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66 Werkzeuge und Spannmittel Die Zukunft ist spannend Wie die Hainbuch GmbH aus Marbach auf Trends und Herausforderungen in der Spanntechnik antwortet.  Stefan Nitsche, Marbach* Industrie 4.0 ist das derzeit allgegenwärtige Produktvielfalt einleitete, änderte sich dies in den 80er Jahren schlagartig. Grund war die CNC-Technik, welche die Kundenanpassung der Produkte vorantrieb und die Vielfalt erhöhte. Die Aufgabe des gegenwärtigen Jahrhunderts ist es, die Entwicklung und Produktion zu personalisieren und dezentral zu regionalisieren. Größtmögliche individuelle Produktvielfalt bei immer kürzer werdenden Entwicklungs- und Lieferzeiten sind so selbstverständlich geworden wie höchste Qualitätsanforderungen. Für Hainbuch war deshalb schon früh klar, wohin die Reise geht. Das Hauptziel ist Flexibilität und Individuschen dima  3.2016 Thema und steht unter anderem für eine flexible Einzelteilfertigung, adaptive Fertigungsmittel und Informationsvernetzung. Auf viele Unternehmen kam diese Welle ganz plötzlich und unerwartet zu, nicht so für Hainbuch. Als Spannmittelexperte mit hoher eigener Fertigungstiefe und einem Stückzahl 1 Anteil von 60 Prozent, gepaart mit einem offenen Ohr für Kundenwünsche und dem schwäbischen Innovationsdrang, konnte dieser Weg schon vor einigen Jahren eigenständig eingeschlagen und jetzt behauptet werden. Veränderungen im Laufe der Zeit Betrachtet man zunächst die globale Fertigungsrevolution im vorherigen Jahrhundert, die zu Anfang die Massenproduktion bei geringer alisierung. Blickt man in der Zeitgeschichte mehr als 500 Jahre zurück, stößt man hier auf die ersten Bearbeitungsmaschinen von Leonardo da Vinci, die bereits viele der aktuellen Bedürfnisse in einfachster Weise abdeckten. Selbsthemmung der Spannung und Leichtbau durch Faserverbundwerkstoffe wie Holz sorgten für Energieeffizienz und flexible adaptierbare Antriebsmöglichkeiten. Durch einen modularen Aufbau und aufgrund mehrerer großer Spannbereiche war eine adaptive Werkstückspannung unterschiedlichster Geometrien möglich. Heute haben wir diese Merkmale natürlich an die derzeit physikalisch technischen Grenzen der gegenwärtigen Machbarkeit angepasst und deren Einsatz prozesssicher eruiert. Für die Kunden und Hainbuch selbst ist es heute selbstverständlich, mit hochdynamizusätzlichen Produktionskapazitäten berücksichtigt, führt kein wirtschaftlicherer Weg an einem Baukastensystem vorbei. Neue Herausforderungen Neu hinzukommende additive Fertigungsverfahren, wie zum Beispiel der 3D-Print, sorgen immer mehr für Antrieb, um die spanabhebenden Fertigungsprozesse ökonomisch und ökologisch zu hinterfragen und diese stetig zu optimieren. Für ein zunehmend geringeres Zerspanungsvolumen sorgt auch der stark wachsende Einsatz von Präzisionsschmiedeteilen. Die spanntechnologische Herausforderung zur prozesssicheren Zerspanung besteht oftmals darin, an sehr kurzen, bereits durch Schmieden fertiggestellten Konturen zu spannen und die benötigte Drehmomentübertragung adaptiv an einer eher * Der Autor Stefan Nitsche ist Mitarbeiter Strategischer Vertrieb und Marketing bei Hainbuch Leichtbau-Spannmitteln aus Carbon sehr energieeffizient zu zerspanen und dabei die Dämpfungseigenschaft fast zu verdoppeln, was die Oberflächengüte verbessert und Werkzeugstandzeiten massiv steigen lässt. Ebenso ist ein hochflexibles modulares Baukastensystem aus einer modernen und produktiven Fertigung nicht mehr wegzudenken. Logisch, wer innerhalb einer Minute sein Außenspannmittel, zum Beispiel ein Toplus oder Spanntop Futter, zu einem Innenspannmittel Mando oder Backenmodul ohne Ausrichten und Steifigkeitsverluste umrüsten kann, für den sind geringere Losgrößen eine abwechslungsreiche Freude am Arbeiten. Wird hierbei noch die Herabsetzung der Durchlaufzeit und Gewinnung von ungenauen, unrunden und für die Funktion nicht beeinflussenden Rohkontur anzubringen. Selbstverständlich schwimmend ausgleichend, denn zentriert wird aufgrund von Überbestimmungen nur an der kurzen Fertigkontur. Lösung ist hier eine Kombination aus Spannfutter und Talement. Das sind kleine, sich flexibel an der Werkstückoberfläche anlegende Spannelemente, welche mechanisch verblockt werden. Intelligente Spannmittel Informationsvernetzung und deren Nutzen zur Selbstdiagnose und Selbstoptimierung war bereits 2007 eine am Spannmittelmarkt umgesetzte Vision. Toplus IQ, das intelligente Spannfutter mit integrierter Messsensorik, ist hier


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