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12 Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme Präzisionsfräsen in der Heißkanaltechnik Mit dem konsequenten Einsatz von 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren von Hermle realisiert die Günther Heisskanaltechnik GmbH die wirtschaftliche Qualitätsproduktion hochpräziser Spritzgießdüsen und komplexer Heißkanal-Verteilersysteme.  Edgar Grundler, Allensbach Heiß ist gut, heißer ist nicht unbedingt besser, geregelte Heißkanaltechnik dima  6.2017 dagegen schon! Auf diesen vereinfachten Nenner lässt sich die Erfolgsstory des typisch mittelständischen Unternehmens Günther Heisskanaltechnik GmbH bringen, das mit seiner Heißkanaltechnologie in der Kunststoffverarbeitung durch Spritzgießen seit mehr als drei Dekaden immer wieder für Furore sorgt(e). Im Jahr 1983 von Herbert Günther gegründet und zunächst mit der Entwicklung und Fertigung von Spritzgieß-Düsen beschäftigt, folgte schon kurze Zeit später die Präsentation eines kompletten Heißkanalsystems. Damit wurde die Kunststoffverarbeitung revolutioniert. Denn mittels exakterer, positionsgenauerer Temperaturführung sowie entsprechend ausgelegter Spritzgießwerkzeuge wurde es zum einen möglich, viel präzisere Kunststoffteile herzustellen. Zum anderen konnten durch gezielt eingebrachte Wärme beziehungsweise die den Spritzgießvorgang abschließende schnellere Abkühlung die Takt- und Zykluszeiten wesentlich erhöht werden, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit spürbar erhöhte. Schnell erkannten die kunststoffverarbeitenden Industrien die Vorteile der Heißkanaltechnik und verhalfen dem Unternehmen zu einem nachdrücklichen, nämlich bis heute anhaltenden Wachstum. Ein Erfolgsfaktor: Qualitätsfertigung in Eigenregie Bis heute wurden etwa 380 000 Spritzgießdüsen hergestellt, wobei sich das Geschäft aktuell zu 70 Prozent auf Spritzgießdüsen und zu 30 Prozent auf Verteilersysteme erstreckt. Die heutige alleinige Geschäftsführerin Siegrid Sommer, fast vom Start weg dabei und über die Stationen Konstruktion, Fertigungsleitung, Geschäftsleitungsmitglied untrennbar mit dem Aufstieg der Günther Heisskanaltechnik GmbH verbunden, zur Philosophie des Hauses: „Wir verfügen über mehr als 30 Jahre Heißkanal-Know-how ab der Entwicklung bis hin zur Produktion und dem Service. Wir haben von Anfang an viel Wert auf höchste Qualität gelegt und stellen die Komponenten und Syste- me mit unserer leistungsfähigen Produktion deshalb bis auf wenige Zulieferteile selbst her. Wichtige Fertigungsprozesse und Montagen für unsere BlueFlow-Düsen finden bei uns unter Reinraum-Bedingungen statt. Für Tests und Musterfertigung verfügen wir auch über eine eigene Spritzgießabteilung. Jede Düse beziehungsweise jedes Verteilsystem ist nummeriert, sodass wir jederzeit alle Produktions- und Serviceschritte nachvollziehen können. Pro Jahr stellen wir 18 bis 20 000 Düsen und mehr als 2 500 Verteilersysteme her. Dafür sind wir mit gut 130 Fachleuten und einem topmodernen Maschinenpark bestens gerüstet. Da es zu etwa 35 Prozent um Auftragsfertigung für Standardprodukte, und demnach zu etwa 65 Prozent um Sonderfertigung geht, steht bei uns die stückzahlflexible Variantenproduktion ab Losgröße 1 an, die wir nur mittels qualifiziertem Fachpersonal und maximal verfügbarem Maschinenpark sicherstellen können.“ Dies ist auch einer der Gründe dafür, dass von den 35 mehrschichtig im Einsatz befindlichen CNC-Werkzeugmaschinen sieben Fräs-/CNCBearbeitungszentren von der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG aus Gosheim stammen. Fräsen? 5-Achsen-Komplettbearbeitung? Hermle! Bereits im Jahr 1990 begann man mit Hermle-Maschinen zu arbeiten, nämlich mit einer UWF 851 Universal-Werkzeugfräsmaschine, die mit einer Zusatzausrüstung 4-achsiges Bearbeiten ermöglichte. Hartmut Nagel, praxisgestählter Fertigungsleiter, in seiner Erläuterung, warum es später zum Wechsel zu einem anderen Werkzeugmaschinen-Hersteller kam, und warum bald darauf wieder die Rückkehr zu Hermle folgte: „Wir hatten Mitte der 90er-Jahre spezielle Bearbeitungs-Anforderungen, die Hermle zu dem Zeitpunkt leider nicht abdecken konnte. Nicht nur gute Erfahrungen, vor allem die Verfügbarkeit und den Service betreffend, führten erneut zum Umdenken, sodass wir uns im Jahr 2000 zur Rückkehr zu Hermle entschieden und für die 4 beziehungsweise 5-Achsen-Bearbeitung eine C 600 U beschafften.


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