Foto: Romai
Zurückversetzter Abtrieb

Angetriebene Werkzeuge lösen bei Ingersoll in einem CNC-Dreh-Fräszentrum zur Herstellung von Werkzeugschäften zwei Anforderungen gleichzeitig:

 Sie ermöglichen den Einsatz überlanger Bohrer zum Bohren von Kühlmittelbohrungen und sorgen mit entsprechender Übersetzung der Spindeldrehzahl für die notwendige Schnittgeschwindigkeit. 

 

Die Ingersoll Werkzeuge GmbH produziert Standard- und Sonderwerkzeuge für die Zerspanungsindustrie. Die Produktpalette umfasst im Wesentlichen: Fräs- und Bohrwerkzeuge mit Wendeschneidplatten (z.B. Plan-, Schaft-, Scheiben-, und Profilform- Fräser) in Standard- und Sonderausführung, nachschleifbare Fräswerkzeuge, Hartmetall-Wendeschneidplatten, HSS- und Hartmetallmesser, Werkzeugaufnahmen, Werkzeugspannmittel und Gewindewirbelsysteme. Dass die Romai Robert Maier GmbH als renommierter Hersteller für angetriebene Werkzeuge den Firmensitz in unmittelbarer Nachbarschaft zur Niederlassung Süd des Werkzeugherstellers in Vaihingen/Horrheim hat, sieht der dortige Fertigungsmeister Jürgen Reichert durchaus als Vorteil. Seine Entscheidung, bei der Herstellung von Werkzeugschäften angetriebene Werkzeuge (kurz AGWs) von Romai einzusetzen, macht er jedoch an harten technischen Faktoren, respektive Qualitätsmerkmalen, fest.

 

Einbringen von Kühlmittelbohrungen in Werkzeugschäfte


Die Aufgabe, für die speziell ausgeprägte AGWs benötigt werden, ist das Einbringen von Kühlmittelbohrungen in Werkzeugschäfte, die auf einem Mazak Multiplex 8200 CNC-Dreh-Fräszentrum von der Stange hergestellt werden. „Dafür verwenden wir Vollhartmetall-Werkzeuge in Überlängen bis 30 x D und Durchmesser zwischen drei bis sechs Millimeter“, erzählt Jürgen Reichert. Daraus ergeben sich zwei Anforderungen: Zum einen lassen die geometrischen Verhältnisse im Arbeitsraum der Maschine den Einsatz der überlangen Bohrwerkzeuge nicht zu und zum anderen reichen zumindest für die kleinen Bohrerdurchmesser die vorhandenen Spindeldrehzahlen nicht aus, um die notwendigen Schnittgeschwindigkeiten zu erreichen. 90° abgewinkelte AGWs mit zurückversetztem Abtrieb und dazu noch für die speziellen Gegebenheiten mit schmaler Bauform maximieren hier die nutzbaren Werkzeuglängen. Zudem sorgen 1:2 Übersetzungen dafür, dass für die Vollhartmetallwerkzeuge Abtriebsdrehzahlen von 8000 U/min zur Verfügung stehen.

 

AGWs bieten dauerhafte Bearbeitungsgenauigkeit


Insgesamt werden für die Pilot- und die Hauptbohrung zwei dieser AGWs eingesetzt. „Deren Gehäuse sind mit vergütetem Stahl ausgeführt, um eine große Steifigkeit und letztlich hohe, dauerhafte Bearbeitungsgenauigkeit zu gewährleisten“, ergänzt der Fertigungsmeister. Dazu gehört für ihn auch die High-End-Qualität im Getriebeaufbau, die hinsichtlich Qualität und Präzision in seine anspruchsvolle Werkzeugfertigung passen. Allem voran sind es die speziellen Verzahnungsgeometrien und Oberflächenbehandlungen der spiralverzahnten Kegelradgetriebe, die höchste Anforderungen erfüllen. Die spiralverzahnten Kegelräder verfügen durch die große Zahnüberdeckung über eine längere Kontaktlinie und können somit auch mehr Kraft übertragen. Dies sorgt für einen ruhigen Lauf und eine erhöhte Drehmomentübertragung. Was Reichert darüber hinaus an der Zusammenarbeit mit Romai ebenfalls schätzt, ist die konstruktive Flexibilität, mit der auf besondere Wünsche eingegangen wird. Als Beispiel nennt er das D´Andrea Schnellwechselsystem, welches in Deutschland von Ingersoll vertrieben wird und das Romai abtriebsseitig in die angetriebenen Werkzeuge implementiert hat.

www.romai.de   

Die Romai Robert Maier GmbH ist als inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen spezialisiert auf die Entwicklung, Konstruktion und Produktion von kundenspezifischen Präzisionsvorsatzgetrieben für Werkzeugmaschinen. Die Fertigung von Mehrspindelköpfen, Winkelköpfen, angetriebenen Werkzeugen und Maschinenkomponenten stellt die Kernkompetenz des Unternehmens dar. Die Bandbreite reicht von Standard- bis Sondergetrieben von einem Kilogramm bis zu 5000 Kilogramm.

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Beitrag aus dima 3/2015:

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