
Die Geschichte beginnt 1964 mit der Gründung durch Erwin Zecha und dem Fokus auf Hartmetall-Sonderwerkzeugen für die Zerspanung und die Stanztechnik. Was als spezialisierter Betrieb begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem technologisch führenden Anbieter von Mikropräzisionswerkzeugen. „Dabei war Präzision bei uns nie nur ein technischer Begriff, sondern ist Teil unserer Unternehmenskultur“, sagt Stefan Zecha, der auch Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge beim VDMA ist. „Sie beschreibt unsere Haltung gegenüber Kunden, gegenüber Qualität, gegenüber Innovation und gegenüber Verantwortung.“
Ein wichtiger Einschnitt in der Firmengeschichte war der Einstieg von Stefan Zecha im Jahr 1985 mit damals 18 Mitarbeitenden. Heute sind es 133, darunter Ingenieure, Fachkräfte, Spezialisten in Fertigung, Entwicklung, Qualitätssicherung und Vertrieb. Der Betrieb investierte immer wieder konsequent in neue Technologien: in CNC-Schleiftechnik, Nano-Schleiftechnologie, moderne Mess- und Prüftechnik, in Laserbearbeitung allgemein sowie schließlich auch in 3D-Lasertechnologien zur Bearbeitung anspruchsvoller Schneidstoffe wie PKD.
AMB-Highlights
Zu den AMB-Neuheiten zählten der Gewindefräser 46IH, die CBN Schleifstiftserie 992I, Micro Peacock 599 für die Bearbeitung von Stählen zwischen 60 und 67HRC sowie der Ausbau der CBN Serien, die das manuelle Polieren erheblich reduzieren oder ganz ersetzen können. Zecha erhielt den AMB Award ‚Präzisionswerkzeuge‘. Außergewöhnlich an nahezu allen Zecha-Werkzeugen ist eine extrem längere Standzeit – es lohnt sich, zusammen mit den Süddeutschen genauer nachzurechnen, statt nur auf den Werkzeugpreis im Katalog zu schauen.
Seit 2006 werden alle Werkzeuge umfassend vermessen und mit einer Lebensnummer versehen: Diese ist weit mehr als eine Kennzeichnung. Sie steht für Rückverfolgbarkeit, Reproduzierbarkeit und Prozesssicherheit. Sie erlaubt es, auch nach Jahren ein Werkzeug exakt nachzuvollziehen und reproduzierbar herzustellen. „Gerade in hochpräzisen Anwendungen ist das ein entscheidender Vorteil“, weiß Zecha. „Unsere Kunden erwarten nicht nur ein gutes Werkzeug. Sie erwarten ein Werkzeug, das dauerhaft reproduzierbare Ergebnisse liefert. Sie erwarten Verlässlichkeit im Prozess. Und sie erwarten Partner, die Qualität nicht behaupten, sondern nachweisen können. Darüber hinaus verstehen wir uns nicht nur als Werkzeughersteller, sondern als Entwicklungspartner. Es geht um neue Materialien, engere Toleranzen, komplexere Geometrien, kleinere Durchmesser, anspruchsvollere Oberflächen und wirtschaftlichere Prozesse. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet deshalb kontinuierlich an neuen Geometrien, neuen Werkzeugkonzepten und kundenspezifischen Sonderwerkzeuglösungen. Diese Entwicklungsarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells.“
Indien und AlienTools
Ein zentraler Baustein der Strategie ist zudem die internationale Ausrichtung. Bereits Ende der 1990er-Jahre begann eine indisch-deutsche Kooperation mit Dagger Master Tools Limited. 2006 investierte Zecha in das indische Unternehmen. 2019 wurde daraus Zecha Precision Tools Limited. Das Unternehmen ist spezialisiert auf hochpräzise Mikro-Bohrer und beschäftigt rund 155 Personen.

Ein weiteres Beispiel für unternehmerische Weiterentwicklung ist AlienTools, das 2017 in Berlin gegründet wurde und sich zunächst auf Dental CAD/CAM-Fräser fokussierte. Heute ist AlienTools eine zentrale internationale Vertriebsplattform und ein wichtiger Wachstumstreiber für den weltweiten Online-Vertrieb der Präzisionswerkzeuge – sowohl für Dental- als auch Industriekunden. Mit der Expansion in die USA und der Gründung von AlienTools USA geht Zecha den nächsten Schritt auf seinem internationalen Wachstumskurs.
Technologische Trends
„Die technologischen Trends in unserer Branche sind klar erkennbar“, führt Zecha weiter aus. „Wir sehen neue Materialien, zum Beispiel bleifreie Messinglegierungen, Keramiken, ultraharte Schneidstoffe und hybride Werkstoffe. Diese Materialien bieten Vorteile in der Anwendung, stellen aber gleichzeitig höhere Anforderungen an die Bearbeitung. Wir sehen den zunehmenden Einsatz additiver Fertigung sowie steigende Anforderungen an Automatisierung. Wer automatisiert fertigt, braucht stabile Prozesse. Stabile Prozesse wiederum brauchen Werkzeuge mit engen Toleranzen, hoher Wiederholgenauigkeit und verlässlicher Standzeit. Wir sehen eine zunehmende Digitalisierung und wir sehen, dass Hochleistungswerkzeuge zunehmend dazu beitragen, dem Personalengpass entgegenzuwirken. Wenn ein Werkzeug stabiler läuft, länger hält und weniger manuelle Eingriffe erfordert, erhöht das die Wirtschaftlichkeit und entlastet die Produktion.“
Standort Deutschland
Stefan Zecha ist überzeugt: „Deutschland hat weiterhin enorme Stärken: technisches Wissen, industrielle Erfahrung, hohe Ausbildungsqualität, starke mittelständische Unternehmen, Nähe zu anspruchsvollen Kunden und eine lange Tradition im Maschinenbau und in der Präzisionstechnik.“
















