SkiveFinishing – Qualität + Effizienz für Innenverzahnungen

SkiveFinishing basiert 
auf der gleichen Kinematik wie das Wälzschälen.
SkiveFinishing basiert auf der gleichen Kinematik wie das Wälzschälen. – Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Bisher standen für die Hartfeinbearbeitung von Innenverzahnungen zwei Verfahren zur Verfügung: zum einen das wirtschaftliche Hartschälen mit geometrisch bestimmter Schneide, welches allerdings bei maximalen Qualitätsanforderungen an Grenzen stößt. Zum anderen das Profilschleifen mit geometrisch unbestimmter Schneide, das eine außergewöhnlich hohe Präzision bietet, jedoch zeit- und kostenintensiv ist – und sich damit für die Serienfertigung, etwa in der E-Mobilität oder bei Nutzfahrzeugen, nur bedingt eignet.

SkiveFinishing schließt diese Lücke: Es nutzt die Kinematik des Wälzschälens in Verbindung mit einem abrichtfreien, galvanisch belegten Schälrad. Damit erzielt es eine höhere Qualität als Hartschälen, ist aber gleichzeitig schneller und wirtschaftlicher als das Profilschleifen.

Abrichtfreies, galvanisch belegtes Schälrad mit mehreren Shiftpositionen.
Abrichtfreies, galvanisch belegtes Schälrad mit mehreren Shiftpositionen.Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Innovatives Werkzeug, bewährte Technologie

Das zum Einsatz kommende CBN-Werkzeug verfügt über eine ballige Geometrie und mehrere nutzbare Shiftpositionen. Die Bearbeitung erfolgt mit axialem Vorschub entlang einer Kontaktlinie.

Progressive Technologie
„SkiveFinishing vereint die Flexibilität des Schälens mit den Vorteilen des CBN-Schleifens“, erläutert Haider Arroum. „Dabei lassen sich durch gezielte Wahl der CBN-Korngrößen optimale Rauheitswerte und wirtschaftliche Prozesse realisieren.“ Sowohl das Verfahren als auch das CBN-Werkzeug stellte Liebherr-Verzahntechnik auf der EMO Hannover 2025 erstmals der Weltöffentlichkeit vor.

Ist eine Position verschlissen, wird einfach auf die nächste geshiftet. Die Kombination aus Werkzeugdesign und der extrem harten CBN-Beschichtung – nach Diamant der zweithärteste Schneidstoff – sorgt für lange Standzeiten und hohe Prozessstabilität.

Modifikationen im Bauteil realisierbar

Dank der höheren Druckeigenspannungen verbessert SkiveFinishing die Tragfähigkeit der Zahnflanken. Auch Modifikationen wie Kopfrücknahmen, Profilballigkeit oder Flankenlinienmodifikationen lassen sich direkt ins Bauteil einbringen – sogar bei anspruchsvollen Geometrien wie Hohlrädern. Dies war bislang nur über aufwendiges Profilschleifen oder eine spezielle Abrichtkinematik möglich.

Premiere: Die zukunftsweisende Technologie bekamen Besucher der EMO 2025 in Hannover erstmalig zu sehen.
Premiere: Die zukunftsweisende Technologie bekamen Besucher der EMO 2025 in Hannover erstmalig zu sehen.Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Ist das Werkzeug vollständig verschlissen, wird es am Standort Ettlingen aufbereitet. Die mehr als 30-jährige CBN-Expertise von Liebherr gewährleistet dabei eine konstant hohe Qualität. „Das eröffnet Anwendern neue Optionen, Fertigungsprozesse optimal auf Bauteil und Wirtschaftlichkeit abzustimmen“, betont Haider Arroum, Bereichs- und Standortleitung Werkzeuge.

Hohe Qualität bei wirtschaftlicher Fertigung

SkiveFinishing adressiert Anwendungen, die besonders hohe Qualitätsanforderungen mit wirtschaftlichen Prozessen kombinieren müssen. In der Luftfahrt zählen – bei stetig steigendem Kostendruck – Präzision und Tragfähigkeit.

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