Bild: Tillmann Profil / Proxia
Produktions-Monitoring live und mobil

Der Aufbau eines nachhaltigen IT-Produktionsgedächtnisses durch die MES-Implementierung aus Maschinen- und Betriebsdatenerfassung von Proxia sorgt beim Metallverarbeiter Tillmann Profil für mehr Transparenz und besseres Produktionscontrolling.


Im zweiten Anlauf würde es ganz sicher klappen, sonst wäre das Thema MES (Manufacturing Execution System) für weitere Jahre vom Tisch. Das war vor sieben Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt notierten die Mitarbeiter der Tillmann Profil GmbH sämtliche Betriebsdaten mit der Hand auf vorgedruckten Formularen. Der erneute Anlauf für eine softwarebasierte Betriebsdatenerfassung startete 2010. Schon einmal hatte Tillmann Jahre vorher versucht, eine MDE/BDE-Lösung zu implementieren. Dieser erste Versuch scheiterte, weil das System die Mitarbeiter überforderte: zu unhandlich war es, zu komplex, zu wenig aussagefähig.


Tillmann Profil verarbeitet eine breite Palette von Materialien wie verzinkter Stahl, Edelstahl, Warmband, Kaltband und vieles mehr. Zwölf Profilier-Anlagen stehen in den Hallen des Metallverarbeiters, hinzu kommen Fräs- und Drehmaschinen, diverse Pressen sowie Anlagen für das Laserschweißen. Mit der hohen Fertigungsbreite und -tiefe ist das Unternehmen gut aufgestellt, um die Anforderungen seines heterogenen Kundenkreises zu erfüllen. Hierzu gehört besonders die Liefertermintreue, wie Fertigungsplaner Denis Magné betont: „Früher konnten Kunden mit einem 8-Wochen-Liefertermin leben. Im privaten Umfeld werden Kunden jedoch von Amazon & Co. mit Overnight-Lieferterminen konditioniert. Diese Philosophie schlägt sich nun bis in unsere Branche durch: Wir sind permanent unter Druck, besonders was die Liefertermine betrifft.“


Um diesen Herausforderungen zu begegnen, führten die Verantwortlichen im Jahr 2010 ein MES-System ein. Die Mitarbeiterakzeptanz war dabei ein entscheidendes Kriterium. Neben der Maschinendatenerfassung (MDE) ging es vor allem um das Erfassen von Betriebsdaten und Personalzeiten. Hier ist eine aktive Dateneingabe durch die Mitarbeiter gefragt: Die Software-Bedienoberfläche muss demnach so anwenderfreundlich wie möglich gestaltet sein. Bei der Ausschreibung erhielt die Proxia Software AG aus Ebersberg diesmal den Zuschlag – vor allem, weil die Oberfläche ihrer MDE- und BDE-Module so einfach und flexibel gestaltet war wie bei einem Smartphone. Die enorme Konfigurationsflexibilität sowie der modulare, erweiterbare Aufbau der Module waren weitere Faktoren für die Entscheidung.


Das Einführungskonzept hatte Erfolg: Nach einer kurzen Testphase mit Key-Usern wurde das MDE/BDE-System der Belegschaft präsentiert und anschließend reibungslos in der kompletten Fertigung implementiert. „Zusammen mit der Proxia-Software haben wir auch neue noax-Industrie-PCs an allen Arbeitsplätzen eingeführt – moderne, einfache Soft- und Hardware, die an jedem Arbeitsplatz durchgängig gleich ist“, nennt IT-Mitarbeiter Bastian Vielhaber einen weiteren Erfolgsfaktor. Auf den Industrie-PCs ist neben der Maschinensteuerung (Proxia MDE und BDE) auch die CAQ-Software von Babtec installiert. Der Mitarbeiter muss also nicht von einem PC zum anderen wechseln, sondern kann alle Daten für seine Arbeit auf einem Bildschirm eingeben oder abrufen und von dort aus auch die Maschinen steuern.

 

Kennzahlen auf Knopfdruck


Die von Proxia im Rahmen des Projekts realisierte Datenkommunikation des MES erfolgt bidirektional mit dem ERP-System. Insgesamt sind 13 Maschinen und Anlagen angebunden. Das Besondere daran: Die Anbindung geschieht nicht über ein zusätzliches Hardware-Modul, sondern läuft softwareseitig direkt und nativ. „Diese Direktintegration war die Anforderung unserer IT-Leitung: Es entstehen keine zusätzlichen Kosten und Risiken für weitere Hardware“, begründet Denis Magné. „Proxia ist hier mit der modernen Software unseren innovativen Weg mitgegangen und hat uns eine ,smarte‘ und sehr zukunftsfähige, flexible Alternative zur herkömmlichen Hardware-Anbindung realisiert.“ Ähnlich wie bei OPC-UA wird mit den Maschinen über eine Datenbankschnittstelle kommuniziert. Aktuell plant Tillmann mit neuen Maschinenanbindungen Schritt für Schritt auf den Industriestandard OPC-UA umzusteigen. Ergänzt werden die 13 Maschinen mit MDE-Anbindung um rund 40 BDE-Arbeitsplätze.


Die Schichtleitung ist mit Tablet-PCs ausgestattet, auf denen der Proxia Manager installiert ist. Mithilfe dieser Applikationsplattform, die Informationen wie Online-Monitoring, Zeitstrahl oder Maschinenstatus aus allen Proxia-Modulen live und mobil darstellt, haben sie jederzeit die volle Übersicht über den aktuellen Status in der Fertigung. Sie können damit bei ihren Rundgängen zeitnah reagieren, zum Beispiel Personal direkt von einer Maschine zur anderen wechseln lassen, falls Bedarf besteht. Insbesondere das mobile Online-Monitoring hilft, unproduktive Zeiten zu vermeiden, wie Denis Magné betont: „Wenn die Schichtleitung mit dem Tablet durch die Fertigung geht, dann sieht der Verantwortliche sofort die Schwachstellen oder Engpässe und kann direkt Maßnahmen einleiten. Mithilfe der Software sehen wir nicht nur, dass eine Maschine steht, sondern direkt, woran es liegt.“ Auch die Produktionsmitarbeiter profitieren von der Digitalisierung: In den Fertigungshallen gibt es große TV-Monitore als zentrale Info-Points, die live und transparent über relevante Produktionsdaten Auskunft geben.

 

Aus Daten werden Informationen


„Proxia liefert nicht nur ,nackte‘ Zahlen aus der Produktion, sondern wandelt sie in verwertbare Informationen sowie Kennzahlen um und visualisiert diese in entsprechenden Reports, die wiederum als Grundlage für betriebswirtschaftliche Entscheidungen dienen“, fasst Denis Magné den Nutzen der neuen Lösung zusammen. „Wir bauen uns mit all diesen Daten eine Art ,IT-Produktionsgedächtnis‘ auf, mit dem wir Daten erfassen, speichern, visualisieren und auswerten. So lernen wir aus unseren Erfahrungen.“ Mithilfe der neuen Lösung lassen sich die Parameter der Maschinen optimal anpassen. Darüber hinaus machen die Informationen der MDE/BDE-Software eine genaue Nachkalkulation erst möglich: Tillmann Profil kalkuliert nun aufgrund gesicherter Daten exakt Material, Mitarbeiter und Maschineneinsatz. Auch dies hat einen erheblichen Produktivitätsschub bewirkt. Aufgrund der nachweisbaren Erfolge ist geplant, Proxia MES um eine Personalzeiterfassung zu erweitern. Als weiteres Ziel ist das Ausrollen des MES in der gesamten Tillmann-Gruppe anvisiert.

 

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www.proxia.com

 

 

 

 

Beitrag aus dima 3/2018:

 

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