Präzisionswerkzeuge 2022 im Plus

Die Hersteller von Präzisionswerkzeugen erzielten letztes Jahr einen Umsatz von rund 9,9 Milliarden Euro und sehen für 2023 einen steigenden Werkzeugbedarf.
Der steigende Bedarf an Werkzeugen lässt für dieses Jahr insgesamt auf ein erneutes Produktionswachstum um 8 Prozent hoffen (Quelle: Statistisches Bundesamt, Schätzung 2022 und Prognose 2023 VDMA)
Der steigende Bedarf an Werkzeugen lässt für dieses Jahr insgesamt auf ein erneutes Produktionswachstum um 8 Prozent hoffen (Quelle: Statistisches Bundesamt, Schätzung 2022 und Prognose 2023 VDMA)Bild: VDMA e.V.

„2022 konnten die Präzisionswerkzeughersteller die erwartete Umsatzsteigerung von 8 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro erreichen“, so Stefan Zecha, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA, auf der Jahres-Pressekonferenz am 17. Januar 2023 in Frankfurt am Main. „Allerdings werden die Herausforderungen für die überwiegend kleineren und mittleren Betriebe der Branche immer größer. Denn die Belastungen steigen, beispielsweise bei den Kosten von Energie, Personal und Rohstoffen. Aber auch die Bürokratie mit Nachweispflichten bei Lieferketten oder Nachhaltigkeit. Und der Fachkräftemangel schränkt unsere Wachstumsoptionen ein.“

Das Exportgeschäft konnte 2022 insgesamt leicht auf über 6 Milliarden Euro gesteigert werden. Allerdings mit deutlich unterschiedlicher Entwicklung in den einzelnen Teilbranchen und nach Zielländern. Ein wesentlicher Wachstumsfaktor war das Amerikageschäft. Die Absatzentwicklung in China verlief hingegen enttäuschend. Der deutsche Markt erreichte ein Volumen von 7 Milliarden Euro (Binnenlieferungen plus Import). Er startete zu Jahresbeginn 2022 gut, stagnierte im zweiten Quartal und legte im zweiten Halbjahr dann wieder markant zu. Insbesondere die in den letzten Monaten wieder auffällig gestiegene Inlandsproduktion der deutschen Autoindustrie und die hohe Produktionsauslastung im Maschinenbau machten sich positiv bemerkbar.

Herausforderungen

Die hohe Inflation und der Ukraine-Krieg mit all seinen Folgen werden die Unternehmen noch lange belasten, so die Prognose. Auch der teure Tarifabschluss vom November 2022 sei eine Bürde für die Unternehmen. Materialengpässe und Schwierigkeiten in der Lieferkette dauern an, zudem kehren immer mehr Staaten zu protektionistischen Maßnahmen zurück. Insgesamt sei zu erwarten, dass auch 2023 ein schwieriges Jahr in allen Teilbranchen der Präzisionswerkzeuge-Industrie werde. „Der steigende Bedarf an Werkzeugen in manchen Kundenbranchen lässt uns immerhin insgesamt auf ein erneutes Produktionswachstum um 8 Prozent hoffen“, finalisiert Zecha.

EMO, Intec und Moulding Expo

Vom 18. bis 23. September 2023 ist die Weltleitmesse EMO in Hannover mit den drei Schwerpunktthemen ‚Future of Business‘, ‚Future of Connectivity‘ und ‚Future of Sustainability in Production‘ auch das Schaufenster der Präzisionswerkzeug-Industrie in die Welt. Der Fachverband Präzisionswerkzeuge steht mit einem Infostand mitten unter den Werkzeugherstellern. Unter anderem veranstaltet der VDMA wieder ein Technologie-Forum, bei dem neben den Mitgliedern der Fachverbände Präzisionswerkzeuge sowie Mess- und Prüftechnik und der Forschung auch wieder interessante Startups neue Ideen in die Branche tragen werden. Zwei weitere wichtige Messen für die Branche sind die Intec in Leipzig vom 7. bis 10. März mit einem VDMA-Gemeinschaftsstand und die Moulding Expo vom 13. bis 16. Juni 2023. Der VDMA ist mit einem Infostand in Stuttgart vertreten und wird täglich wechselnde Themen an die Fachbesucher und Aussteller adressieren.

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