeugwechsels gerechnet. Mit der Lincut-Technologie wird dieser Jahresstillstand um die Hälfte verkürzt, das bedeutet unter einem Prozent Stillstand. Beispielsweise bei einer Jahresproduktion von 600 000 Tonnen können in dieser Zeit um 6000 Tonnen mehr Rohre produziert werden und somit entsteht ein finanzieller Vorteil über sechs Millionen Euro (bei einem Verkaufspreis von 1000 Euro pro Tonne).

 

Standzeit bis zu 3 Mal höher


Weitere Punkte, die dieses System besonders wirtschaftlich machen: Die Beschichtung der Schneidblätter ist auf optimale Standzeit ausgelegt und die Grundkörper sind besonders robust. Ein Grundkörper kann für bis zu 60 Einsätze verwendet werden, ehe er ersetzt werden muss. Ein bedeutend geringeres Sägeblatt- Inventar ist die Folge. Somit lassen sich die Beschaffungs- Lager und Betriebskosten enorm senken. Insgesamt ist die Standzeit bei Lincut- Werkzeugen, je nach bearbeitetem Material, bis zu drei Mal höher als bei Standard-Sägeblättern. Der Standzeitvorteil ist umso größer, je härter der zu trennende Stahl ist. Auf Grund der hohen Stabilität und der speziell entwickelten Geometrien dieses Werkzeuges lassen sich zudem die Schnittleistungen um bis zu 25 Prozent steigern.

 

Fünf Jahre erfolgreich im Einsatz


„Diese Innovation ist keine Ankündigung, sondern bereits Stand der Technik und praxisbewährt. Weltweit führende Nahtlosrohrwerke in China oder Korea sind längst wirksam umgestiegen“, betont Johann Wolfschwenger, Linsinger Sales Manager for Asia. Global gesehen ist dieses System bereits bei 86 Kreissägen des Österreichischen Anlagenbauers im Einsatz. Daraus ergeben sich nachweisliche Kalkulationen über dessen Wirtschaftlichkeit: In einem Jahr könne ein Nahtlosrohrwerk, durch die zusätzliche Produktionszeit, die Einsparung von Werkzeugkosten und Personal sowie die Erhöhung der Schnittleistungen, rund 7 Mio. EUR einsparen.

www.linsinger.com  

 

Maschine und Werkzeug aus einer Hand

Das Lincut-Scheibenfräser System ist exklusiv für Hochleistungskreissägen von der Linsinger Maschinenbau GmbH erhältlich.

Das Unternehmen hat ein eigenes Werkzeug Technologiezentrum in Steyrermühl, das spezialisiert ist auf die Weiterentwicklung und Forschung von Werkzeugen. Die Experten unterstützen vor Ort bei der Umrüstung auf dieses Kreissägeblatt-System und können auf ein langjähriges Know-how in der Sägetechnik zurückgreifen.

 

 

Beitrag aus dima 2/2014:

 
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