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40  Automation und Digitalisierung Werkzeug-Identifikation im VW-Motorenwerk In einem Pilotprojekt bei Volkswagen im Motorenwerk Salzgitter wurde eine der flexiblen Fertigungslinien mit digitaler Werkzeugcodierung mittels RFID von Balluff, Neuhausen a.d.F., ausgestattet. Werkzeugwechselzeiten sollten verkürzt sowie das Werkzeughandling schneller, einfacher und sicherer gestaltet werden. Das Tool-ID-System der süddeutschen Automationsspezialisten ist zudem die Basis für deutlich mehr wertvolle Informationen. Automobilhersteller sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit zunehmend über eine größere Auswahl von Varianten und mehr Produktinnovationen. Dies verursacht kleinere Produktionsmengen pro Variante trotz gleichen oder oft sogar noch gesteigerten Gesamtstückzahlen. Aus diesem Grund hat sich auch im VW-Motorenwerk in Salzgitter das Konzept der Bearbeitungsmaschinen von Sonder- und Transferanlagen hin zu hochflexiblen Bearbeitungszentren (BAZ) verändert. In solchen BAZ sind zahlreiche Wechsel an Zerspanungswerkzeugen mit entsprechendem Zeitaufwand notwendig. Mit geeigneten Lösungen lassen sich diese Zeiten deutlich verkürzen. Wie sich das Werkzeughandling schneller, einfacher und sicherer gestalten lässt, zeigt das Beispiel in einer der dortigen Fertigungslinien, in der Vierzylinder-Diesel-Aggregate mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum bearbeitet werden. Diese Fertigungslinien sind jeweils in diverse Arbeitsfolgen gegliedert, von denen eine der komplexeren gewählt wurde, um ein Pilotprojekt mit Werkzeugidentifikation mittels Industrial RFID (Radio Frequency Identification) zu starten. Die Arbeitsfolge besteht aus acht Doppelspindel-BAZ für unterschiedliche Bohr-, Fräs- und Gewindeschneidoperationen. In diesem Bereich werden rund 800 Werkzeuge in den Werkzeugmagazinen ständig vorgehalten. Insgesamt sind in der Fertigung circa 3000 Werkzeuge mit einem Balluff-RFID-Datenträger an 16 BAZ verbaut. Da hier Grauguss-Werkstoffe bearbeitet und gleichzeitig hohe Ansprüche an die Oberflächengüte gestellt werden, kommt es zu vergleichsweise häufigen Werkzeugwechseln. In Summe sprechen die Werkzeugplaner bei VW allein in dieser Arbeitsfolge von über 200 notwendigen Werkzeugwechselzyklen im Monat. Die dafür erforderliche Arbeitszeit, nur für das Austauschen der Werkzeuge an den Maschinen einschließlich der dabei notwendigen Parametereingaben in die Maschinensteuerung, werden auf bis zu 30 oder gar mehr Arbeitsstunden monatlich geschätzt. Die Intention war nun, die bisherigen Werkzeugbegleitkarten durch Industrial RFID-Datenträger in den Werkzeughaltern zu ersetzen und so die manuellen Eingaben der Werkzeugdaten in die Maschinensteuerung zu sparen. Dies hat zudem den Vorteil, dass Eingabefehler sowohl beim Ein- als auch Auswechseln der Werkzeuge vermieden werden. Auf den RFID-Datenträgern sind alle werkzeugrelevanten Angaben komplett, fehlerfrei und unverwechselbar gespeichert. Mit dem Vermessen in der Werkzeugvoreinstellung werden alle Werkzeuge erfasst und die Daten berührungslos auf den Datenträgern des Balluff Tool-ID Systems gespeichert (Bilder: Balluff) dima 2.2018


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