Spanntechnik-Spezialist verhalten optimistisch

Johannes Maier, geschäftsführender Gesellschafter von AMF: „Nach einem deutlichen Umsatzrückgang im letzten Jahr wollen wir 2025 wieder auf den Wachstumspfad einbiegen.“
Johannes Maier, geschäftsführender Gesellschafter von AMF: „Nach einem deutlichen Umsatzrückgang im letzten Jahr wollen wir 2025 wieder auf den Wachstumspfad einbiegen.“Bild: Andreas Maier GmbH & Co. KG

Das Unternhemen Andreas Maier aus Fellbach (AMF) verzeich­nete 2024 einen Umsatzrückgang um über elf Prozent auf 45 Millionen Euro. Die Schwäche der Wirtschaft in Deutschland sorgte hier für einen steileren Rückgang im Vergleich mit anderen EU-Ländern. Auch in China gingen die Umsätze deutlich zurück. Hoffnung machen Osteuropa und USA mit zartem Wachstum sowie Indien, wo der Absatz zulegte. Erfreulich entwickelten sich die Geschäfte in der Türkei. Ebenfalls positiv liefen die Geschäftsbereiche der Schlösser und der Handels­waren. Trotz schwierigem wirtschaftlichen Umfeld setzt AMF weiter auf seine Stammbelegschaft, die gehalten wurde. Für 2025 erwarten die Fellbacher eine leichte Erholung. Prozess­optimierungen, Entwicklungen für KI-Anwendungen und ein neues Logistikzentrum sollen das Unternehmen weiter zukunftsfest machen.

„Nach dem Rekordjahr 2023 müssen wir im schwierigen Jahr 2024 über elf Prozent Umsatzrückgang verkraften“, betont Johannes Maier (Bild), geschäftsführender Gesellschafter. „Dabei konnten wir die Schwäche im Maschinen- und Automobilbau nicht vollständig durch andere Geschäftsbereiche kompensieren.“

Baubranche konstant

2024 erzielte AMF einen Umsatz von 45 Millionen Euro und muss damit einen Rückgang von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften. Besonders drastisch fiel der Rückgang in den Bereichen Maschinen­bau und Automotive aus, in denen AMF mit seiner Spanntechnik und seinem Vorrichtungsbau zu den Technologie- und Marktführern weltweit gehört. Bei den Handelswaren mit den Produkten Schrauben und Spanneisen war nur ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Und im Ursprungsbereich des 1890 gegründeten Unternehmens – den Schlössern für Bauprojekte im Außenbereich – konnte das Familien­unternehmen die Absatzzahlen sogar konstant halten.

Geographisch betrachtet fallen die Zahlen ganz unterschiedlich aus. Während der Absatz in Deutschland deutlich sank, fiel der Rückgang in den EU-Ländern mit den Kernmärkten Frankreich, Österreich und Italien sowie in der Schweiz weniger stark aus. In Osteuropa blieben die Zahlen stabil – ein Indiz dafür, dass viele Unternehmen ihre Fertigung in den Osten verlagert haben. Sogar zulegen konnte der Absatz in der Türkei, was auf das große staatliche Investitionsprogramm im Luftfahrtbereich zurückzuführen ist. Außer­halb Europas konnten die USA und Südamerika leichte Zuwächse verzeichnen. In China war das Geschäft deutlich schwächer, wohin­gegen Indien mit einem Wachstum knapp unter den Erwartungen eine positive Entwicklung zeigt.

Ziele für 2025

Trotz massiver Sparmaßnahmen hat AMF seine Stammbelegschaft gehalten und auch die traditionell hohe Ausbildungsquote hatte 2024 Bestand. Mit modernen und flexiblen Arbeitsmodellen will das Unter­nehmen für Fachkräfte weiterhin attraktiv bleiben. Für 2025 ist Maier verhalten optimistisch. Mit Prozessoptimierungen in der Fertigung und einem neuen hochmodernen Logistikzentrum, das im Juli einge­weiht wird, wollen sich die Fellbacher einem weiteren Abschwung entgegenstemmen. Dabei sollen auch Investitionen in innovative KI-Anwendungen helfen. Für das laufende Jahr peilt der Geschäftsführer die Trendwende zu erneutem Wachstum und einen Umsatz von 48 Millionen Euro an.