
1970 als Ingenieurbüro gegründet, entwickelt AVS Römer heute passgenaue und anwendungsspezifische Lösungen für die Bereiche Verbinden, Steuern, Messen und Fördern. Die rund 550 Mitarbeiter am Hauptsitz in Grafenau/Bayerischer Wald sowie in den Niederlassungen in Langenberg/Erzgebirge und Aardorf/Schweiz produzieren unter anderem Steckkörper, Ventile, Verteiler, Verschlauchungen, Sensortechnik und Pumpen für internationale Kunden aus dem Maschinenbau und der Lebensmittelbranche.
Hohe Produktivität, lange Standzeit, geringere Werkzeugkosten
AVS Römer fertigt Lose von 500 bis zu mehreren 10.000 Stück und verarbeitet hauptsächlich Messing, bleifreies Messing und Edelstahl, aber auch Aluminium – und in der hauseigenen Spritzgießerei sogar Kunststoffe. „Unsere Geschäftspartner vertrauen auf unser Knowhow, unsere Qualität und Liefertreue“, sagt Markus Greipl, Abteilungsleiter mechanische Fertigung CNC. „Sie kommen mit konkreten Aufgaben auf uns zu, und wir entwickeln gemeinsam eine passende Lösung.“

Um den Kunden immer die beste Technologie bieten zu können, sind der Abteilungsleiter und sein Team stets auf der Suche nach neuen Ideen und Verbesserungen ihrer Prozesse. Dafür haben sie mit Iscar seit vielen Jahren den richtigen Werkzeugpartner, der neben dem passenden Werkzeug auch wichtige Impulse liefert. „Bei einer Onlineschulung bin ich auf das Gewindestechen aufmerksam geworden und fand das Verfahren sehr interessant“, sagt Greipl. „Das wollte ich unbedingt ausprobieren.“

Mit dem entsprechenden Werkzeug sind Taktzeiten um bis zu 80 Prozent reduzierbar. Die Schneide benötigt nur eine geringe Eingriffszeit, und Anwender erzielen hohe Standzeiten. „Das Gewindestechen funktioniert über eine simultane radiale und axiale Zustellung“, erklärt Iscar-Anwendungstechniker Armin Zillner. „Die Platte nimmt dabei einen diagonalen Weg. So entsteht ein Gewinde innerhalb einer Sekunde.“
Optimierungspotenzial in der Kaffeemaschine
Ein Versuchsobjekt hatte Abteilungsleiter Greipl auch schon im Kopf – das Außengewinde an einer geraden Schottverschraubung aus Edelstahl zum Einbau in Kaffeemaschinen. AVS Römer fertigt die Komponente regelmäßig in unterschiedlichen Ausführungen als 30.000er-Lose von drei Meter langen Stangen. Bislang fräste der Zerspaner das Gewinde oder brachte es mit einem zweischneidigen Gewindestrehler ein.

„Bei beiden Varianten hatten wir noch Luft nach oben“, erinnert sich Christian Wenig, stellvertretender Abteilungsleiter mechanische Fertigung CNC bei AVS Römer. „Beim Strehlen traten immer wieder Qualitätsprobleme auf, und das Fräsen war relativ teuer.“

Beim nächsten Besuch von Hubert Fischer, Beratung und Verkauf, sowie Anwendungstechniker Armin Zillner besprachen die beiden Iscar-Experten das Thema Gewindestechen mit Markus Greipl, boten es den geforderten Gewinden entsprechend an und testeten das Verfahren. „Mit der Pentacut-Serie haben wir dafür das richtige Werkzeug im Portfolio“, betont Fischer.
Fünfschneidiger Spezialist überzeugt
Mit dem fünfschneidigen Präzisionsstechsystem Pentacut lassen sich komplexe Profile und Gewinde mit Breiten bis zu 20mm und einer Stechtiefe von 10mm in nur einer Bewegung maßgenau innerhalb weniger Sekunden herstellen.

Alle Parameter des Schneideinsatzes wie Kantenverrundung, Beschichtung und Spanleitgeometrie sind auf die Anforderungen beim Kunden maßgeschneidert.
Präzisionsstechsystem Pentacut
Ausschlaggebend für die Leistung und eine einwandfreie Funktion ist das optimale Zusammenspiel von Schneidkantenpräparation, Beschichtung, Spanwinkel und Substrat. Die Kühlung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, da bei der Bearbeitung sehr viel Wärme ins Werkzeug wandert, die der Schneide zusetzt. Deshalb verfügt der Halter über innenliegende Kanäle, die das Kühlmittel direkt in die Schnittzone transportieren.
Die Werkzeugspezialisten legten für den Test eine Sonderplatte auf Basis der Pentacut 34 für ein Gewinde mit 1/8 Zoll aus und fuhren sie vor Ort in Grafenau ein. Mit Erfolg: „Das hat von Anfang an auf unseren verschiedenen Maschinen richtig gut funktioniert“, freut sich Markus Greipl. AVS Römer muss mit der Pentacut nur einmal kurz ans Werkstück fahren, um das Gewinde herzustellen. „Bei längeren Gewinden stechen wir einfach zwei Mal“, erläutert der Abteilungsleiter.

Das Ergebnis: Die Prozesszeit sank auf Anhieb von 23 auf vier Sekunden. „Das entspricht einer Einsparung von 60 Prozent. Da mussten wir nicht lang überlegen und orderten auch gleich Schneideinsätze in den anderen benötigten Größen“, sagt Christian Wenig. AVS Römer nutzt seit Anfang 2024 die Pentacut-Fünfschneider für Gewinde mit 1/8, 3/8 und 1/4 Zoll bei unterschiedlichen Produkten und ist voll zufrieden.

















