Die nächsten Generationen im Fokus

Wir immer konnte sich das Publikum in geführten Rundgängen ein Bild von der Fertigung und Montage bei Hermle machen oder parallel interessante täglich wechselnde Fachvorträge besuchen.
Wir immer konnte sich das Publikum in geführten Rundgängen ein Bild von der Fertigung und Montage bei Hermle machen oder parallel interessante täglich wechselnde Fachvorträge besuchen.Bild: TeDo Verlag GmbH

Der Vorstand Franz-Xaver Bernhard eröffnete die begleitende Fachpressekonferenz mit dem Hinweis, dass Kai Bacher am 1. Januar 2026 seinen Posten bei Hermle übernehmen wird. Bacher ist zurzeit bereits Generalbevollmächtigter, zuständig für den Vertrieb und schon seit über 20 Jahren im Betrieb tätig. „Aktuell ist das Vertrauen in neue Investitionen ganz allgemein noch etwas gebremst“, berichtete Bernhard anschließend. „Bei uns sieht das hingegen anders aus. Wir haben beim Hermle Werk 2 am Standort Zimmern ob Rottweil beispielsweise ein neues Lager gebaut, eine neue Montagehalle für unsere Automationslösungen sowie eine Halle für die Großteilefertigung.“ Auf den Hallen installierten die Baden-Württemberger zudem neue Photovoltaik-Anlagen.

Vorstand Franz-Xaver Bernhard wird zum 1. Januar 2026 seinen Posten an Kai Bacher übergeben.
Vorstand Franz-Xaver Bernhard wird zum 1. Januar 2026 seinen Posten an Kai Bacher übergeben.Bild: TeDo Verlag GmbH

„Des Weiteren legen wir besonders viel Wert auf unsere Servicedienstleistungen“, betonte Bernhard, „um im Fall der Fälle bei unseren Kunden eine Topleistung abliefern zu können.“

Energie und Verfügbarkeit im Blick

Kai Bacher stellte anschließend die aktuellen Produkte und Automationslösungen vor: „Bei den Bearbeitungszentren der Generation 2 (GEN 2) wurde die Energieeffizienz deutlich gesteigert, die neueste Generation an Antriebsmodulen installiert, digitale Sensorik angepasst, es gibt modernste Schnittstellen und vieles mehr. Außerdem kommen verbesserte Spindeln zum Einsatz inklusive Sensorik, beispielsweise auch für ein optimiertes Monitoring. Mithilfe von Temperaturensensoren lassen sich die Lager überwachen. Alles ist angepasst für ein höheres Level an Beanspruchungen durch den zunehmenden Automatisierungseinsatz.“ Eine hohe Verfügbarkeit selbst bei 24/7 Produktionen gehört zu den Zielen der Entwicklung. Bei den Steuerungen kommen eine Heidenhain TNC7 oder eine Siemens Sinumerik One zur Anwendung. „Bis zu 25 Prozent an Energie lassen sich während des Betriebs im Vergleich zur vorherigen Generation einsparen“, so Bacher.

Handlingsystem konsequent weiterentwickelt

Als zweite Neuerung ist die HS flex hybrid besonders erwähnenswert. „Sie bietet eine hohe Flexibilität durch das Paletten- und Schraubstock-Handling“, erläuterte der künftige Vorstand. „Die Lösung gestaltet sich sowohl in der Bedienung als auch bei der Anwendung bewusst einfach.“

Der künftige Vorstand Kai Bacher vor einem der Highlights der Hausausstellung.
Der künftige Vorstand Kai Bacher vor einem der Highlights der Hausausstellung.Bild: TeDo Verlag GmbH

Mit dem Handlingsystem HS flex hybrid heben die Baden-Württemberger das bisherige HS flex auf die nächste höhere Leistungsstufe für die wirtschaftliche Fertigung von Bauteilen bis 450kg. Sowohl Paletten als auch Schraubstöcke befördert das System vom Rüstplatz in die Speichermodule oder in den Arbeitsraum. Für das HS flex hybrid wurden folgende Komponenten speziell konfiguriert: die Speichermodule, der Rüstplatz, der Greifer und die Adapterpalette. Das HS flex hybrid ist an sechs verschiedene Maschinenmodelle adaptier- und mit ein oder zwei Speichermodulen konfigurierbar.

Robotik auf neuem Level

„Zu guter Letzt gibt es bei unserem RS2-GEN2 entscheidende Neuerungen für mehr Flexibilität und zusätzliche Kapazitäten“, finalisierte Bacher. Der Platz in der Anlage ist variabler ausgelegt und lässt sich z.B. mit mehr Paletten als bisher bestücken. „Wir haben mit dem RS 2 eine extrem flexible Lösung geschaffen. Mit der Generation 1 konnten wir bereits 60 Projekte erfolgreich umsetzen, insbesondere bezüglich kundenspezifischer Regalanpassungen. Mit der Auswahl von jetzt nur noch vier Speichersystemen bei der Generation 2 ist der Kunde deutlich variabler und zukunftssicherer unterwegs“, betonte Kai Bacher die entscheidenden Vorteile der aktuellen Automationslösung.

Die Hermle Hausaustellung fand vom 13. bis zum 16. Mai 2025 in Gosheim statt.
Die Hermle Hausaustellung fand vom 13. bis zum 16. Mai 2025 in Gosheim statt.Bild: TeDo Verlag GmbH

Drei Videos zeigen kurze Eindrücke von der gelungen Veranstaltung:
Robotersystem RS 2
Bearbeitungsmaschine C32 der zweiten Generation
Besonderes Exponat

Seit über 25 Jahren beschäftigt sich Hermle mit der Automatisierung seiner Bearbeitungszentren. Nach dem Start mit einfachen Palettenwechslern folgten kompakte Handlingsysteme und von Beginn an kamen auch Roboter zum Einsatz. Zwischenzeitlich hat sich Hermle mit seinen Automationslösungen einen Namen und ein zweites Standbein geschaffen. Der Kunde erwirbt beide Hauptkomponenten von einem Hersteller und hat im Servicefall auch nur einen Ansprechpartner. ‚Alles aus einer Hand‘ ist somit nicht nur ein Slogan, sondern ein echter und wertvoller Vorteil, der von den Kunden genauso geschätzt wird wie die Service-Benchmark von Hermle.

Aktuelle Zahlen
Die Geschäftsentwicklung der Maschinenfabrik Berthold Hermle war im ersten Quartal 2025 wegen der schwachen Konjunktur im Werkzeugmaschinenbau wie erwartet rückläufig. Der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten nahm im Konzern gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 5,3% auf 120,3 Mio. Euro ab (Vj. 127,0 Mio. Euro). Ursächlich dafür war ausschließlich die schwache Inlandsnachfrage: In Deutschland reduzierten sich die neuen Bestellungen in der Berichtsperiode deutlich um 26,9% auf 31,6 Mio. Euro (Vj. 43,2 Mio. Euro). Dagegen stieg der Auftragseingang aus dem Ausland um 5,8% auf 88,7 Mio. Euro (Vj. 83,8 Mio. Euro).

Auch beim Konzernumsatz konnte Hermle im Ausland leicht zulegen: Das außerhalb Deutschlands erzielte Geschäftsvolumen vergrößerte sich von Januar bis März 2025 um 2,6% auf 69,9 Mio. Euro (Vj. 68,1 Mio. Euro). Dagegen nahm der Inlandsumsatz um 29,1% auf 27,3 Mio. Euro stark ab (Vj. 38,5 Mio. Euro). Insgesamt verringerte sich der Konzernumsatz um 8,8% auf 97,2 Mio. Euro (Vj. 106,6 Mio. Euro). Ende März beschäftigte Hermle konzernweit 1.605 Personen gegenüber 1.521 am Vorjahresstichtag und 1.603 zum Jahreswechsel 2024. Unabhängig von den aktuell schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen setzte Hermle sein umfangreiches Investitionsprogramm zur Standortentwicklung im Berichtszeitraum fort, um sich für den langfristig zu erwartenden, anhaltend hohen Bedarf an Automationslösungen und Bearbeitungszentren zu rüsten.

Mit dem Robotersystem RS 2 in GEN2 Ausführung hebt der Anbieter die Automation nun nochmals auf ein neues Level. Das bisherige RS 2 System wurde in fast allen Bereichen verbessert und den Kundenanforderungen angepasst. Das System basiert auf einer Plattform und ist modular in verschiedene Auslegungen anpassbar. Dies führt auch zu der Möglichkeit, das System an ein, zwei oder sogar drei gleiche oder sogar unterschiedliche Hermle Bearbeitungszentren zu adaptieren. Die Umhausung ist für eine klare Einsicht fast vollumfänglich verglast.

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