Viele Automationslösungen nutzen (noch) Bildverarbeitungskameras oder -sensoren, die direkt am Greifer montiert sind und die einzelnen erfassten Bildpunkte als Grauwerte darstellen. Neben möglichen Problemen beim Erkennen der KLTs schlägt sich dieser Ansatz vor allem negativ auf die Taktzeit der Anlage nieder, denn zur Ermittlung des Typs der nächsten aufzunehmenden Kiste muss der Greifer jeweils an diese heranfahren. Auch wenn dies nur wenige Sekunden dauert, geht hier doch bei bis zu 80 KLTs pro Palette in Summe wertvolle Taktzeit verloren. Im Gegensatz dazu nutzt Polyplan eine distanzmessende 3D-Visionlösung von VMT Vision Machine Technic Bildverarbeitungssysteme, ebenfalls ein Unternehmen der Pepperl+Fuchs-Gruppe.
Polyplan integriert das Messsystem nicht in den Multifunktionsgreifer, sondern installiert es stattdessen in einer statischen Position oberhalb des Depalletierungsplatzes. Damit ist es in der Lage, nach jedem Greifen ein aktualisiertes 3D-Bild des Stapelschemas der obersten Palettenlage sowie für jeden KLT dessen Kontur-, Höhen- und Positionswerte zu ermitteln. Darüber hinaus werden Lagefehler erkannt, die bis zu ±20° um alle Rotationsachsen ausgeglichen werden können. Mit einer Zykluszeit von weniger als zehn Sekunden pro KLT gehören die robotergeführten Depalettieranlagen von Polyplan so zu den schnellsten Systemen ihrer Art am Markt – inklusive besonders hoher Prozesssicherheit.
Autor: Martin Achter, CTO, Polyplan-GmbH in Straßlach

















