Exzenter Spannmodule
Flexibel und schnell fixieren

Das schwäbische Maschinenbauunternehmen Ruwi hat spezielle Exzenter-Spannmodule konzipiert, mit denen sich Werkstücke ohne Werkzeug fixieren lassen.

Produziert werden sie vom Heinrich Kipp Werk, wo sie mittlerweile auch im Standardsortiment erhältlich sind.

ANDREAS ROTH, SULZ AM NECKAR 

 

Alle Produkte und Lösungen der Ruwi GmbH basieren auf einer klaren Leitidee: „Wir wollen die Dinge so einfach wie möglich halten“, erläutert Reiner Ruggaber, Geschäftsführer des schwäbischen Familienunternehmens. „Wir konzipieren und produzieren Lösungen, die unseren Kunden Zeit sparen und so einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen.“ Bekannt ist Ruwi vor allem für seine vielseitig einsetzbaren Unterflurfräsen, die in drei verschiedenen Größen erhältlich sind und mittlerweile in die ganze Welt exportiert werden. Gemäß der Firmenphilosophie ermöglichen die Fräsmaschinen schnelle Rüstzeiten und eine besonders einfache Handhabung. Größtmögliche Zeitersparnis garantieren aber auch die Produkte aus zwei neuen Sortimentsbereichen, die erst vor kurzem eingeführt wurden: Modulare Ordnungssysteme und Aufspannsysteme.

 

Aufspannsysteme für die effiziente Arbeitsplatzgestaltung


Im letzteren Bereich hat Ruwi sowohl eine Aufspannplatte als auch einen kompletten Aufspanntisch im Angebot. Die Aufspannplatte mit den Maßen von 450 x 400 mm besteht aus verzinktem Stahlblech mit einer Dicke von 4 mm und verfügt über ein integriertes Nutenraster. Sie ist für die Montage auf vorhandenen Maschinentischen konzipiert und ermöglicht so einen echten Mehrwert, so Ruggaber: „Mit der Aufspannplatte lassen sich zum Beispiel Säulenbohrmaschinen mit einer überschaubaren Investition aufrüsten. Der Bediener kann einen Schraubstock oder Anschlaglineale auf die Platte aufsetzen und einfach fixieren.“


Der Aufspanntisch ist eine Weiterentwicklung der Platte und bietet nach dem Baukastenprinzip vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Produktion, Montage und Messtechnik. Werkstücke, Einzelteile oder Baugruppen lassen sich darauf dank Nuten und Lochraster frei positionieren und fixieren. Die Maße des Tisches sind mit 1 000 x 500 mm modular dimensioniert, zudem lassen sich einzelne Aufspanntische miteinander verbinden. Zusätzliche Auflageflächen bieten zudem Tischverlängerungen, die an den seitlichen Befestigungsschienen eingehängt und geklemmt werden.

 

Zeitersparnis durch neue Klemmelemente


Für beide Aufspannsysteme – Tisch als auch Aufspannplatte – ist ein umfangreiches Sortiment an Zubehör verfügbar, um ein einfaches Fixieren und Klemmen der Werkstücke zu ermöglichen. Das Highlight ist ein werkzeuglos bedienbares Exzenter-Spannmodul. Es besteht aus einem gefederten Bolzen, der in die Nut gedrückt und über einen Exzenterhebel fixiert wird. „So lassen sich Bauteile sehr einfach und flexibel festklemmen, ohne dass dafür ein Werkzeug benötigt wird“, erklärt Ruggaber. „Insofern sind die Module eine optimale Ergänzung für unsere zeitsparenden Aufspannsysteme.“


Die Idee für die Spannmodule stammt von Ruwi. Für die Lizenzfertigung und den Vertrieb suchte sich das Unternehmen einen starken Partner. Dafür wandte sich Ruggaber an das Heinrich Kipp Werk, das mit seinen Entwicklungen im Bereich Spanntechnik, Normelemente und Bedienteile kontinuierlich Maßstäbe setzt. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen bestand bereits seit langen Jahren: „Wir verwenden seit der Firmengründung Lösungen aus dem Hause Kipp“, bestätigt Ruggaber. „Wir selbst stellen höchste Qualitätsansprüche an unsere Produkte, entsprechend müssen auch die Bedien- und Zubehörteile diesen Maßstäben gerecht werden. Mit Kipp haben wir einen passenden Partner gefunden.“

 

Erhältlich im Rahmen eines Aufspannsystems und als Einzelstück


Nach einer gemeinsamen Abstimmungs- und Entwicklungsphase fertigte Kipp schließlich die Muster der Exzenter-Spannmodule – und war überzeugt von dem neuartigen Produkt. So überzeugt, dass man sich entschloss, die Lösung in das eigene Standardprogramm aufzunehmen. „Das Produktkonzept von Ruwi ist zwar einfach, aber einzigartig auf dem Markt und hat somit ein großes Potenzial“, betont Gerd Wiedemaier, technischer Kundenberater im Heinrich Kipp Werk. „Wir bei Kipp haben die Infrastruktur, um die Module in großen Stückzahlen herzustellen. Somit sind die Exzenter- Spannmodule ein gutes Beispiel für eine vorbildliche Kooperation von zwei Partnern, aus der sich für beide Seiten eine Win-Win- Situation ergibt.“


Das Ergebnis: Bei Ruwi sind die Exzenter- Spannmodule nun im Rahmen der Aufspannsysteme erhältlich, bei Kipp hingegen als Einzelprodukt und in größeren Stückzahlen. „Für uns sind die neuen Lösungen eine gute Ergänzung des Sortiments“, erläutert Gerd Wiedemaier. Im Bereich der Spannelemente hat Kipp bereits rund 50 Produktfamilien im Angebot, darunter Spanneisen, Exzenterhebel und -spanner, Spannhaken sowie Niederzug- und Keilspanner. Das Heinrich Kipp Werk produziert am Standort Deutschland mit einem großen Maschinenpark; alle Produkte durchlaufen eine rigorose Qualitätssicherung.

 

Drücken, drehen und fixieren


Die Exzenter-Spannmodule lassen sich auf den gängigen Alu-Profilsystemen oder auf T-Nut-Tischen zum Anschlagen, Festklemmen oder Spannen von Bauteilen und Werkstücken nutzen. Weil Hebel und Hammermutter fluchten, lässt sich das Modul leicht von oben in die T-Nut einsetzen. Über den Exzenterhebel wird es anschließend sicher festgespannt, das Bauteil klemmt fest. Durch Ein- oder Ausschrauben der Stellmutter kann der Bediener den Spannhub flexibel an die Höhe des Bauteils und die Nuttiefe anpassen. Die Lösungen sind für 8 mm-Profilnuten konzipiert, lassen sich aber durch ein Verstellen der Ösen auch für 10 oder 12 mm-Nuten nutzen. Kipp bietet die Module in vier verschiedenen Bauarten und zwei Größen mit einer Spannkraft von 2,5 bzw. 4 kN an. 

www.kipp.com  
www.ruwi.de

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Beitrag aus dima 3/2015:

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