Fachartikel: Gewusst, was und wo

Ohne Satellitennavigationssysteme ist die heutige Welt kaum noch vorstellbar. Das Problem: Diese Systeme funktionieren nur im Freien - in Innenräumen sind sie nicht in der Lage, Objekte, Transportsysteme oder Menschen zu orten. Mithilfe des neue Ortungsstandards omlox können nun auch nahtlos drinnen Dinge geortet werden, und das technologie- und hersteller-unabhängig.
Omlox erlaubt den einheitlichen und nahtlosen Zugriff auf Ortungsdaten mit einer anbieterübergreifenden Lösung.
Omlox erlaubt den einheitlichen und nahtlosen Zugriff auf Ortungsdaten mit einer anbieterübergreifenden Lösung.Bild: Trumpf GmbH + Co. KG

Gerade die vergangenen Monate zeigten deutliche Schwächen in den bisherigen Lieferketten auf. Selbst gut aufgestellte internationale Unternehmen standen plötzlich vor leergeräumten Lagern, hatten mit Stillstand in der Produktion zu kämpfen und mussten Maschinen abschalten. Angesichts des hohen Vernetzungsgrades moderner Produktionsprozesse wurde deutlich, dass Informationen zum Aufenthaltsort von Waren essenziell wichtig sind, um der Marktdynamik zu begegnen. Echtzeit-Ortungsdaten sind die Basis für Transparenz in den Lieferketten und für eine dynamische und flexible Produktion. Allerdings besitzt eine Produktionsstätte eine unglaubliche Vielfalt an bewegten Objekten wie Material, Werkzeuge, Flurförderfahrzeuge, Roboter und Menschen.

Mit dem standardisierten Ortungssystem lassen sich verschiedene Geräte von unterschiedlichen Anbietern vernetzen.
Mit dem standardisierten Ortungssystem lassen sich verschiedene Geräte von unterschiedlichen Anbietern vernetzen. – Bild: Trumpf GmbH + Co. KG

Es wäre ausgesprochen hilfreich, wenn sich all diese Objekte zu vernünftigen Kosten nachverfolgen ließen und die Ortungsdaten in einem einheitlichen Datenformat für alle Anwendungen in der Logistik und Produktion zur Verfügung stünden. Genau dieser Herausforderung hat sich der Ortungsstandard omlox angenommen.

Stand der Technik

Die Positionsbestimmung von Objekten ist an sich nichts Neues, sondern gelingt heute dank globaler Navigationssatellitensysteme immer genauer. Aber: Das gilt nicht für Innenräume. Natürlich gibt es heute eine Vielzahl von Ortungstechnologien, die für eine Ortung in Innenräumen geeignet sind, beispielsweise unter Zuhilfenahme von Funktechnologie (z.B Wi-Fi, Bluetooth, UWB oder RFID), optischen Systemen (z.B. kamera-basiert) oder der Sensorik auf mobilen Geräten (z.B. Inertial-Sensoren, Magnetfeld- oder Funkfeld-Messungen).

>>Standardisiertes Ortungssystem omlox schließt Lücke in der Objektverfolgung<<

Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass jede Technologie spezielle Charakteristika besitzt, wie beispielsweise die Ortungspräzision, Robustheit in metall-intensiven Umgebungen, räumliche Abdeckung in großen Hallen oder Batterieverbrauch von Ortungstags. Darüber hinaus definiert jeder Anbieter in den verschiedenen Ortungstechnologien eigene Schnittstellen und stellt die Daten in einem eigenen, meist lokalen Koordinatensystem bereit.

Aufgrund der Vielfalt der Technologien und den verschiedenen Insel-Lösungen ist eine nahtlose Nachverfolgung von Objekten heute meist nicht betriebswirtschaftlich darstellbar. Das hat zur Folge, dass in Innenräumen Anwendungsfälle mit einem Raumbezug (z.B. beim Asset-Tracking) meist nur in eng begrenzten Flächen und mit einer fest definierten Anzahl von geortet Objekten umgesetzt werden.

Einheitlicher Zugriff auf Ortungsdaten

Um eine einheitliche und technologie-unabhängige Bereitstellung von Ortungsdaten zu ermöglichen, definiert der Ortungsstandard omlox eine leichtgewichtige Middleware namens omlox hub. Ein omlox hub führt die Ortungsdaten aus den verschiedenen Ortungstechnologien zusammen und stellt die Ortungsdaten über APIs in einem einheitlichen, geo-referenzierten Format bereit. Darüber hinaus bietet ein omlox hub einige generische räumliche Funktionen, die für viele Anwendungen notwendig sind. Diese sind beispielsweise

  • die Zuordnung von Ortungsdaten aus verschiedenen Quellen zu einem Objekt (z.B. eine Palette, die sowohl via RFID als auch BLE geortet werden kann);
  • die Kollisionserkennung von sich bewegenden Objekten;
  • die Erfassung, ob sich Objekte in einem definierten Bereich befinden;
  • die ‚Übersetzung‘ der Positionsdaten in die lokalen Koordinatensysteme der angebunden Ortungstechnologien.
Die smarte Lösung sorgt für eine neue Art von Transparenz im Betrieb und bei den Abläufen.
Die smarte Lösung sorgt für eine neue Art von Transparenz im Betrieb und bei den Abläufen. – Bild: Trumpf GmbH + Co. KG

Da ein omlox alle Ortungsdaten zusammenführt und die Funktionen unabhängig von der tatsächlichen Ortungstechnologie sind, wird es für die Produktions- oder Logistik-Anwendungen unerheblich, woher die Ortungsdaten stammen. Damit ermöglicht der omlox Standard eine sehr große Flexibilität und Zukunftssicherheit.

Präzise Echtzeitortung: interoperabel, offen und bezahlbar

Produktionsflächen oder Warenhäuser sind üblicherweise durch viele metallene Strukturen wie Maschinen oder Regale gekennzeichnet. In diesen Umfeldern hat sich die Ortung via Ultra-Wideband Technologie aufgrund ihrer Funkcharakteristik als besonders robust und präzise erwiesen. Leider war diese Technologie in der Vergangenheit teuer und der Markt durch viele, kleine Anbieter fragmentiert und geschlossen. Auch hier bietet der omlox Standard eine Antwort.

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