Success-Story: Höchstleistungen in der Zerspanung

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Die Hermle-Spezialisten bei Canon Production Printing, darunter Dr. Lars Jörgens (1.v.l.), Michel Detische (3.v.l.) und Florian Neumair (4.v.l.) – Bild: Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Wer ein Buch liest, eine Rechnung bekommt oder ein Los kauft, hatte vielleicht schon ein Stück Poing in der Hand. In der Gemeinde vor den Toren Münchens entstehen Maschinen, die weltweit in Druckereien Höchstleistungen erbringen. Hier hat Canon Production Printing einen seiner Fertigungsstandorte und stellt mit etwa 1.000 Mitarbeitenden digitale Drucklösungen her.

Dazu zählen insbesondere Hochgeschwindigkeits-Digitaldrucker, die für große Volumen und Geschwindigkeiten – also hohe Produktivität – konzipiert sind. Neben der Fertigung ist auch das Innovations- und Technologiezentrum für Hochgeschwindigkeits-Rollendrucksysteme am Standort angesiedelt.

Präzision und Effizienz

Das Ziel von Canon Production Printing: Seinen Kunden hochwertige digitale Drucklösungen bereitzustellen, die eine hervorragende Farbgenauigkeit und Bildqualität garantieren – bei gleichzeitiger Optimierung von Druckprozessen durch Workflow Software-Applikationen, um ihnen Zeit und Kosten zu sparen. „Effizienz und Exzellenz zeichnen unsere Produkte aus“, betont Michel Detische, Leiter Beschaffung NPR-Investments. „Und genau diesen Anspruch haben wir auch an unsere eigene Fertigung.“

Im bayerischen Poing nahe München fertigt Canon Production Printing auf seinen beiden C 650 U von Hermle mit adaptierten Handlingsystemen HS flex heavy Prototypen ebenso wie Serienteile.
Im bayerischen Poing nahe München fertigt Canon Production Printing auf seinen beiden C 650 U von Hermle mit adaptierten Handlingsystemen HS flex heavy Prototypen ebenso wie Serienteile. – Bild: Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Deswegen setzt das Unternehmen auf 5-Achs-BAZ von Hermle. Zwei C 650 U mit adaptiertem Handlingsystem HS flex heavy zerspanen vom Einzelteil für den Prototypenbau bis hin zur Serienproduktion Aluminium, Stahl und Edelstahl. „Die Präzision und Wiederholgenauigkeit der Maschinen ist ausgezeichnet“, sagt Florian Neumair. Er konnte als Teamleiter in der Fräsabteilung viel Erfahrung mit den Bearbeitungszentren sammeln und verantwortet heute die CAM-Programmierung. Fertigungsleiter Dr. Lars Jörgens ergänzt: „Für uns war außerdem wichtig, dass die Kombination aus Maschine und adaptierter Automatisierung kompakt ist und nur wenig Platz in der Produktionshalle einnimmt.“

Auf ganzer Linie überzeugend

„Wir starteten 2021 mit unserer ersten automatisierten C 650 U“, blickt Jörgens zurück. Damals nutzte das Unternehmen ein Fräszentrum eines anderen Herstellers, das jedoch schon 20 Jahre alt war. „Der Tisch ließ sich um 180 Grad drehen, sodass die Fachkräfte hauptzeitparallel das nächste Werkstück spannen konnten“, weiß er. „Doch das ist natürlich weit davon entfernt, in einer dritten Schicht personenlos zu fertigen.“ Im Rahmen eines größeren Benchmarks ermittelte Canon Production Printing, welches System im Hinblick auf Präzision und Automation am besten zu den eigenen Anforderungen passt. „Wir verglichen im Vorfeld zum Beispiel Aufstellfläche, Werkzeug- sowie Palettenspeicher und natürlich die Kosten. Der klare Gewinner war Hermle“, betont Michel Detische.

Namhafter Global Player
Canon Production Printing gehört zur Canon-Familie mit Sitz in der japanischen Hauptstadt Tokio. Die Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit etwa 170.000 Menschen und erlöste 2024 einen Umsatz von 4,5 Billionen japanischen Yen (circa 27,3 Milliarden Euro).

Seit vier Jahren zerspant die C 650 U Prototypen und Serienteile. Dank des Handlingsystems mit 15 Plätzen und des Zusatzmagazins ZM 216 mit 216 Werkzeugen kann Canon durchgängig an sechs Tagen pro Woche rund um die Uhr produzieren. „Und trotzdem reichten die Kapazitäten nicht, deswegen haben wir 2024 die nächste Anlage bestellt“, sagt Lars Jörgens. „Wir mussten damals viele Termine jonglieren und Werkstücke auf anderen Maschinen zerspanen, die aber auf der Hermle viel effizienter gelaufen wären.“

Dank hauptzeitparallelem Rüsten läuft das 5-Achs-Bearbeitungszentrum rund um die Uhr.
Dank hauptzeitparallelem Rüsten läuft das 5-Achs-Bearbeitungszentrum rund um die Uhr. – Bild: Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Die zweite C 650 U wurde im Mai 2025 geliefert, besitzt ebenfalls ein adaptiertes Handlingsystem HS flex heavy und entspricht in der Ausstattung der vorhandenen Maschine. „Wir wollten ganz bewusst eine identische Anlage, denn dadurch haben wir maximale Flexibilität bei unseren Aufträgen und die Werker sind von Anfang an mit der neuen Hermle vertraut“, begründet Jörgens. Nur in einem Detail unterscheiden sich die beiden BAZ: Das neue Modell gehört zur GEN2 – also zur zweiten Generation der bewährten Produktlinie. Die neue Maschinengeneration setzt auf integrierte Energierückspeisung und hocheffiziente Servoantriebe. Anwender profitieren von niedrigen Betriebskosten und erhöhter Nachhaltigkeit.

Direkt durchstarten

Das HIMS-Tool (Hermle Information-Management-Software) liefert in Echtzeit Einblick in den Maschinenzustand – sogar per Live-Messenger. HACS (Hermle Automation-Control-System), eine clevere Softwarelösung für die Automation, berechnet nicht nur Laufzeit und Werkzeugeinsatz voraus, sondern passt auch den Ablaufplan dynamisch an. Standardsteuerung ist bei der GEN2 die TNC7 von Heidenhain, eine Weiterentwicklung der TNC 640. Hermle erleichtert mit umfangreichen Zusatzfeatures das Programmieren und Bedienen. „Die Steuerung ist jetzt sehr viel computerähnlicher, beispielsweise kann ich mehrere Fenster gleichzeitig öffnen oder mit Tabs arbeiten“, freut sich Florian Neumair.

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