
dima Schauen wir auf die Medizintechnik. Sie fertigen für unterschiedliche Szenarien. Was genau deckt Fidica ab?
Christian Ziegler: Zertifiziert nach ISO13485 produzieren wir neben Geräten für die Urologie vor allem medizinische Kupplungen mit hoher Präzision sowie exzellenter Oberflächenkompetenz (Reinheit und Rauheit). Diese Kupplungen kommen insbesondere in kritischen Anwendungen zum Einsatz, wo minimale Toleranzen entscheidend sind.
dima Wie unterscheiden sich Ihre Produkte wie Kupplungen von der Konkurrenz?
Unsere Zertifizierung nach EN ISO 13485:2016 garantiert, dass sämtliche Prozesse und Produkte von Fidica die anspruchsvollen internationalen Qualitätsstandards der Medizinbranche zuverlässig erfüllen (MDR-Anforderungen). Wir haben umfassendes Knowhow in der Verarbeitung gängigster Werkstoffe in der Medizintechnik – Hochleistungskunststoffe wie PPSU, rostfreier Edelstahl etc. – und in der Industrie. So können wir flexibel auf neue Anforderungen zusammen mit dem Kunden eingehen. Mit dieser flexiblen Aufstellung und unserer Fertigung auf hohem Präzisionslevel mit einer Reklamationsquote nahezu null bieten wir attraktive Preise.
Nahezu null Reklamationen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Perfektion in der Medizintechnik. Dieses Vertrauen reicht so weit, dass Kunden unsere Teile direkt ans Band liefern lassen. Unser Anspruch macht Fidica zu einem verlässlichen Partner für viele Unternehmen, sei es aus der Medizintechnik, Pharmazie, Automobil- oder Lebensmittelindustrie.
dima Ihre Reklamationsquote liegt bei nahezu null! Wie erreichen Sie das?
Das Ergebnis basiert auf mehreren Faktoren. Die bereits erwähnten Prozesse optimieren wir kontinuierlich und lassen unsere langjährige Erfahrung einfließen. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf Qualität: Dazu gehört sowohl die Qualifizierung und Weiterbildung unserer Mitarbeiter als auch ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem.
Im Rahmen dessen prüfen wir unsere Bauteile in unserer eigenen klimatisierten Qualitätssicherung immer auch händisch, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden. Manche Kunden – zu denen wir ans Band liefern – verzichten sogar auf die Wareneingangskontrolle, weil sie wissen, wie zuverlässig wir arbeiten.
dima Ihre Anwendungen verlangen einen hohen Anspruch: Welche besonderen Design-Details oder Werkstoffe sorgen dafür?

Grundsätzlich verfügen wir über langjährige Erfahrung in der Konstruktion von Bauteilen. Gerade im Wasser- und Reinstwasserbereich ist es entscheidend, dass sich keine Keime oder Bakterien ansammeln können. Bereits durch das Design lässt sich hier viel bewirken: Wir kennen die typischen Fallstricke und konstruieren totraumfrei bzw. so nah daran, wie es die Geometrie des jeweiligen Bauteils zulässt. Auch die Wahl des Werkstoffs spielt eine wichtige Rolle. Letztlich hängt die optimale Lösung jedoch immer von der konkreten Applikation und dem spezifischen Bauteil ab. Ein allgemeingültiges Patentrezept gibt es nicht. Die individuelle und zertifizierte Teilefertigung sowie Baugruppenmontage auf hohem Niveau positioniert uns als idealen Partner für Unternehmen, die noch vor MDR-Hürden stehen.
dima Sind diese Werkstoffe von Lieferengpässen betroffen? Wie stellen Sie eine punktgenaue Bereitstellung sicher?
Aktuell hat sich die Liefersituation etwas entspannt. Um dennoch eine hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten, schließen wir langfristige Liefer- und Rahmenverträge ab. Diese dienen nicht nur der kontinuierlichen Materialverfügbarkeit, sondern auch der wirtschaftlichen Absicherung.
Von dieser Strategie konnten wir insbesondere während der Corona-Phase profitieren, da die benötigten Materialien bereits für uns bei unseren Lieferanten disponiert waren. Zusätzlich halten wir in unserem eigenen Lager Bestände vor, mit denen wir flexibel und kurzfristig auf Bedarfsspitzen reagieren können.
dima Sie haben Kunden in der ganzen Welt. Die EU will europäische Hersteller wie Sie besser schützen, aber China verbietet auch europäischen Firmen die Teilnahme an Ausschreibungen. Macht Ihnen das Sorgen, wenn Sie an internationale Märkte denken?

Grundsätzlich beobachte ich die aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Märkten mit Sorge, auch wenn ich diese eher als kurzfristige Maßnahmen einschätze. Für uns bei Fidica bleibt die Internationalisierung dennoch ein zentrales Ziel. Trotz Einfuhr- oder Ausschreibungsbeschränkungen und möglichen Zöllen sehen wir weiterhin genügend Potenzial auf den globalen Märkten, das wir aktiv erschließen wollen.
Ich bin überzeugt, dass sich qualitativ hochwertige Produkte langfristig durchsetzen. Unser spezifisches Knowhow verschafft uns hier einen klaren Vorteil, da es in anderen Regionen teilweise noch nicht oder nicht mehr in dieser Form verfügbar ist. Während viele den Fokus stark auf China und die USA richten, hoffe ich zudem, dass Handelsabkommen wie beispielsweise Mercosur künftig schneller vorankommen, gerade weil sie aktuell noch weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.
Die gesamte dima Ausgabe mit dem Fidica Interview HIER gratis lesen – teilen – downloaden.

















