
Die aus Kundenanforderungen resultierende Neuentwicklung eignet sich insbesondere, um metallgebundene Schleifscheiben mit einem Maximalgewicht von 50kg durch Drahterosion abzurichten. Es sind Drehzahlen bis zu 1.500 Umdrehungen pro Minute möglich. Ebenfalls neu ist das robuste zweistufige Dichtungskonzept mit integrierter Feuchtigkeits-Überwachungssensorik sowie permanenter Spülung, um das Eindringen von abrasiven Bearbeitungspartikeln zu verhindern. Die Erodierstromübertragung erledigt die bewährte patentierte EDM-Technologie mit leitfähigen Mikrofaserringen – anstelle von Schleifkohlen. Probleme wie verschlissene Schleifkohlen oder das Einlaufen der Übertragungsfläche sind damit dauerhaft beseitigt.
Cleveres Spül- und Dichtungskonzept
Bei Erodierprozessen entstehen feinste abrasive Abtragspartikel, die in Kontakt mit Dichtungen und Dichtflächen zu Verschleiß und letztendlich zum Ausfall des Equipments führen können. Dieses Problem wurde von Carl Hirschmann mit Sitz in Fluorn-Winzeln mit einem durchdachten Spül- und Dichtungskonzept gelöst. Das Konzept der Spülung von mikrogefiltertem Wasser verhindert, dass die abrasiven Partikel zur Dichtung gelangen können und diese beschädigen. Dies bewahrt die Wellenradialdichtringe und die Welle vor Schaden durch Abrasion. Somit ist der Rundteiltisch FJRD-120 in der Bearbeitungsmaschine selbst unter besonders widrigen Einsatzbedingungen ein Garant für die hohe Zuverlässigkeit des Gesamtsystems.
Direktantrieb für verschleißfreien Betrieb
Als zweite Barriere installierten die Baden-Württemberger als zusätzliche Absicherung ein System mit zwei Dichtungen. Sollte die erste Dichtung tatsächlich eine Leckage zulassen, zeigt ein Sensor den Feuchtigkeitseintritt im Zwischenraum an und meldet eine Störung. Die zweite Dichtung verhindert zuverlässig das Eindringen von Flüssigkeit in den Innenraum des Rundteiltisches.
Automatisch: Spannsystem und Lagerschmierung
Der FJRD-120 lässt sich mit einem pneumatischen Spannsystem HSK-A80 / HSK-A63 ausstatten. Das integrierte Spannsystem bietet aufgrund der kompakten Bauweise sowohl eine hohe Steifigkeit als auch Präzision: ‚Lösen‘, ‚Spannen‘ und ‚Reinigen‘ erfolgen pneumatisch. Optional lässt sich das System mit einer Planscheibe ausrüsten. Einen weiteren Beitrag zum wartungsfreundlichen Handling des FJRD-120 leistet die am Gehäuse angebrachte Schmierpatrone, die kontinuierlich fein dosierte Mengen Schmierfett in das Spindellager des Rundteiltisches abgibt. Das sichert dauerhaft eine optimale Schmierung der Lager.

Der Rundteiltisch ist mit einem Direktantrieb ausgestattet und kundenindividuell in die Maschinensteuerung integrierbar. „Hier können wir sehr flexibel auf die jeweiligen Wünsche eingehen“, unterstreicht CTO Rainer Harter, Managing Director bei Carl Hirschmann. In Verbindung mit dem hochauflösenden direkten Messsystem bietet der FJRD-120 selbst bei niedrigen Drehzahlen ausgezeichnete Gleichlaufeigenschaften. Ungenauigkeiten durch Getriebespiel, Verschleiß durch Zahnriemendehnung, Wellentorsion, Resonanz oder Hysterese sind kein Thema. Die integrierte Motorkühlung gewährleistet beste Betriebsbedingungen.
Komfortabel und hochpräzise
Die Anlagenparameter werden beim FJRD-120 digital erfasst und gespeichert, Status- und Servicemeldungen im Klartext auf einem Display angezeigt. Es besteht die Möglichkeit, online auf die Daten zuzugreifen. Für einen optimalen Betrieb der Spindellagerung gibt eine Vorratspatrone fein dosiert Schmiermittel kontinuierlich an die Lager ab und erhöht somit signifikant die Lebensdauer. Infolgedessen ist der neue Rundteiltisch ausgesprochen wartungsfreundlich. Mit dem FJRD-120 lassen sich Draht- und Senkerodieranwendungen präzise, zuverlässig und hochdynamisch ausführen.
Die Wartung kann der Endanwender schneller, einfacher und kostengünstiger durchführen: Das spart Zeit und der Produktionsausfall verkürzt sich spürbar. Das nutzerfreundliche Wartungskonzept verbessert die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Produktionsprozesse und verringert die Kosten. Die Neuerungen werden nun auf weitere Rundteiltische im Portfolio der Süddeutschen übertragen.
Intelligente Sensorik serienmäßig
Die integrierte smarte Sensorik ist ein weiteres interessantes Merkmal des bemerkenswerten Hightech-Produktes: Zahlreiche Daten, wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Rundteiltisch, Spüldruck, Drehzahl, Laufzeit oder Wartung werden auf einer Speicherkarte dokumentiert. So können Anwender die gesamte Produktionshistorie nachvollziehen.

Ein farbiges LED-Display zeigt Wartungsintervalle oder Fehlmeldungen an. Das minimiert Ausfallzeiten oder verhindert diese sogar vollständig – so sieht Industrie 4.0-Produktion in der Praxis aus. Alle Daten lassen sich über WLAN-fähige Endgeräte wie Smartphone oder Laptop auslesen und auswerten; der Webserver läuft auf einem integrierten Mikroprozessor.

















