
Während sich der „deutsche Maschinenbau im Krisenmodus“ befindet, wie die Tagesschau am 16. September 2025 nach dem Maschinenbaugipfel in Berlin titelte, wächst die zur Beckhoff-Automation-Gruppe gehörende Firma Schirmer Maschinen deutlich. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen mit 272 Mitarbeitern einen Umsatz von 80 Millionen Euro – doppelt so viel wie noch fünf Jahre zuvor. Die Prognose für 2025 liege erneut darüber, erklärt Geschäftsführer Ludger Martinschledde.
„Wir stellen ein!“
Im gleichen Zeitraum wuchs auch die Anzahl der Auszubildenden und Mitarbeiter überdurchschnittlich. „Und wir stellen weiter ein“, sagt Martinschledde. Schirmer sucht leistungsfähige Fachkräfte und rekrutiert diese zunehmend aus den eigenen Reihen.
Mit Industrie 4.0 bestens aufgestellt
Für künftige Herausforderungen sieht sich der Maschinenbauspezialist perfekt aufgestellt: „Wir haben das Unternehmen komplett digitalisiert und bauen auf die rechnergestützte Produktion und Entwicklung“, erklärt Ludger Martinschledde, der dem Thema Industrie 4.0 und vernetzte Produktionslandschaften große Bedeutung beimisst. Dabei ginge es nicht nur um die Verknüpfung von Maschinen untereinander, sondern auch um die übergreifende Vernetzung produzierender und betriebswirtschaftlicher Systeme, um Prozesse ganzheitlich steuern und optimieren zu können.
Mit insgesamt 21 Auszubildenden und zwei Studierenden verdreifachte sich der Anteil des Fachkräftenachwuchses seit 2019, sodass auch die angepeilte Ausbildungsquote von zehn Prozent schneller erreicht wird als geplant. Das Unternehmen bildet zu Fachlageristen, zu Fachkräften Lagerlogistik, zu Mechatronikern sowie zu Industrie- und Zerspanungsmechanikern aus.
Mehr Branchen, mehr Länder, mehr Marktanteile
Das gesunde Wachstum resultiere laut Martinschledde aus der konsequenten strategischen Ausrichtung als Technologieführer im Premiumsegment der stark nachgefragten hoch automatisierten Bearbeitungszentren für PVC-, Aluminium- und Stahlprofile, die in vielen verschiedenen Branchen Anwendung finden – nicht nur bei der Herstellung von Fenstern, Türen und Fassaden, wo das Unternehmen etabliert ist, sondern auch in für Schirmer neuen Absatzmärkten wie der Luft- und Raumfahrt oder der Automobilindustrie, wo insbesondere die Maschinen und Anlagen für die Aluminiumprofilbearbeitung zum Einsatz kommen.
Besondere Potenziale sieht der Geschäftsführer bei der Internationalisierung. Zwar liege die Exportquote schon jetzt bei 80 Prozent, jedoch generiere Schirmer 90 Prozent seines Umsatzes innerhalb von Europa. Ziel sei es darum, die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten für die Profilbearbeitungslinien weltweit bekannter zu machen.

Konzentration am Standort Verl geplant
Mit Investitionen will die Firma Schirmer Maschinen, die neben Verl und Spexard auch in Gütersloh-Avenwedde und Hövelhof produziert, das aktuelle und künftig erwartete Wachstum abfedern und Unternehmensbereiche, Prozesse sowie Materialflüsse an einem Standort zusammenführen.
Dazu baut der Betrieb auf die Stärken eines interkommunalen Industriegebietes, in dessen Zentrum sich schon jetzt der Hauptsitz befindet. An der Verler Stahlstraße soll ein neues und größeres Werk entstehen, dessen Fertigstellung für Sommer 2027 geplant ist. Hier ist geplant, dann weitestgehend papierlos zu arbeiten – auch in der Produktion.

















