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82 Produkte, Systeme, Lösungen dass es nur ein marginales Ergänzungsprodukt ist. Unsere gesamte Prozesskette bis hin zur Logistik ist auf diese Variantenvielfalt abgestimmt. Das kommt uns jetzt zugute, und was Murrplastik ebenfalls auszeichnet: Technologietrends erkennen, sich das Know-how beschaffen, hier die entsprechenden Pfeiler einschlagen und langfristige Partnerschaften pflegen. Mit einem neuen Laserbeschriftungsgerät, die Markteinführung ist im vollen Gange, ergänzen wir zurzeit unser Technologieportfolio, denn wir meinen, der Markt für das Beschriften wird immer größer und vielfältiger, und wir sind nun mal die Spezialisten darin. Frau Hölzl, Sie haben ein eigenes Unternehmen dima  3.2016 in der Murrplastik-Gruppe p Produktions- und Logistik-Standort der Murrplastik Systemtechnik in Oppenweiler gegründet, das sich speziell mit Innovationen beschäftigt. Was waren die Beweggründe? Cornelia Hölzl: Die Gründung der Murrplastik Innovationstechnik hatte folgenden Hintergrund: Wir haben gesehen, die langfristige Existenzsicherung hängt davon ab, dass wir weiter innovative, clevere Produkte entwickeln und uns auch mit Zukunftsthemen beschäftigen müssen. Ingenieurtechnische Kapazitäten waren häufig durch das Tagesgeschäft gebunden, so dass kaum Zeit bleibt, um sich auch mal intensiver mit Anregungen aus dem Markt auseinanderzusetzen. Unsere Familie hat deshalb entschieden, eine spezielle Plattform dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen, um neuen Denkansätzen zu folgen und Produkte der Zukunft zu entwickeln. Die Innovationstechnik ist kein Tochterunternehmen, sondern in privater Hand der Gesellschafter. Themen sind hier zum Beispiel Ansatzpunkte mit Industrie 4.0, mit Elektromobilität, mit Smart-Polymers oder mit Leichtbauweise. Sind damit auch Anwendungen oder Produkte für neue Marktsegmente vorgesehen? Hans-Peter Wittek: Unsere Strategie ist, in drei Märkten tätig zu sein: Maschinenbau und Automationstechnik, Automotive sowie Medizintechnik. Medizintechnik deshalb, weil wir hier einen langfristigen Zukunftstrend sehen. Der Eintritt in die Medizintechnik gestaltet sich allerdings langwierig und ist mit hohen Anlaufkosten verbunden. Ich bin aber überzeugt, unser Unternehmen hat den notwendigen, langen Atem. Und erste Erfolge haben wir bereits. Haben Sie für dieses Anwendungsfeld schon konkrete Produkte? Cornelia Hölzl: Ja, zum Beispiel einen Y-Adapter. Das ist ein Adapter für ein Beatmungsgerät für Frühchen. Mit diesem kleinen Produkt lassen sich die Beatmungsschäden reduzieren. Die Markteinführung findet gerade mit einem Partner aus dem Bereich von Brutkästen statt. Frau Hölzl, Sie verbinden mit Ihrer Philosophie Unternehmerisches mit sozialem Engagement. Was hat Sie dazu bewogen, auch in den Bereich Inklusion zu investieren? Cornelia Hölzl: Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit der Paulinenpflege zusammen und lassen dort Veredelungen von unseren Produkten vornehmen und kleinere Montagearbeiten. Vor vier Jahren habe ich die Werkstatt besucht und mir davon ein Bild gemacht. Ich kam zum Schluss, es wäre für alle Beteiligten schöner und auch besser, wenn wir es schaffen, einige bei uns im Haus zu integrieren. So haben wir dann in Kooperation mit den Backnanger Werkstätten dieses Inklusionsprojekt geschmiedet. Das war herausfordernd, aber ich kann auf jeden Fall jedes Unternehmen ermuntern, es zu tun, Vorausgesetzt, man hat die nötige Arbeit dafür. In unserem Fall ist eine echte Win-Win-Situation herausgekommen. Eine Win-Situation für diese Mitarbeiter – bei uns sind es psychisch kranke Mitarbeiter. Sie haben die Chance, in ein Unternehmen zu kommen, aber auch dort trotz alledem noch in einem geschützten Bereich zu sein. Dann ist es ein Benefiz für die Werkstatt, weil sie Plätze frei bekommt, um wieder andere Leute beschäftigen zu können. Aber es ist auch ein Benefiz für das Unternehmen – also für Murrplastik. Behinderte Menschen sind in der Regel sehr angenehme Personen. Sie sind sehr lebensfreudig und ein Teil unserer Kultur geworden. Als Unternehmerin muss ich sagen, es rechnet sich. Wenn man es richtig organisiert, wenn es in enger Kooperation mit der Werkstatt läuft. Vielleicht noch eine kleine Anmerkung: Wir sind ein Familienunternehmen, das den Generationswechsel vorbildlich hinbekommen hat. Wir sind heute ein Inhaberunternehmen, in Managementführung aber mit den Werten eines Familienunternehmens. Diese Kombination, so wird uns immer wieder bescheinigt, macht uns zu einem angenehmen Arbeitgeber. Uns wiederum hilft es, die notwendigen Fachkräfte an uns zu binden. Der Wettbewerb um die Fachkräfte in unserer Region ist groß. Aber wir können trotz alledem sagen, dass wir unsere Positionen aufgrund unseres Images bis dato mit tollen Leuten besetzen konnten. Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Hans-Peter Wittek: Wir wollen unsere Position weiter ausbauen als innovativer, sehr kundenorientierter Mittelständler, der mit schwäbisch-mittelständischen Werten weltweit agieren kann. u www.mp.de


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