Neues Konzept für angetriebene Muttern

Kammerer Gewindetechnik stellt in Hornberg im Schwarzwald hochwertige Gewindetriebe her – hier der Kugelgewindetrieb mit dem neuen Mutternkonzept.
Kammerer Gewindetechnik stellt in Hornberg im Schwarzwald hochwertige Gewindetriebe her – hier der Kugelgewindetrieb mit dem neuen Mutternkonzept. – Bild: Kammerer Gewindetechnik GmbH

„Unsere Bemühungen, Leistungsfähigkeit zu komprimieren, wirken sich bei dem neuen Produktprogramm in geringerem Platzbedarf der Anwendung beziehungsweise Konstruktion aus“, sagt Andreas Rombach, Produktmanager bei Kammerer in Hornberg. „Bei der sehr kompakten Bauweise der angetriebenen Muttern sind alle mechanischen Schnittstellen auf ein Minimum reduziert, das heißt, zwischen Krafteinleitung und Kraftausleitung befinden sich ausschließlich die für den hohen Wirkungsgrad von Kugelgewinden typischen Wälzkörper, die Kugeln.“

Nur ein Schmierzugang

Auch die Schmierstoffzufuhr ist nun anwendungsfreundlich konzipiert, sodass ein einziger Schmierzugang ausreicht. „Eine angetriebene Mutter benötigt ausreichend Schmierstoff für die integrierte Kugelumlaufmutter und das Kugellager“, erläutert Rombach. „Sehr oft wurde dies in der Vergangenheit durch zwei separate Schmieranschlüsse gewährleistet, wodurch der Anwender auch zwei Zuführpositionen, zwei Schmieranweisungen, zwei Dosiereinheiten etc. führen muss. Das aktuelle Mutternprogramm ist derart gestaltet, dass ein einziger Schmierzugang am Lagerring zusammen mit einer bestimmten Mindestschmiermenge ausreicht, um die Kugelumlaufmutter sowie das Kugellager in einer einzigen Aktion mit Schmierstoff zu versorgen.“

Zwei Varianten

Für die angetriebenen Muttern gibt es zwei Einbauvarianten. In beiden Fällen wird die Mutter in Rotation versetzt. „Der Unterschied liegt darin, welches Bauteil ortsfest ist“, erklärt Rombach. „In der klassischen Anwendung, zum Beispiel in Werkzeugmaschinen, ist die Spindel an beiden Enden fest eingespannt. Die Mutter verfährt mitsamt ihrem Lagergehäuse entlang der Spindel und bewegt die daran befestigte Last – etwa einen Fahrständer – axial, und zwar auch über sehr lange Verfahrwege. Anders sieht es aus, wenn die angetriebene Mutter ähnlich eines Druckzylinders eingesetzt wird. Hierbei ist das Lagergehäuse der Mutter ortsfest montiert. Die rotierende Mutter bewegt die drehmomentgestützte Spindel axial und verfährt sie aus dem Gehäuse heraus, ähnlich der Kolbenstange eines Zylinders. Somit kann eine elektromechanische Alternative zum Hydraulik- und Pneumatikzylinder, etwa in Pressen oder Biegemaschinen, aufgebaut werden.“