Success-Story: Automatisierte Allrounder

Breites Teilespektrum und kurze Rüstzeiten beim Wälzstoßen mit der LS 180 E.
Breites Teilespektrum und kurze Rüstzeiten beim Wälzstoßen mit der LS 180 E.Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Vor über 100 Jahren im sächsischen Glashütte gegründet, verlegte das Unternehmen SPN nach dem Krieg seinen Sitz ins schwäbische Nördlingen. Heute sind dort rund 300 Mitarbeitende beschäftigt. „Wir fertigen kundenspezifische Antriebskomponenten- und Getriebe mit höchster Präzision“, berichtet der Leiter Produktionstechnologie Stefan Ohmüller. Der Betrieb investiert kontinuierlich in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten und hat sich im Laufe der Zeit zu einem wahren Verzahnungs-Allrounder entwickelt.

Die große Teilevielfalt wird u.a. auf mittlerweile sieben Maschinen von Liebherr-Verzahntechnik gefertigt. Auch Werkzeuge und Spannmittel bezieht das Unternehmen aus Kempten.

Werkzeugmaschinen aus Kempten

Für Werkstücke bis zu 300mm Durchmesser setzt SPN bereits seit vielen Jahren Liebherr-Wälzstoßmaschinen ein. Um Produktionsspitzen abzufangen und die Kapazitäten zu erhöhen, wurden die beiden Bestandsmaschinen für das Wälzstoßen 2018 um eine LS 180 E ergänzt, die eine Reihe von Vorteilen bietet: Ihr Stoßkopf ist mit einer elektronischen Schrägführung ausgestattet, die häufige Werkstückwechsel vereinfacht. Der Schrägungswinkel lässt sich einfach über die komfortable Bedienoberfläche der LHGearTec stufenlos einstellen. So kann ein breiteres Teilespektrum bearbeitet werden; zudem verkürzen sich damit die Rüstzeiten. Eine automatische Beladung befähigt zum gleichzeitigen Bedienen mehrerer Maschinen. „Aufgrund unserer unterschiedlichen Stückzahlen brauchen wir weiterhin manuell bedienbare Maschinen, legen aber gleichzeitig großen Wert auf Mehrmaschinenbedienung. Hier hilft uns die Automatisierung“, weiß Ohmüller zu schätzen.

Automation mit an Bord
Auch bei der Automatisierung vertraut SPN auf bewährte Liebherr-Technologie. So wurde für die Verkettung von zwei Bearbeitungszentren in der 2023 neu errichteten Produktionshalle auch das Palettenhandhabungssystem PHS 800 Allround eingesetzt, da es modular aufgebaut ist, individuelle Anpassungsmöglichkeiten bietet und vor allem bei Bedarf erweiterbar ist.

Für die hohen Qualitätsanforderungen beim Flankenschleifen verlässt sich SPN auf die Wälz- und Profilschleifmaschine LCS 150 von Liebherr-Verzahntechnik. Diese bietet (nicht nur) Lohnverzahnern zahlreiche Vorteile: Es können sowohl CBN- als auch Korund-Werkzeuge eingesetzt werden, ein integriertes Vorrichtungs-Schnellwechselsystem sowie automatische Spannvorrichtungen reduzieren die Rüstzeiten erheblich und die automatische Beladung über einen Ringlader mit zwei Stationen unterstützt das Mehrmaschinenkonzept. Selbst kleinste Antriebs-Ritzel mit einem Modul von 0,4 bearbeitet die Maschine mit hoher Profilgenauigkeit. SPN war mit der Leistung so zufrieden, dass die Schwaben im Jahr 2022 mit der LGG 280 eine weitere Schleifmaschine bestellten.

Wälzfräsmaschine mit integrierter Anfaseinheit

Aufgrund des gestiegenen Auftragsvolumens für einen großen Landmaschinenhersteller kam im April 2024 eine LC 500 DC zum SPN-Maschinenpark hinzu. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung war die integrierte Bearbeitungseinheit, die zwei Anfastechnologien in einer Maschine vereint – eine Besonderheit der neuen Maschinengeneration. Neben dem schnellen wirtschaftlichen ChamferCut-Verfahren ist vor allem das FlexChamfern, das Anfasen mit gängigen Frässtiften, für SPN attraktiv, da es sich für kleine Losgrößen eignet.

Besonders hohe Profilgenauigkeit beim Schleifen mit der LGG 280
Besonders hohe Profilgenauigkeit beim Schleifen mit der LGG 280Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

„Als Spezialist für kundenspezische Lösungen haben wir oft kleinere Losgrößen und eine große Teilevielfalt, da wir sehr flexibel auf Kundenwünsche reagieren müssen. Jetzt können wir – gerade auch bei kleinen Stückzahlen – definierte Fasen mit geringen Werkzeugkosten herstellen“, so Stefan Ohmüller. Auf der flexibel einsetzbaren LC 500 DC lässt sich eine große Bandbreite von Zahnrädern bis zu einem Durchmesser von 500mm mit sauber reproduzierbaren Ergebnissen fertigen.

„Sicher nicht die letzte Liebherr …“

Auf allen drei Stoßmaschinen verwendet SPN Liebherr-Werkzeuge und nutzt den komfortablen Pickup-Service der Bayern, um die Werkzeuge regelmäßig nachschärfen zu lassen. Das Verschleißverhalten der Schneidräder hat SPN dank einer mitgelieferten Simulation genau im Blick. Auf der Schleifmaschine sorgt der flexible Segment-Spanndorn Secla für kurze Rüstzeiten. „Maschinen, Werkzeuge und Spannmittel aus einer Hand verschaffen uns große Produktionssicherheit“, lobt Stefan Ohmüller.

Insgesamt konnte SPN dank des Ringladerkonzepts und der Schnellwechselschnittstellen auf allen Liebherr-Maschinen die Rüstzeiten erheblich verkürzen und erreichte so eine um rund 30 Prozent gesteigerte Mehrmaschinenquote. Die einfache Bedienung über die intuitive Oberfläche der LHGearTec und die flexiblen Korrekturmöglichkeiten durch die elektronische Schrägführung beim Wälzstoßen sind wesentliche Pluspunkte. „Das ist für uns sehr wichtig, gerade im Hinblick auf individuelle Zeichnungsspezifikationen der Kunden oder das Materialverhalten“, betont Stefan Ohmüller. Sein Resümee fällt entsprechend positiv aus: „Mit Liebherr sind wir immer gut gefahren, vor allem was die Nähe, die Zuverlässigkeit und die partnerschaftliche Zusammenarbeit betrifft. Die LC 500 DC war sicher nicht unsere letzte Liebherr-Maschine!“