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www.DIMA-MAGAZIN.com gen Partner geht immer noch etwas mehr.“ Dies zeigt auch das anspruchsvolle Projekt zur Bohr-, Fas- und Rückwärtssenkbearbeitung an einem Mitnehmerflansch aus dem Werkstückstoff C35R. Wie in anderen Fällen erhielten Iscar und einige relevante Wettbewerber die Anfrage zur Lieferung eines Werkzeugs. Der für Beratung und Verkauf zuständige Iscar-Außendienstmitarbeiter Ralf Stuppart nahm sich der Anfrage an. Zusammen mit Matthias Erlebach, Anwendungstechnik und Beratung, und den Konstrukteuren in der Zentrale entwickelte er auf Basis des modularen Wechselkopfbohrers „Sumocham“ ein multifunktionales Bohrwerkzeug zum Bohren, Fasen und Rückwärtssenken. Von A wie Analyse bis Z wie Zeitersparnis Ralf Stuppart berichtet über die jahrelange, sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Fertigungstechnik-Spezialisten von Grünewald Feinmaschinenbau: „Wir sind durchgehend im Gespräch und dürfen jederzeit neue, erfolgversprechende Werkzeuglösungen vorstellen. Außerdem erhalten wir Anfragen zu alternativen Bearbeitungskonzepten mit Sonderwerkzeugen und werden schon früh in die Fertigungsstrategie einbezogen.“ So auch beim Mitnehmerflansch aus dem Werkstückstoff C35R. Dieser forderte die Experten von Iscar vor allem deshalb heraus, weil der Bearbeitung eine Pulverlack- Beschichtung vorausgeht und diese während der folgenden Bearbeitungsschritte nicht ausfransen oder abplatzen darf. Ausgangssituation war die mehrstufige Bohr-, Fas- und Senkbearbeitung mit mehreren VHM-Bohrern durch Vorbohren, Aufbohren, Anfasen und dem zusätzlichen Arbeitsgang Sen-   Statement ken an der Rückseite. Zudem konnten mit den VHM-Bohrern nicht die gewünschten Schnittwerte gefahren werden, und das Teil musste umgespannt werden. Welche Antworten/Lösungen bietet Iscar den Kunden für die im Anwenderbericht thematisierten Herausforderungen? Dazu Herbert Volk, Produktmanager Rotating Tools, Iscar Germany GmbH: „Im aktuellen Marktumfeld gewinnen kundenspezifische Werkzeuglösungen zunehmend an Bedeutung. Gezielt angepasste Sonderwerkzeuge bieten unseren Kunden speziell bei großen Losgrößen das Potential, die Produktivität und Wirtschaftlichkeit kostenintensiver Bearbeitungsprozesse um 20 bis 50 Prozent zu erhöhen. Im Mittelpunkt dieser Projekte steht immer die jeweilige Kundenanforderung. Je nach Zielvorgabe werden Bearbeitungsprozesse zusammengelegt, um Durchlaufzeiten zu reduzieren, Standzeitwerte optimiert oder Qualitätsmerkmale verbessert. Iscar unterstützt diese Prozesse mit einer intensiven Kundenbetreuung, beginnend bei der ersten Idee bis hin zum Einsatz der Werkzeuge. Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Umsetzung sind ein intensives Zerspanungs-Know-how sowie die Beherrschung der vollständigen Prozesskette. Dies setzt sich von der Betreuung vor Ort über die Konstruktion und Produktion bis zur Erstanwendung der einzelnen Sonderwerkzeuge durch.“ Bei 6 000 Bohrungen pro Schicht, also rund 360 000 Stück pro Jahr, galt es folgerichtig genau zu überlegen, wie das gesamte Bearbeitungskonzept zum Bohren, Anfasen und Rückwärtssenken aussehen sollte. Die in jeder Hinsicht optimale Lösung stellte ein Sonder-Bohrwerkzeug dar. Dieses entwickelten die Werkzeugspezialisten aus Ettlingen aus ihrem „Sumocham“-Portfolio an Wechselkopf-Bohrwerkzeugen. Es ist in drei Größen für verschiedene Baugrößen der Mitnehmerflansche im Einsatz. In diesen Sonder-Bohr-, Fas- und Rückwärtssenk Werkzeugen sind nun alle drei Arbeitsgänge integriert. Die Bearbeitung erfolgt in nur einem Arbeitsgang komplett – das bedeutet ohne Vorbohren. Iscar entwickelte dafür sowohl die betreffenden Größen an „Sumocham“-Grundkörpern weiter als auch die Bohrköpfe. Modulare „Sumocham“- Wechselkopfbohrer sind im Durchmesserbereich von sechs bis 32,9 Millimeter sowie für Bohrtiefen von 1,5 bis 12xD lieferbar. Darüber hinaus gibt es Ausführungen mit Weldon oder Rundschaft inklusive integrierten Kühlkanälen zur direkten Kühlmittelzufuhr an die Schneiden. Weitere Kennzeichen sind die stabile Bohrkopfklemmung und polierte Spankammern sowie verschiedene Bohrkopfgeometrien für die Bearbeitung von Stahl, Guss und rostfreien Werkstoffen. Eine Geschichte mit Erfolgsfaktor Jürgen Becker, Meister Transferlinien und CNCBearbeitungszentren bei Grünewald Feinmaschinenbau, meint abschließend: „Mit den multifunktionalen Wechselkopfbohrern ‚Sumocham‘ haben wir voll ins Schwarze getroffen. Die weichschneidende Bohrkopf- Geometrie vermeidet bei Bohrungsaustritt das Abplatzen der Pulverbeschichtung – obwohl wir mit viel höherem Vorschub fahren als zuvor.“ Zum Beispiel kann Grünewald bei der Flanschgröße, welche mit einem Sonder oder Multifunktionswerkzeug „Sumocham“ mit 8,5 Millimeter Bohrdurchmesser bearbeitet wird, dreifache Vorschubgeschwindigkeit, dreifachen Tischvorschub und schließlich dreifaches Zeitspanvolumen gegenüber früher eingesetzten VHMBohrern verzeichnen. „Außerdem fertigen wir mit einem Werkzeug statt vorher 8 000 jetzt 12 000 Bohrungen“, betont Becker. Rechnet man nun noch jeweils den Wegfall des Werkzeugwechsels, des Umspannens, des Bearbeitungsgangs Senken sowie des entsprechenden Werkzeugs hinzu und beachtet das vereinfachte Handling, spart das Unternehmen gut 50 Prozent an Bearbeitungszeit sowie an Beschaffungs- und Lagerhaltungskosen bei den Werkzeugen ein. Die „Sumocham“-Wechselkopfbohrer sorgen auch für eine hohe Prozesssicherheit, indem sie sich sowohl bei seitlichen Belastungen als auch beim Rückwärtssenken sehr stabil zeigen. Im Verlauf von 1,5 Jahren Einsatzzeit gab es so gut wie keine Ausfälle – das stellt die hohe Verfügbarkeit für die dreischichtige Serienfertigung eindrucksvoll unter Beweis. u www.gelenkwellen.de u www.iscar.de V.r.n.l.: Denis Buhlmann, Leiter Fertigungssteuerung Werk eins, und Jürgen Becker, Meister Transferstraßen und CNC-Bearbeitungszentren bei der Grünewald Feinmaschinenbau GmbH & Co. KG, Ralf Stuppart, Beratung und Verkauf, sowie Matthias Erlebach, Anwendungstechnik und Beratung bei der Iscar Germany GmbH


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