
Insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau finden sich viele durch einen Elektromotor angetriebene Anwendungen. Die Leistungsklasse solcher Motoren erstreckt sich meist von einigen W bis zu 3,5kW. Je nach Applikation werden verschiedene Ansprüche an die zugehörige Motorsteuerung gestellt. Beispielsweise sind für die Integration der Anwendung in den Sicherheitskreis bis zu zwei, für den Direkt- und Reversierstart jeweils ein und für den Motorschutz ein weiteres mechanisches Schaltelement erforderlich, also in Summe fünf Komponenten. Bei der konventionellen Motorsteuerung werden diese Aufgaben von sogenannten Schützen und einem Motorschutzrelais übernommen, die entsprechend geplant, verdrahtet und verschaltet werden müssen. Deshalb vereinen die Hybridmotorstarter der Produktfamilie Contactron bis zu vier Funktionen in einem Gerät: Not-Halt, Motorstart, Wendefunktion und Motorschutz gegen Überlast.
Per Engineering-Tool mühelos einrichten
Vor allem die Not-Halt-Funktion stellt Anwender oft vor Herausforderungen. Es kommen kostenintensive Peripheriegeräte zum Einsatz, die Signale der Anlagensensorik verarbeiten sowie Signale an die Anlagenaktorik ausgeben und die sicherheitsgerichteten Anforderungen über sichere Ein- und Ausgänge erfüllen. Durch die Verwendung des Profisafe-Buskopplers der Produktfamilie Contracton können eine Vielzahl an nicht-sicheren und sicheren I/O-Punkten an einer Steuerung oder einem zugehörigen Peripheriegerät eingespart werden respektive die Peripherie lässt sich komplett ersetzen.
Weniger Verdrahtungsaufwand
Die Kombination der vier Funktionen in nur einem Schaltgerät eröffnet zahlreiche Vorteile. Wegen der kompakten Bauform der Hybridmotorstarter spart der Anwender bis zu 89 Prozent Platz im Schaltschrank ein, die eine konventionelle Schaltungskombination benötigen würde. Darüber hinaus reduzieren sich der Verdrahtungsaufwand und damit die Fehleranfälligkeit bei der Inbetriebnahme der Anlage. Aufgrund der Varianz der zur Verfügung stehenden Contactron-Geräte lässt sich für jede Applikation ein Modul mit passendem Funktionsumfang wählen.
Einfach alles vernetzen
Neben den Hybridmotorstartern umfasst die Produktfamilie Contactron weitere Module, die sich über das Interface-System vernetzen lassen. Diese werden mit den gleichen Buskopplern über den Rückwandbus an das übergeordnete Feldbussystem angeschlossen. Ist in den Anlagen bereits eine IO-Link-Kommunikation vorhanden, bieten sich Hybridmotorstarter mit IO-Link-Interface an: www.phoenixcontact.de/contactron
Die spezielle Hybridtechnologie der Contactron-Familie birgt einen weiteren Nutzen. Durch die mikroprozessorgesteuerte Verknüpfung von robuster Relaistechnik und verschleißfreier Halbleitertechnologie, die beim Starten / Stoppen des Motors den verschleißbehafteten Ein- und Ausschaltvorgang ausführt, kann das Relais lastfrei geschaltet werden und den Strom verlustarm führen. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass sich der Verschleiß der Kontaktflächen des Relais minimiert. Der Motorstarter erreicht so eine bis zu zehnfach höhere Lebensdauer gegenüber einem mechanischen Schütz. Der Anwender erhält folglich eine einfache und wirtschaftliche Lösung für zukunftssichere Anlagen, in denen eine robuste, zuverlässige und langlebige Motoransteuerung notwendig ist.
Wichtige Diagnosedaten
In der Industrie wächst das Bedürfnis der Datennutzung, um Prozesse zu überwachen und zu optimieren oder Serviceeinsätze besser zu planen. Dazu gilt es im ersten Schritt, die Anlagendaten bereitzustellten. Aus diesem Grund ist die Produktfamilie Contactron um eine vernetzbare Variante des Hybridmotorstarters erweitert worden. Sie bietet die gleichen Funktionen wie die klassischen Contactron-Schaltgeräte, realisiert durch die Möglichkeit der Vernetzung jedoch zusätzlich einen dezentralen Ansatz.

Der Anwender kann somit über das vorhandene Feldbussystem direkt auf die Motoren zugreifen. So lassen sich wichtige Diagnosedaten der Motoren an die Anlagensteuerung weiterleiten und der Anwender ist immer über den aktuellen Zustand seiner Antriebe informiert.
Komfortabel konfigurieren
Die Konfiguration lässt sich einfach über das kostenfreie Clipx Engineer Device Parameterization Tool durchführen. Über diese Schnittstelle ist die volle Funktionalität der Motorstarter anwendbar.
Prinzipiell erlaubt der Rückwandbus die Definition von maximal 32 Prozessdaten. Diese können über eine GSDML- (Generic Station Description Markup Language) oder FDCML-Datei (Field Device Configuration Markup Language) im Leitsystem abgerufen und mit Programmvariablen verknüpft werden. Die GSDML- respektive FDCML-Datei eröffnet einen zweiten Konfigurationsweg. Die Prozessdaten lassen sich direkt in der Automatisierungs-Software als Submodul an das Kopfmodul – den Buskoppler – anhängen. Auf diese Weise kann der Anwender bis zu 15 Geräte an einem Buskoppler betreiben, ohne dass er sich in eine zusätzliche Software einarbeiten muss. Das spart nicht nur Zeit, sondern vereinfacht im Wartungsfall auch den Umgang mit der Station.
Autor: Michael Stein, Produktmanager Contactron, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Bad Pyrmont

















