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stückspannung und profitiert dabei von der hohen Rundlaufgenauigkeit, kurzen Wechselzeiten und einer enormen Zahl an Spannzyklen. Rund 50 000 Mal lassen sich die Hydro-Dehnspannfutter spannen und wieder entspannen, ohne dass die Qualität nachlässt. Entsprechend aufgeschlossen war Produktionsleiter Thomas Petermann gegenüber einem Praxistest mit den neuen Hydro-Dehnspannfuttern, denn erstmals war es möglich, vorhandene Warmschrumpfaufnahmen 1:1 durch Hydro-Dehntechnologie zu ersetzen, ohne dass hierfür aufwändige Programmierungen nötig waren. Mit einer im Gegensatz zu Warmschrumpffuttern dauerhaft präzisen Rundlaufgenauigkeit < 0,003 mm bei einer Ausspannlänge von 2,5 x D und einer Wuchtgüte von G 2.5 bei 25 000 min-1 fügt sich Tendo Slim 4ax nahtlos in das bewährte Hydro-Dehnspannprogramm von Schunk ein. Oberflächenqualität im Fokus Vor allem in axialen Operationen, also beim Bohren, Senken, Reiben und Gewinden, aber auch bei Schlichtfräsoperationen verspricht die Aufnahme mit ihren schwingungsdämpfenden Eigenschaften Vorteile. Aufgrund der reduzierten Belastungen der Schneiden verlängern sich die Standzeiten der Werkzeuge, und die Qualität der Oberflächen steigt. Genau diese Aspekte nahm Thomas Petermann gemeinsam mit Ralf Grasmück, Meister Fertigung, und Martin Zettler, Produktmanager radiale Fräswerkzeuge, in den Blick. „Mit Tendo Slim 4ax ist es möglich, deutlich längere Standzeiten und optimale Oberflächen zu erzielen, sodass wir einen bislang notwendigen zweiten Schlichtprozess komplett eliminieren konnten“, bestätigt Petermann und führt ¢¢Standard- und Sonderwerkzeuge Die Ingersoll Werkzeuge GmbH mit Stammsitz in Haiger fertigt und vertreibt ein breites Spektrum zukunftsorientierter Standard- und Sonderwerkzeuge für die Zerspanungsindustrie. Neben einem umfassenden Standardprogramm entwickelt und projektiert das Unternehmen anwendungsspezifische Fräser, Bohrer, Dreh- und Stechwerkzeuge. Die breitgefächerte Produktpalette umfasst Fräs- und Bohrwerkzeuge mit Wendeschneidplatten, nachschleifbare Fräswerkzeuge, Hartmetall Wendeschneidplatten, HSS- und Hartmetallmesser, Werkzeugaufnahmen, Werkzeugspannmittel und Gewindewirbelsysteme.  www.ingersoll-imc.de  17–B40 dies auf die im Vergleich zu Warmschrumpfaufnahmen deutlich bessere Schwingungsdämpfung zurück. Mittlerweile hat Ingersoll den Versuch auf mehrere Hermle-Bearbeitungszentren ausgedehnt, wobei der Schwerpunkt auf radialen Operationen, insbesondere bei der Bearbeitung der optisch anspruchsvollen Spanräume, liegt. Darüber hinaus gibt es vielversprechende Versuche beim Bohren und Gewindefräsen. Einfaches Handling Ralf Grasmück, der die Versuchsreihen in der Fertigung bei Ingersoll leitete, sieht neben der Oberflächenqualität weitere Vorteile: „Vor allem der Spannvorgang ist ein großer Pluspunkt für die Mitarbeiter. Der Bediener nimmt das Futter in die Hand und spannt es mit der anderen. Das geht bei Warmschrumpfaufnahmen nicht, denn hier ist immer ein Warmschrumpfgerät erforderlich.“ Zusätzlich zum einfachen Werkzeugwechsel sei vor allem die schlanke Kontur der Hydro Dehnspannfutter entscheidend. „Aufgrund unserer Teile müssen wir lange, schlanke Werkzeuge spannen, die man eher in der Medizintechnik vermuten würde. Dazu brauchen wir entsprechende Futter“, erläutert Grasmück. „Wir haben schon verschiedene Möglichkeiten probiert, jedoch war bei Hydrodehn bislang immer die Störkante der Knackpunkt.“ Um bei den Spanräumen der Ingersoll Schlichtfräser die gewünschte Oberfläche zu erzielen, wurde zunächst geschruppt und anschließend der Schlichtzyklus zum Teil bis zu dreimal gefahren. „Mit Tendo Slim 4ax ist das heute nicht mehr nötig.“ Kleine Spanndurchmesser als Ziel „Der Werkzeugwechsel geht mit Tendo Slim 4ax extrem schnell, wir erzielen längere Standzeiten und die Oberflächen profitieren“, ist Ralf Grasmück mehr als zufrieden. Nach vorne betrachtet, sieht der Fertigungsmeister vor allem bei kleinen Spanndurchmessern großes Potenzial für das Hydro-Dehnspannfutter: „Spanndurchmesser von 3 mm und 4 mm wären für uns ideal, gerade bei langen Bohrern mit 30 x D und innerer Kühlmittelzufuhr. Hier ist die Rundlaufgenauigkeit entscheidend, und in der Hydro-Dehnaufnahme lässt sich das letzte μ wesentlich einfacher herausholen, indem das Werkzeug leicht gedreht wird. Das geht beim Schrumpfen nicht.“ Im nächsten Schritt will Produktionsleiter Thomas Petermann nun die Möglichkeiten einer zumindest partiellen Umstellung untersuchen. Wesentlich sei für ihn, dass sich Warmschrumpfaufnahme und Hydro-Dehnspannfutter in der Programmierung nicht unterscheiden, dass der Werkzeugpool nicht unnötig aufgebläht wird und sich eine Umstellung unterm Strich rechnet.  www.schunk.com Im Rahmen der Versuchsreihe hat Ingersoll Warmschrumpfaufnahmen gegen Hydro- Dehnspannfutter ersetzt – die Erfolge sind beachtlich Autor: Johannes Ketterer, Lauffen www.dima-magazin.com


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