
Typischerweise nutzt jede Fachabteilung ihre eigenen Werkzeuge: das Engineering sowohl CAD- als auch BIM-Systeme, die Instandhaltung ihr Wartungstool, das Energiemanagement eine Energiesoftware, die Produktion MES und BDE. Die Daten ‚kennen‘ sich nicht, sie sprechen nicht miteinander und wissen nichts voneinander. Selbst dort, wo Fachbereiche voneinander wissen, dass es nützliche Daten gibt, scheitert die Zusammenarbeit daran, dass sich diese Informationen nicht einfach auf andere Systeme übertragen lassen – geschweige denn im laufenden Betrieb und unter Berücksichtigung von Datenschutz. Die Frage, ob man dafür alle kritischen Werkdaten in eine externe Cloud streamen möchte, beantworten zahlreiche Unternehmen mit einem klaren Nein.
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Die vorhandene IT-Infrastruktur ist für eine große Zahl an Datentypen kaum ausgelegt. Eine Punktwolke im Terabyte-Bereich lässt sich auf einem normalen Office-Rechner schlichtweg nicht öffnen, große 3D-Modelle oder umfangreiche Energiedaten bremsen Standard-Hardware ebenfalls aus. Die Folge: Daten bleiben ungenutzt, weil schon der erste Schritt – das Öffnen und Sichtbarmachen – zu aufwändig oder kaum möglich ist. Betriebsleiter treffen damit täglich Entscheidungen, als gäbe es diese Informationen gar nicht.
Ein neues Betriebssystem für den Produktionsstandort
Genau an dieser Stelle setzt die Visual-Intelligence-Plattform Speedikon VIP an. Statt zu versuchen, alle Informationen in ein neues zentrales System zu migrieren, bildet VIP eine Klammer über die vorhandene Datenlandschaft. Der Schlüssel liegt in der Geometrie: Daten werden nicht abstrakt in Tabellen gesammelt, sondern an ihrem räumlichen Ursprung verankert – also an Halle, Raum, Maschine, Leitung oder Objekt.

Unterschiedliche Quellen werden in einem gemeinsamen geometrischen Modell des Werks zusammengeführt und verknüpft. Die Daten bleiben in ihren Ursprungssystemen, lassen sich aber über das räumliche Modell finden, kombinieren und nutzen… und das, ohne sie in eine externe Cloud verschieben zu müssen.
Planen ohne Blindflug
Für Produktionsverantwortliche wird dieser Ansatz dort greifbar, wo es konkret wehtut. Wenn eine Linie erweitert oder eine Maschine verlagert werden soll, ist es unzureichend, nur freie Flächen auf einem Plan zu sehen. Entscheidend ist: Sind an dieser Stelle die passenden Medien vorhanden und wie verlaufen die Wege für Material und Personen? Sind Fluchtwege sowie Brandschutzabschnitte betroffen und wie wirkt sich dies auf den Energieverbrauch und Lastspitzen aus?

In einem geometrisch verknüpften Werksmodell lassen sich diese Fragen auf einen Blick beantworten! Anstatt mehrere Systeme parallel zu öffnen und Informationen manuell zu vergleichen, navigiert der Nutzer im Modell durch die Halle und blendet die relevanten Datenebenen ein. Ähnlich handfest gestaltet sich der Nutzen beim Thema Energie. Zahlreiche Unternehmen verfügen heute über ausgefeilte Messkonzepte und detaillierte Lastgänge, aber die Auswertung gestaltet sich abstrakt. Diagramme zeigen zwar eine Lastspitze, es bleibt jedoch offen, wo sie im Werk entsteht. Wird der Energieverbrauch hingegen direkt in der Geometrie visualisiert, sind ‚heiße Zonen‘ und ineffiziente Strecken sofort sichtbar. Einsparmaßnahmen lassen sich deutlich gezielter planen und priorisieren, etwa wenn es darum geht, welche Hallenbereiche zuerst modernisiert oder welche Mediennetze angepasst werden sollen.
Wenn alle dieselbe Sprache sprechen
Der vielleicht größte Vorteil aus Sicht vieler Werksleiter liegt aber im ‚Entschärfen‘ der Datensituation insgesamt. Speedikon VIP als geometrische Schnittstelle zwischen den Systemen macht die vorhandene Tool-Landschaft nutzbar, sodass auch Fachfremde Zugriff auf die Daten bekommen. Fachabteilungen müssen ihre etablierten Systeme nicht aufgeben, sondern erhalten eine gemeinsame, leicht verständliche Oberfläche, über die sie ihre Informationen teilen können.

















