
„Präzision ist die Basis – für jeden Prozess, jedes Projekt und jedes Bauteil, das unsere Anlagen verlässt“, erklärt Schumag-Vorstand Stefan Lepers (Internet: www.schumag.de). „Um dies zu gewährleisten, setzen wir auf eine große Fertigungstiefe und eigene Ausbildung. So sind wir Partner marktführender Unternehmen verschiedener Zukunftsbranchen geworden, denen wir komplexe Bauteile mit Durchmessern von 0,1 bis 80mm und Toleranzen von weniger als 0,5µm liefern – in Stückzahlen, die von der Kleinserie bis in den Millionenbereich gehen.“

Christoph Daniels ist als Leiter Productivity für die Arbeitsvorbereitung verantwortlich: „Wir haben hier an unserem Stammsitz in Aachen fast 40.000 Quadratmeter Produktionsfläche, auf der über 400 Produktionsmaschinen mehr als 30 verschiedene Technologien abdecken. Diese reichen von verschiedenen Formen des Drehens und Fräsens über Systeme zum Anlassen und Härten bis zur Feinstbearbeitung durch Erodieren, verschiedene Schleiftechniken, Superfinishen, Honen und Läppen. Selbstverständlich können wir die erzeugte Präzision auch Messen und dokumentieren.“
Investitionen, die sich bezahlt machen
Allein im Bereich Drehen verfügt Schumag über 70 Bearbeitungsmaschinen. Kevin Frantzen, Teamleiter Drehen, erklärt: „Wir sind hier hauptsächlich in der Vorbearbeitung tätig, da die meisten Bauteile so anspruchsvoll sind, dass sie insgesamt bis zu 30 verschiedene Bearbeitungsschritte durchlaufen, bevor wir sie dem Kunden liefern.“
Langjährige Partnerschaft
Fürs Kurzdrehen stehen drei Index C200 und sieben Index G200 zur Verfügung. Productivity-Manager Daniels weist darauf hin, dass es zur Firmenstrategie gehört, partiell auf strategische Partner zu setzen, möglichst aus Deutschland: „Beim Kurzdrehen vertrauen wir auf Index, denn wir bearbeiten über 24 Stunden an fünf oder sieben Tagen die Woche fast ausschließlich hochvergüteten Stahl. Dafür benötigen wir eine dauerhaft hohe Stabilität, Genauigkeit und Verfügbarkeit, die bei Index-Maschinen sicher gegeben ist.“

Er hebt auch den ausgezeichneten Index-Service hervor: „Wenn wir einen Techniker brauchen, ist der fast immer innerhalb von 24 Stunden vor Ort. Auch die Ersatzteillieferungen sind sehr einfach. Wir nutzen dafür den iXshop. Entweder bestellen wir direkt das Ersatzteil oder wir geben unser Problem ein. Dann bekommen wir alle relevanten Teile zugeschickt und nach der Reparatur durch den Techniker gehen die nicht benötigten Komponenten zurück – völlig unkompliziert.“

Die Partnerschaft zwischen Schumag und Index besteht schon so lange, dass sich keiner mehr genau an die Anfänge erinnern kann. Gökmen Karaca, zuständiger Index Gebietsverkaufsleiter, hat deshalb in den Unterlagen nachgesehen: „Die erste Index-Maschine wurde bereits 1977 geliefert, ein Kurvendrehautomat Index ER42. Es folgten verschiedene Produktionsdrehautomaten und Mehrspindler, die allerdings nicht mehr im Einsatz sind.“ Unter den jetzigen zehn Index-Drehmaschinen sind allerdings noch zwei G200 Dreh-Fräsmaschinen, die bereits 20 Jahre ‚auf dem Buckel‘ haben.
Index C200 mit drei Revolvern
Die Index C200 Produktionsdrehautomaten nutzt Frantzen zur Bearbeitung komplexer Bauteile im Durchmesserbereich von 15 bis 65mm: „Durch die drei Revolver und den großen Bearbeitungsraum mit entsprechenden Verfahrwegen sind wir sehr flexibel und erreichen kurze Taktzeiten.“ Der Teamleiter nennt als Beispiel ein 300mm langes Werkstück, das Fräsbearbeitungen über die ganze Länge und eine Tieflochbohrung erfordert. „Durch die 550mm Drehlänge bleibt uns noch genügend Platz, um den Revolver mit dem Bohrwerkzeug entsprechend zu schwenken.“

Ein weiteres typisches Teil für die Index C200 ist der sogenannte Tapped Body – der Rollenstößel einer Einspritzpumpe für einen Großdieselmotor. „Für die Bearbeitung brauchen wir eine große Anzahl Werkzeuge, welche die Index C200 mit ihren drei Revolvern bereitstellt“, berichtet Frantzen. „Wenn wir mit diesem Bauteil nicht auf die C200 gegangen wären, hätten wir zwei Maschinen einsetzen müssen, was die Stückzeit deutlich erhöht hätte.“
Refit: besser als neu!
Die großen Verfahrwege einer Index C200 kann die Index G200 zwar nicht bieten, dafür ist das Dreh-Fräszentrum durch seine Y/B-Achse im oberen Werkzeugträger besonders flexiblel einsetzbar. Dieser kombiniert eine Frässpindel mit einem Revolver (14 Stationen) und steht dadurch für Schräg- und Querbohrungen sowie entsprechende Fräsarbeitsgänge zur Verfügung.
Virtuelle Maschine beschleunigt das Rüsten
Schumags Kurzdrehspezialisten programmieren die Index G200 und C200-Maschinen offline mit der ‚Virtuellen Maschine‘. „Das funktioniert wunderbar“, freut sich Otto Vordemgenschenfelde. „Durch die anschließend am PC durchgeführte Kollisionsbetrachtung wissen wir schon bevor wir den Artikel bemustern, ob die Verfahrwege ausreichen und erhalten eine klare Aussage zur Taktzeit. Für uns ist das eine große Erleichterung. Früher dauerte das Rüsten bei komplexen Artikeln bis zu eine Woche, heute benötigen wir nur noch zwei Tage – und das bei größter Sicherheit.“
Neben den beiden bereits erwähnten älteren Index G200-Maschinen befinden sich fünf ’neue‘ Refit-Ausführungen im Schumag-Maschinenpark. „Das Maschinenbett ist bereits 20 Jahre alt, was jedoch von Vorteil ist. Es ist vollkommen spannungsfrei, wodurch kein Wärmeverzug auftritt. Das macht sie noch präziser als eine Neumaschine“, zeigt sich Frantzen begeistert. „Außerdem sind alle Verschleißteile tatsächlich neu, inklusive der Steuerung, die von einer Siemens PowerLine auf eine SolutionLine upgegradet wurde. Insofern haben wir von Index Refit-Maschinen bekommen, die tatsächlich besser sind als in ihrem ursprünglichen Neuzustand – und das zu den halben Kosten.“ Sein Kollege Christoph Daniels ergänzt: „Wir haben uns erstmals 2021 für eine solche Refit-Maschine entschieden und aufgrund der positiven Erfahrungen vier weitere refittete G200 Dreh-Fräszentren in gleicher Ausstattung nachgeordert. Bei Bedarf würden wir das wieder tun.“

Frantzen liefert noch ein Beispiel für die Index G200: „Wir fertigen zum Beispiel acht verschiedene Außenbarrels und Plunger auf diesen Maschinen. Das sind Kolben und Zylinder für Kraftstoffeinspritzsysteme, die wir mit 3µm Spiel paaren. Während wir für den Barrel früher eine Dreh- und eine Fräsmaschine benötigten, klappt das jetzt auf der Index G200 in einem Arbeitsgang. Und die Zentrumsbohrung ist so präzise, dass ich das Aufmaß deutlich senken konnte, wodurch sich im nachfolgenden Honprozess die Standzeit der Honahle verdoppelt hat.“
Makino EDM-Zentrum vermittelt
Von Index-Mitarbeiter Karaca, seit sechs Jahren im Außendienst für Schumag zuständig, fühlen sich Frantzen und Daniels bestens beraten: „Die in dieser Zeit angeschafften Index Drehmaschinen laufen nahezu problemlos. Sollten irgendwelche Schwierigkeiten auftauchen, hilft er uns schnell weiter.“

















