Bild: Toshulin / Lapp
Mehr Effizienz für den Maschinenbau

Die riesigen Vertikaldrehmaschinen von Toshulin bohren, drehen, fräsen oder schleifen beispielsweise Rotoren für Gasturbinen, Getriebe für Windkraftanlagen oder Räder für Lokomotiven. Die hier zum Einsatz kommenden Energieketten werden von Lapp fertig bestückt. Das spart Zeit und erhöht die Effizienz.


Die Vertikaldrehmaschinen, auch Karusselldrehmaschinen genannt, sind riesig und viele Tonnen schwer. Dennoch arbeiten sie hochpräzise. Die Durchmesser der Planscheiben reichen von 800 mm bis 6000 mm bei gleichzeitiger Bearbeitungspräzision bis in den Bereich von Mikrometern. Dabei rotiert die Spindel um eine vertikale Achse, wie bei einem Schallplattenspieler. Solche Vertikaldrehmaschinen tauschen die Werkstücke auf der rotierenden Planscheibe automatisch aus – und ebenso die Werkzeuge, die von oben auf das Werkstück abgesenkt werden.


Einer der führenden Hersteller solcher Bearbeitungsmaschinen ist der tschechische Anbieter Toshulin. Seit einigen Jahren liefert Lapp aus seinem Werk in Tschechien dafür komplette Energieketten – fertig mit Kabeln und Steckern bestückt – für die bewegten Anwendungen in den Maschinen. Toshulin stellt jedes Jahr etwa 40 Vertikaldrehmaschinen her; die meisten gehen ins Ausland, unter anderem nach Deutschland, Russland, China, in die USA und viele weitere Länder. Die Maschinen kommen in verschiedenen Branchen zum Einsatz, etwa in der Luftfahrtindustrie bei den Triebwerksherstellern General Electric oder Rolls Royce; Siemens produziert damit Gasturbinen und SEW Eurodrive Getriebe für Windkraftanlagen.


Der Werkzeugmaschinenhersteller verwendet Kabel von Lapp seit 1993 und war damals sogar der erste Kunde in Tschechien – mit der Kundennummer 000001. Die ersten verkauften Teile waren Dichtungen, aber schon bald kamen Kabel und Kabeldurchführungen hinzu. Zu Beginn waren die Aufgaben klar verteilt: Die Mitarbeiter des Maschinenbauers bestückten ihre Energieketten selbst, Kabel und Zubehör wurden geliefert. „Die Anforderungen stiegen jedoch aufgrund immer höherer Bewegungsgeschwindigkeiten und infolge strengerer Vorgaben an die Widerstandfähigkeit gegen Chemikalien. Zudem benötigten wir immer größere Stückzahlen“, berichtet Vojtěch Frkal, Technischer Direktor bei Toshulin. „Es wurde deutlich, dass eine engere Zusammenarbeit notwendig war.“

 

Vom Teile- zum Systemlieferanten


Frantisek Omasta, der schon seit vielen Jahren bei Lapp in Tschechien das Geschäft für Kabelführungen entwickelt hatte, war mit der Rolle als Lieferant von Kabeln ohnehin nicht mehr zufrieden. Viele andere Maschinenbauer und Wettbewerber würden erst das mechanische Design der Energieketten entwerfen und dann die Kabel anpassen, bemängelt Omasta. „Die Kette ist aber für das Kabel da – nicht umgekehrt.“ Deshalb seien maßgeschneiderte Systemlösungen zuverlässiger. Die Chance für Optimierungen ergab sich vor einigen Jahren. „Wir bekamen von Toshulin Konstruktionsunterlagen für eine Schleppkette, für die wir die Kabel liefern sollten“, erinnert sich Omasta, „und darin haben wir einen Konstruktionsfehler gefunden.“ Die Lapp -Ingenieure machten einen Alternativvorschlag, der Platz sparte und die Haltbarkeit der Kette erhöhte. Die Techniker von Toshulin waren sehr zufrieden, denn die von Lapp vorgeschlagenen Energieketten versprachen höhere Leistung und signifikante Zeitersparnis für den Werkzeugmaschinenhersteller.


Seitdem bezieht das Unternehmen die Energieketten für die Maschinentypen Basic-Turn und Force-Turn von Lapp, darunter Ketten sowohl aus Nylon als auch aus Stahl, ebenso Hybridkonstruktionen aus beiden Materialien. Stahlketten waren für Toshulin bis dahin ein Novum, doch an Stellen, wo viel Hitze entsteht – etwa an heißen Mikrochips – ist eine gute Wärmeableitung erforderlich. Hier haben Stahlketten prinzipbedingt deutliche Vorteile. „Heute beziehen wir einbaufertige Energieketten. Das beschleunigt den Produktionsprozess deutlich“, erläutert Vojtěch Frkal.

 

International auf allen Ebenen


Die fertig bestückten Energieketten vermarktet Lapp unter dem Namen Ölflex Connect Chain. Der Kunde muss sie nur noch an seine Maschine montieren und die Stecker anschließen. „Der Beschaffungsprozess wird einfacher, die komplette Kette hat nur eine Teilenummer“, weiß Frantisek Omasta. Das Know-how steckt in der Auswahl geeigneter Kabel und Stecker sowie im perfekten Zusammenspiel der Komponenten, weniger in der Fertigung der Schleppketten. Diese bezieht Lapp von Brevetti Stendalto. Das Unternehmen in Monza, Italien, gilt als Erfinder der Schleppkette aus Nylon, hat aber auch Stahlketten im Programm.


Unter dem Namen Ölflex Connect hat Lapp vor zwei Jahren alle globalen Aktivitäten der Konfektionierung inklusive Beratung für die Kunden gebündelt und Engineering-, Produktions- sowie Konfektionskapazitäten in Amerika, Europa und Asien aufgebaut. Die Kunden profitieren von individuellen Lösungen in hoher Qualität dank des optimalen Zusammenspiels aller Komponenten sowie kompetenter Beratung durch die Ingenieure von Lapp. „Niemand kennt unsere Produkte besser als wir selbst – das gewährleistet optimale Funktionssicherheit des kompletten Systems“, erklärt Georg Stawowy, Vorstand Technik und Innovation bei der Lapp Holding AG. „Und zwar global, mit lokalen Ansprechpartnern und lokalem Marktverständnis.“


Vojtěch Frkal hat den Schritt, die Montage der Energieketten extern abzugeben, nie bereut. Im Gegenteil: „Die Qualität von Lapp und Brevetti Stendalto ist unübertroffen. Wenn wir die qualitativ besten Produkte im Markt herstellen wollen, müssen wir auch bei den Lieferanten mit den Qualitätsführern zusammenarbeiten.“

 

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www.Lappkabel.de

 

 

 

 

 

 

Beitrag aus dima 3/2018:

 

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