
Die Wahl des richtigen Werkzeugs beeinflusst maßgeblich Zykluszeiten, Bauteilqualität und Werkzeugstandzeit. Lange Zeit stützte sich dieser Prozess auf Erfahrung, Kataloge und nicht selten auf pures Ausprobieren – ein Ansatz, der Zeit kostet und Fehler begünstigt. Und heute? Da erwarten Zerspanungsprofis schnelle präzise Antworten ohne Trial-and-Error. Digitale Plattformen wie ToolSelect schaffen Abhilfe: Sie standardisieren die Entscheidungsfindung, reduzieren Komplexität und verkürzen deutlich den Weg zur optimalen Lösung.
Auf der Überholspur zur optimalen Zerspanungslösung
Und wie schnell ist ToolSelect tatsächlich? „Unser Ziel war es, die passende Gesamtlösung in lediglich 90 Sekunden zu liefern. Dazu starten Nutzer entweder mit einer manuellen Eingabe der relevanten Werkstück- und Prozessparameter oder wählen den 3D-Modell-Upload. Das beschleunigt die Datenerfassung und reduziert gleichzeitig Übertragungsfehler“, berichtet Bianca Rief, Teil des Product Owner Teams von ToolSelect bei Ceratizit. Auf dieser Basis generiert das System bis zu vier Alternativen für die jeweilige Bearbeitung und führt in wenigen weiteren Klicks zum gespeicherten Angebot oder direkt zur Bestellung im Onlineshop von Ceratizit.
Komplettpaket von der Spindel bis zur Schneide
Statt einzelner Komponenten empfiehlt ToolSelect stets das komplette Werkzeug – vom Adapter über Halter bis hin zur Schneide – und ergänzt diese um die passenden Schnittdaten wie Vorschub, Zustellung und Schnittgeschwindigkeit. So werden Fehlkombinationen vermieden, die Werkzeugsuche verkürzt sich und die Prozesssicherheit steigt. Gleichzeitig sorgt die digitale Auswahl für volle Reproduzierbarkeit, sogar über Teams und Standorte hinweg, wodurch sich Ausschuss in der Produktion verringern lässt und Rüstzeiten spürbar schrumpfen.
3D-Analyse und nahtlose Prozessplanung
Die CAD-Datenanalyse verarbeitet gängige 3D-Formate und kann optional Informationen aus zugehörigen pdf-Zeichnungen wie Toleranzen, Gewinde oder Material automatisch übernehmen. Zusätzlich lassen sich hinterlegte Rohteile und Maschinen einbinden. Manuel Bergmann, Team Lead IT VC Applications bei Ceratizit erläutert: „Werkzeuge, die der Kunde bereits erfolgreich verwendet oder die im Werkzeugausgabesystem Tool-O-Mat verfügbar sind, werden hervorgehoben. Das verschafft Transparenz über vorhandene Ressourcen und beschleunigt die Auswahl im laufenden Betrieb.“

Über die Werkzeugempfehlung hinaus öffnet ToolSelect die Tür zur durchgängigen Prozessplanung: In Zusammenarbeit mit der separaten Software Spanflug Make wird das 3D-Modell analysiert, ein vollständiger Arbeitsplan erstellt und für jeden Schritt das optimale Werkzeug gewählt. Die Integration der Ceratizit Werkzeugdaten in diesen Workflow liefert einen konsistenten Operationsplan samt Werkzeugliste und Echtzeit-Verfügbarkeit. Sollte doch eine Komponente fehlen, kann sie direkt aus der Planung heraus bestellt werden. Das spart Zeit, erhöht die Angebotsgenauigkeit und steigert die Prozesszuverlässigkeit vom ersten Klick bis zum fertigen Bauteil.
Breiter Einsatz – vom Jobshop bis zum OEM
Ob Einzelteilfertigung oder Serienproduktion: ToolSelect deckt sämtliche Standardoperationen ab und ist damit für viele unterschiedliche Branchen und Losgrößen geeignet. Die Plattform hilft, Wissenslücken zu schließen – insbesondere bei weniger erfahrenen Anwendern – und unterstützt globale Rollouts von Best-Practice-Setups.
ToolSelect bündelt Werkzeugkompetenz, Datenintelligenz und Prozessintegration zu einem durchgängigen Nutzererlebnis: von der schnellen, fehlerarmen Auswahl über vollständige Schnittdaten und Shop-Anbindung bis hin zur integrierten Fertigungsplanung mit Spanflug Make.

















