- Anzeige -

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Lesedauer: 6 min
26. Juni 2021
Fachbericht: Messtechnik in der Komplettbearbeitung
Auf den Werkzeugmaschinen von WFL entstehen weltweit anspruchsvolle Teile mit hohen Genauigkeiten, beispielsweise Kompressorrotoren in automatisierter Komplettbearbeitung. Ein wichtiger Bestandteil dieser Lösung ist die Messtechnik von Blum-Novotest, die Werkstückkonturen in der originalen Aufspannung sekundenschnell scannt.
In der M40 Millturn eingewechselter Messtaster TC63-Digilog auf der Oberfläche des gefrästen Rootsrotors: Der Taster bewegt sich ‚scannend‘ mit bis zu 2m/min und erzeugt so in kurzer Zeit tausende Messwerte.
In der M40 Millturn eingewechselter Messtaster TC63-Digilog auf der Oberfläche des gefrästen Rootsrotors: Der Taster bewegt sich ‚scannend‘ mit bis zu 2m/min und erzeugt so in kurzer Zeit tausende Messwerte.

Innerhalb von WFL Millturn Technologies ist der Bereich Tooling Solutions speziell auf die Zerspanung schwieriger Bearbeitungsbereiche ausgerichtet. Dabei wird im österreichischen Linz das Ziel verfolgt, mit intelligenten Werkzeuglösungen ein komplexes Werkstück noch schneller und genauer herzustellen. Ein Beispiel dafür stellt das Testwerkstück eines Rootsrotors dar. Bei dem rund 400mm langen Teil mit etwa 160mm Außendurchmesser aus Grauguss GG60 handelt es sich um den Läufer eines Drehkolbenverdichters. Unter Verwendung spezieller Formfräser dreht und fräst er diesen Rotor auf der M40 Millturn bis auf Endmaß in Schleifqualität. Das geschieht im automatisierten 24/7-Betrieb mit enorm verkürzten Durchlaufzeiten.

Hightech-Kombination notwendig

Bisher war das Schleifen in der Rotorenfertigung nötig, weil die erforderliche Genauigkeit und Oberflächengüte durch Fräsen nicht erreicht wurde. „Mit dem neuen Verfahren können wir zwar nicht bei allen Anwendungen auf das Schleifen verzichten, in diesen Fällen reicht es aber, dass sich mit unserer Vorgehensweise die Schleifzugaben erheblich reduzieren – denn das Schleifen auf Rund- und Profilschleifmaschinen ist bei Kompressorrotoren immer ein extrem aufwendiger und teurer Vorgang“, erläutert Manfred Baumgartner, der als Produktmanager den Bereich WFL Tooling Solutions verantwortet. „Das Schlichtfräsen wird beim gezeigten Rootsrotor übrigens auf drei verschiedene Formfräser aufgeteilt und die Übergänge zwischen den Fräsern durch automatisches Messen korrigiert. Darum benötigen wir hier die Kombination aus Hightech-Werkzeug, einer Regelkomponente und optimaler Messtechnik.“

WFL setzte die Digilog-Technologie von Blum erstmals in Form des Rauheitsmessgerätes TC63-RG ein.
WFL setzte die Digilog-Technologie von Blum erstmals in Form des Rauheitsmessgerätes TC63-RG ein.Bild: Blum-Novotest GmbH

Algorithmus für optimale Korrekturen

Beim Schlichtprozess wird zunächst auf ein paar Zehntel Millimeter Übermaß vorbearbeitet. Die Messung dieser Kontur geschieht auf der Maschine. Maschinenseitig wird hierfür der digital-analog arbeitende Messtaster TC63-Digilog von Blum-Novotest eingewechselt, mit dem die Linzer direkt in der Aufspannung das gefräste Profil über den gesamten Umfang hinweg scannen. So werden in diesem Fall die Formgenauigkeit und die Konzentrizität des Bauteils festgestellt, ‚und zwar superschnell‘, wie WFL betont. Aus der auf diesem Wege ermittelten Kontur – auch dargestellt am Display der Steuerung – berechnet ein Algorithmus für jeden Werkzeugeingriff die optimalen Korrekturen. Anhand dieser Korrekturwerte wird das Werkzeug dann für die nächste Bearbeitung in zwei Richtungen verschoben sowie in der C-Achse verdreht und so über diese drei Achsen die Ist- an die Soll-Kontur angepasst. Die Soll-Kontur (am Display als schwarze Kurve dargestellt) orientiert sich am 3D-Modell des Bauteils, das vom 3D-CAD- und CAM-System geliefert wird und womit der Programmierer auch die NC-Daten ableitet.

Darstellung der Kontur im von WFL entwickelten Softwareprogramm: Die schwarze Linie visualisiert das Soll-Maß, die blaue das gescannte Ist-Maß und in Rot ist die vorgegebene Toleranz zu sehen.
Darstellung der Kontur im von WFL entwickelten Softwareprogramm: Die schwarze Linie visualisiert das Soll-Maß, die blaue das gescannte Ist-Maß und in Rot ist die vorgegebene Toleranz zu sehen.

Von Beginn an faszinierend

WFL integriert Messtechnik von Blum-Novotest schon seit vielen Jahren in die Maschinen, allerdings meist Lasersysteme zur Werkzeugmessung. Als Blum vor etwa vier Jahren die digital-analog arbeitenden Messtaster mit Shark360 Digilog-Messwerk vorstellte, faszinierte WFL das damit mögliche scannende Tasten von Beginn an. Jedoch ging es den Linzern zunächst um die automatische Rauheitsmessung, die mit der ebenso digital-analog messenden RG-Tasterreihe – in diesem Fall dem TC63-RG – möglich ist. Seither findet auf Millturn-Maschinen auf Wunsch die Rauheitsmessung im Rahmen einer In-Prozess-Lösung komplett automatisch statt, ohne die Maschinentür öffnen zu müssen, wie es beim sonst üblichen manuellen Ermitteln der Rauheitswerte notwendig ist. Dies bietet entscheidende Vorteile in der Fertigung, gerade bei automatisierten Prozessen im Mannlosbetrieb.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Blum-Novotest GmbH
http://www.blum-novotest.com

Das könnte Sie auch interessieren

Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH - Nico Sauermann
Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH - Nico Sauermann
Hochleistungsschichten für noch bessere Werkzeuge

Hochleistungsschichten für noch bessere Werkzeuge

Weniger als 0,005mm dick, aber aus der modernen Werkzeugtechnologie nicht mehr wegzudenken: Werkzeugbeschichtungen bieten Standzeiterhöhungen im Vergleich zu unbeschichteten Hartmetall-Werkzeugen von über 1.000 Prozent. Mit den Entwicklungen der Hochleistungsschichten IG6 und SG3 zeigen die Ingenieure des Unternehmens Paul Horn aus Tübingen ihr Wissen über die Werkzeugveredelung.

Bild: Hoffmann SE
Bild: Hoffmann SE
Präzision und Effizienz beim Mikrobohren

Präzision und Effizienz beim Mikrobohren

Die Produktfamilie ‚Garant Master‘ steht seit mehreren Jahren für moderne Hochleistungszerspanung auf einem technisch anspruchsvollen und gleichzeitig verlässlichen Niveau. Mit dem neuen Vollhartmetall (VHM)-Bohrer Garant Master Steel Micro erweitert die Hoffmann Group aus München diese Produktfamilie nun auf das Anwendungsfeld der Mikro-Präzisionszerspanung.

Bild: EWM AG
Bild: EWM AG
Mittelständler ausgezeichnet

Mittelständler ausgezeichnet

Der Große Preis des Mittelstandes wird seit 1995 von der Oskar-Patzelt-Stiftung vergeben. Entscheidend für die Auszeichnung sind fünf Kategorien: Gesamtentwicklung, Beschäftigung, Innovation, Engagement und Marketing. Somit werden die Unternehmen nicht nur nach einzelnen betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet, sondern auch ihr Mehrwert für die Gesellschaft wird gewürdigt. Der Große Preis des Mittelstandes wurde nun in Düsseldorf vergeben und EWM aus 4.674 nominierten Unternehmen als einer von drei Siegern aus der Region Rheinland-Pfalz/Saarland geehrt.

Bild: Technotrans SE
Bild: Technotrans SE
Weltneuheit auf der Blechexpo 2021

Weltneuheit auf der Blechexpo 2021

Technotrans präsentiert auf der Blechexpo vom 26. bis zum 29. Oktober 2021 in Stuttgart eine neue Düsentechnologie für die Sprühbeölung als Weltneuheit. Diese ist in der Lage, eine Kleinstmenge von weniger als 0,5g Öl pro Quadratmeter ohne Einsatz von Druckluft gleichmäßig zu versprühen.

Bild: FRÜCHTL GmbH
Bild: FRÜCHTL GmbH
Geradheit und Rundheit von Stangenmaterial präzise messen

Geradheit und Rundheit von Stangenmaterial präzise messen

Mit einer neuen Messmethode bietet Stainless Früchtl einen Service an, der weltweit einzigartige Ergebnisse liefert. Der Edelstahlhändler kann die Geradheit und Rundheit von Stangenmaterial mit bisher unerreichter Genauigkeit messen… und das auf einer Länge von über 4m. „Einer unserer Kunden hat aufgrund unserer Messergebnisse nun die Gewissheit, dass die gelieferte Ware auch seinen Anforderungen entspricht“, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Sachsenmaier.

Bild: Gressel AG
Bild: Gressel AG
Spann- und Automationstage 2021

Spann- und Automationstage 2021

Nach einem Jahr Unterbrechung fanden bei Gressel nun wieder die ‚Spann- und Automationstage‘ im Stammwerk in Aadorf (Schweiz) statt. Mehr als 100 Gäste folgten im September der Einladung des Spezialisten für Werkstückspanntechnik und Fertigungsautomatisierung.