Hager in Pforzheim, Zulieferer für die Medizintechnik, fertigt kleinste Präzisions-Serienteile (0,5–36 mm) mit höchsten Qualitätsanforderungen und erzielt mit rund 70 Mitarbeitenden etwa 13 Mio. Euro Umsatz (2024), davon über 90 % in der Medizintechnik. Ein zentraler Produktivitätstreiber ist dabei ein Fertigungskonzept, das komplexe Bauteile mit hohem Fräsanteil komplett auf INDEX/TRAUB-Langdrehautomaten der TNL-Serie bearbeitet – inklusive paralleler Zerspanung auf zwei Spindeln. Dadurch lassen sich gegenüber klassischen Fräszentren in vielen Fällen bis zu 50 % Bearbeitungszeit einsparen, bei gleicher Qualität.
Den Durchbruch brachte ab 2012/2013 der Einsatz geeigneter Maschinen (u. a. Index C100, später vor allem TRAUB TNL), die flexibler sind und sich schnell zwischen Lang- und Kurzdrehen umrüsten lassen. Heute betreibt Hager eine große TNL-Flotte (u. a. TNL 12/18/20/32 sowie die neue TNL 32 Compact). Besonders die TNL 32 Compact überzeugt durch Verbesserungen fürs Fräsen (größerer Y-Verfahrweg, stärkere Antriebe, mehr Werkzeugkapazität), sodass Werkstücke vollständiger auf einer Maschine bearbeitet werden können.
Ergänzt wird das Konzept durch konsequente Automation (Stangenlader, Werkstückabführung, Greifer/Roboterlösungen bis hin zum INDEX X-Center). So laufen die Maschinen nach der einzigen Tagschicht nachts mannarm bis zu 16 Stunden weiter – ein wesentlicher Hebel, um trotz hoher Investitionen niedrige Stückkosten zu erreichen.
* Diese Inhalte wurden mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.
Auch alle anderen Traub-Maschinen sind mit einer geeigneten Automatisierung zur Werkstückabnahme versehen. Die Traub TNL20-11 ist sogar mit einem Index iXcenter ausgestattet, in dem ein Roboter den Spannungswechsel der Bauteile übernimmt und sie dann fertigbearbeitet ablegt. Derart automatisiert produzieren die Maschinen bedienerlos über Nacht. Fertigungsleiter Markus Arny betont: „Das ist eine unserer wesentlichen Stärken. Unsere Mitarbeiter fahren nur eine einzige Tagschicht, und die Maschinen zerspanen dann vollautomatisiert bis zu 16 Stunden lang. So können wir trotz der hohen Anschaffungskosten für Maschinen und Werkzeuge die Stückkosten niedrig halten.“
Die Titelstory und die gesamte dima Ausgabe 1-2026 lesen – downloaden – teilen.
Auf der AMB 2026 in Stuttgart präsentierte die Hedelius Maschinenfabrik drei Automationslösungen für unterschiedliche Anforderungen in der Einzelteil- und Kleinserienfertigung.
Die Erholung im deutschen Werkzeugmaschinenbau gewinnt an Kontur. Im zweiten Quartal stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12%.